Insgesamt sechs Objekte durchsucht

370 Beamte bei Großrazzia in Wolfen - LKA bestätigt Schlag gegen Schleuserring

Der Hauptverdächtige ist ein 58-jähriger Lette aus dem Südlichen Anhalt, dazu wird gegen drei weitere namentlich bekannte Personen ermittelt.

Aktualisiert: 09.06.2022, 21:39
Polizeiautos in der Damaschkestraße in Wolfen. Hier war eines der durchsuchten Objekte.
Polizeiautos in der Damaschkestraße in Wolfen. Hier war eines der durchsuchten Objekte. Foto: Musche

Wolfen/MZ - Bei der Großrazzia im Wolfener Big-Hotel am Donnerstag ging es um einen Schlag gegen einen Schleuserring. Das hat das LKA am Nachmittag bestätigt.

Hauptverdächtiger in den Ermittlungen ist nach Angaben des LKA ein 58-jähriger Lette aus dem Südlichen Anhalt, ermittelt wird zudem gegen drei weitere namentlich bekannte Personen aus Lettland, Georgien und der Ukraine. Alle vier stehen im Verdacht, seit 2021 gemeinschaftlich handelnd sogenannte Drittstaatsangehörige gewerbsmäßig in die Bundesrepublik Deutschland eingeschleust und mit gefälschten Ausweisdokumenten deren unerlaubten Aufenthalt im Bundesgebiet unterstützt zu haben.

Bei dem 58-Jährigen hatte es schon am Freitag einen SEK-Einsatz in Quellendorf gegeben. Das LKA hatte dazu bislang keine Angaben gemacht und bestätigt nun auch nur „Exekutivmaßnahmen“.

Bei der Razzia waren am Donnerstag insgesamt 370 Beamte des LKA, der Landesbereitschaftspolizei, der Bundespolizeidirektion Pirna sowie der Polizeiinspektion Dessau-Roßlau beteiligt. Dabei wurden zeitlich Wohn- und Geschäftsräume der Tatverdächtigen sowie vier Unternehmen im Raum Anhalt-Bitterfeld durchsucht.

Welche Rolle das Big-Hotel bei der Schleusung spielte, dazu wurden keine Angaben gemacht. Gegen die Betreiber sollen allerdings keine Ermittlungen laufen. Die angetroffenen Personen, die in Verdacht stehen, sich unerlaubt in Deutschland aufzuhalten, wurden erkennungsdienstlich behandelt und vernommen. Nach MZ-Information betraf das mehrere Dutzend Personen.