Demo auf dem Marktplatz

Handwerker für den Frieden - Über 2.000 Menschen protestieren in Dessau gegen Russland-Sanktionen

Es ist eine der größten Demos der vergangenen Jahre in Dessau gewesen. Auf dem Marktplatz haben über 2.000 Menschen an der Kundgebung der „Handwerker für den Frieden“ teilgenommen.

Von Thomas Steinberg Aktualisiert: 29.08.2022, 09:22
Blick auf den Dessauer Marktplatz.
Blick auf den Dessauer Marktplatz. (Foto: Thomas Steinberg)

Dessau/MZ - Es war eine der größten Demonstrationen auf dem Dessauer Marktplatz seit Jahren: Nach Polizeiangaben 1.400, nach den der Veranstalter über 2.000 Menschen haben am Sonntag für Frieden und gegen, so ein Redner, gegen den Wirtschaftskrieg gegen Russland protestiert, der vor allem den Deutschen selbst schade.

Dessaus Kreishandwerkschefs Karl Krökel wandte sich in seiner Rede gegen eine „Sanktionsspirale“. Man lehne Krieg als Mittel der Politik ab und wolle sich nicht länger mundtot machen lassen. Die Interessen des Auslandes würden höher bewertet als die Interessen des eigenen Volkes. Ergebnis sein ein energiepolitisches Desaster.

Aufgerufen zu der Kundgebung hatte die Kreishandwerkerschaft Anhalt-Dessau-Roßlau, unterstützt wurde sie von dem Organisatoren der Dessauer Montagsmahnwache ebenso wie von Der Linken und der Partei Die Basis. Die Kundgebung verlief ohne Zwischenfälle.

Dessaus Kreishandwerksmeister Karl Krökel (li.) bei der Kundgebung in Dessau.
Dessaus Kreishandwerksmeister Karl Krökel (li.) bei der Kundgebung in Dessau.
(Foto: Thomas Steinberg)

Dessaus Kreishandwerkerchef Karl Krökel kündigte zum Ende der Kundgebung an, ein bundesweites „Handwerker-für-den-Frieden“-Netzwerk aufbauen und den Protest nach Berlin bringen zu wollen. „Das ist erst der Anfang. Das darf nicht das Ende sein, wenn wir Erfolg haben wollen“, sagte Krökel. „Wir müssen mehr werden.“ Zudem warb Krökel für eine Online-Petition unter der Überschrift „Nord Stream 2 statt Gasumlage“.

Dessaus Kreishandwerkerschaft hatte sich früh gegen für ein Ende der Russland-Sanktionen ausgesprochen - und dazu Ende Juni einen Obermeisterbrief formuliert. Daran hatte es auch Kritik gegeben. Handwerker aus Leipzig und Halle haben inzwischen ähnliche Schreiben an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) verschickt.