Landesmeisterschaft der Männerballette

Landesmeisterschaft der Männerballette : Bernburger sorgen für eine Sensation

Bernburg/Stendal - Männerballett des Bernburger Karnevalsclubs wird Vizemeister. Freude über Rang ist grenzenlos.

Das Männerballett des Bernburger Karnevalsclubs  hat sich am Samstag in Stendal überraschend den Vizemeistertitel des Landes ergattert. Die Freude über den Triumph war riesengroß. Ziel war eine Platzierung unter die ersten Zehn.

Die Bernburger Männer sind ein Tanzwunder. Bewiesen haben sie das am vergangenem Samstag. In der Hansestadt Stendal fand die 11. Landesmeisterschaft der Männerballette in Sachsen-Anhalt statt. Und am Ende konnten die Männer vom Bernburger Karnevalsclub die Trophäe als Vizemeister mit an die Saale nehmen.

Eine 40-köpfige Truppe aus Aktiven, Mitgliedern des Bernburger Karnevalsclubs und treuen Fans, machte sich auf den Weg, um einen lustigen Abend zu verbringen und Anregungen für die nächste Session zu bekommen. So ging es am Samstag los. Die Rückfahrt war von Freude über den Vizemeistertitel geprägt.

Meisterschaft nach Session war der Höhepunkt

Nach Abschluss der karnevalistischen Session war die Meisterschaft noch einmal ein Höhepunkt. Natürlich auch für das „Ballett der dicken Bäuche“ vom Bernburger Karnevalsclub (BKC). Bereits zum fünften Mal wurde diesem Ereignis entgegen gefiebert und dementsprechend war das wöchentliche Training der Männer optimiert worden.

Es ist freilich ein gesundes Maß an sportlichem Ehrgeiz vorhanden. Im Vordergrund stehen jedoch der Spaß, die gemeinsamen Zusammenkünfte und das Vereinsleben.

Diesen Frohsinn bei den verschiedensten Auftritten dem Publikum zu vermitteln, ist das eigentliche Motto des Bernburger Männerballettes. Wie die Reaktionen zeigten, ist dies in der Vergangenheit stets voll gelungen.

Ziel war ein Platz unter den ersten zehn

Das Ziel für die diesjährige Landesmeisterschaft, mit einem Starterfeld von vierzehn Teams voller strammer Waden, war ein Platz unter den ersten zehn.

Da die Altersspanne bei den Bernburgern von 18 bis 61 Jahren reicht, was einen Altersdurchschnitt von 44,4 Jahren ausmacht, wäre eine Platzierung im vorderen Mittelfeld schon eine kleine Sensation, denn viele teilnehmenden Vereine haben einen jüngeren Altersdurchschnitt.

Außerdem ging bei vielen Vereinen der Trend in den letzten Jahren immer mehr zu Darbietungen mit zahlreichen Hebe- und Wurffiguren. Dies grenzt schon an Hochleistungssport und hatte mit dem traditionellen karnevalistischen Männerballett nicht mehr viel gemeinsam.

Das starke Geschlecht zeigte Gefühle

Der BKC ging mit der Startnummer vier an den Start und es mussten immerhin acht männliche „Astralkörper“ zu Afrikanern geschminkt werden. Je näher der Zeitpunkt des Auftrittes kam, umso größer wurde bei sämtlichen Teilnehmern die Aufregung. Das sogenannte starke Geschlecht zeigte Gefühle.

Mit einer sehr synchronen Darbietung, einer lustigen Choreographie, viel Freude und der gesamten Schönheit des männlichen Körpers, gelang ein Spitzenauftritt.

Ob sich die Stimmung von der Bühne auf den tobenden Saal übertrug oder umgekehrt, bleibt ungewiss. Auf alle Fälle hatten alle viel Spaß.

Keine akrobatischen Höchstleistungen

Zur allgemeinen Überraschung verzichteten sämtliche Vereine auf akrobatische Höchstleistungen, somit war am Ende kein Favorit zu erkennen. Die gezeigten Beiträge lagen leistungsmäßig dicht beieinander. Dies machte sich auch in der Punktewertung bemerkbar, 210 Punkte für den vierzehnten Platz und 290 Punkte für den ersten.

Schließlich kam die Siegerehrung und die Platzierungen wurden beginnend beim Letzten bekanntgegeben.

Als die Moderatoren Platz fünf ansagten und der Bernburger Karnevalsclub immer noch nicht genannt wurde, hieß es unter den Aktiven und Unterstützern: „Die haben uns vergessen!“

Dann plötzlich der Vizemeistertitel

Der Jubel jedoch kannte keine Grenzen, als dann amtlich verkündet wurde: „Vizemeister 2017 bei den Männerballetten in Sachsen-Anhalt ist das Bernburger Männerballett.“ Es zeigte sich, dass harte Kerle nicht nur tanzen, sondern auch feuchte Augen bekommen können.

Besonders schwer war es natürlich für die Mitglieder, welche aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen nicht aktiv teilnehmen konnten. Nach einer kleinen After-Show-Party traten alle dann die Heimfahrt an, welche auf Grund dieses unerwarteten Erfolges entspannt und fröhlich wurde.

„Das Männerballett möchte an dieser Stelle ein riesengroßes Dankeschön natürlich an ihren Trainer Thomas Leinweber richten. Schließlich musste er gegen fehlendes Taktgefühl genauso ankämpfen wie gegen Bewegungsarmut, Bierbäuche und ständige Kreuz- und Gliederschmerzen und Thomas Leinweber musste acht männliche Diven unter einen Hut bringen“, sagt Kersten Hotze.

Als Fazit kann man sagen: Es hat sich gelohnt und bei diesen Meisterschaften gibt es keine Verlierer. Wichtig ist immer, wie bei vielen Dingen, der gemeinsame Spaß an der Sache.

(mz/ab/kh)

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