„Zwischen Tüll und Tränen“

Curvy Model Violetta Stoyanov aus Bernburg probt Brautkleid - "Zwischen Tüll und Tränen" bei Vox: Hochzeit wird im Juli 2021 gefeiert

Bernburg - Sie hatte sich geschworen, nie wieder im Fernsehen aufzutreten, zum Beispiel wie damals bei „Auf und davon“ oder „Curvy Model“. Doch wer vor wenigen Tagen am Nachmittag durch die Sender zappte, der entdeckte Bernburgs bekanntes Oversize-Modell Violetta Stoyanov bei der Vox-Sendung „Zwischen Tüll und ...

Von Katharina Thormann

Sie hatte sich geschworen, nie wieder im Fernsehen aufzutreten, zum Beispiel wie damals bei „Auf und davon“ oder „Curvy Model“. Doch wer vor wenigen Tagen am Nachmittag durch die Sender zappte, der entdeckte Bernburgs bekanntes Oversize-Modell Violetta Stoyanov bei der Vox-Sendung „Zwischen Tüll und Tränen“.

„Ich hatte mich gar nicht dafür angemeldet, sondern der Brautausstatter kam auf mich zu und hat gefragt, ob mich ein Kamerateam bei der Wahl meines Brautkleides begleiten darf“, erzählt die 32-Jährige.

Die künftige Braut willigte ein. Allerdings unter der Voraussetzung, dass die Sendung erst nach dem Ja-Wort mit ihrem Verlobten Marco Elefante ausgestrahlt werden würde. Doch das Coronavirus wollte es anders.

Denn nachdem der Dreh bei dem Brautausstatter Vanity Bridal in einem Berliner Loft im Februar im Kasten war, cancelte das Paar im Mai die viertägigen Hochzeitsfeierlichkeiten, die für den Sommer geplant waren. „Wir wussten einfach nicht, ob unsere Familien aus Bulgarien und Italien einreisen dürfen“, erzählt die künftige Braut.

Die Hochzeit soll nun im Juli 2021 gefeiert werden

Darum griff sie zum Telefonhörer und verschob das Fest auf das letzte Juliwochenende im kommenden Jahr. Dann soll auch das Brautkleid zur kirchlichen Hochzeit seinen großen Auftritt in der Marienkirche bekommen. „Schon als ich in der Umkleidekabine stand, wusste ich: Das ist es!“, erzählt Stoyanov, die zur Unterstützung ihre Mutter, ihren besten Freund und drei Freundinnen dabei hatte.

Schon vor ihrer Anreise in die Bundeshauptstadt hatte sie dem Brautausstatter - ein Bekannter aus ihrer Zeit als Oversize-Modell in Leipzig - ein Foto von ihrem absoluten Traumkleid geschickt. „Das, was ich mir nun ausgesucht habe, kommt dem sehr, sehr nah“, sagt die Lehrerin, die an der Grundschule in Nienburg arbeitet.

Was man in der Sendung nicht sieht: „Es wurde extra für mich maßgeschneidert. Ein paar Tage vor dem Dreh saßen fünf Näherinnen daran“, erzählt sie. Schließlich hoffte der Brautausstatter, dass sie während der Sendung tatsächlich fündig wird und nicht ohne Kleid nach Hause fahren muss. „Mit meiner Größe war das natürlich auch nicht so einfach“, sagt Stoyanov.

Fünf Näherinnen kümmerten sich darum, dass Violetta das Brautkleid passt

Umso glücklicher ist sie mit dem Ergebnis - auch wenn nun wahrscheinlich Millionen Zuschauer ihr Hochzeitskleid schon vor der Trauung kennen. „Ich hatte die Sendung selbst gar nicht gesehen. Als sie ausgestrahlt wurde, explodierte aber mein Telefon“, erinnert sich die künftige Braut. Auf sämtlichen Kanälen wurde ihr mitgeteilt: „Du bist gerade im Fernsehen!“

„Zum Glück schaut mein Verlobter keine deutschen Sender“, sagt Stoyanov. Aber ihre Schwiegermutter in Italien konnte nicht abwarten und hat sich die Sendung trotzdem angeschaut. Ihr Kommentar zum Kleid: „Er wird dahinschmelzen wie ein Eis in der Sonne!“

Zumindest hofft es die Bernburgerin, die angesichts der anhaltenden Pandemie aber nicht nur Plan A samt Polterabend, standesamtlicher sowie kirchlicher Trauung und abschließendem Hochzeitsbrunch in der Tasche hat, sondern auch einen abgespeckteren Plan B und C.

„Denn schon jetzt ist klar, dass deutlich weniger Familienmitglieder aus Bulgarien und Italien zur Feier anreisen können. Die Länder sind wegen der Pandemie wirtschaftlich sehr schwer getroffen“, sagt Stoyanov. Trotzdem bleibt sie optimistisch und fiebert ihrer Hochzeit entgegen.

„Ich habe schon seit ich 17 bin von einer großen Feier geträumt, also schon zehn Jahre, bevor ich meinen Traummann kennenlernte“, sagt Stoyanov. Das Virus soll diesen Traum nicht ein zweites Mal zum Platzen bringen. (mz)