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  7. Kind krank: Neue Regeln für Kinderkrankentage 2024 von Arbeitnehmern

Weniger bezahlte FreistellungNeue Regeln für Kinderkrankentage: Was Eltern jetzt wissen müssen

Ist das Kind krank und kann nicht in Kita oder Schule, müssen auch Eltern oft zu Hause bleiben. Wann sie Anspruch auf Kinderkrankengeld haben und was ab 2024 neu ist.

Von Jessika Kliem Aktualisiert: 17.01.2024, 11:45
Wenn das Kind krank ist, dürfen Eltern der Arbeit fernbleiben. Außerdem steht ihnen in vielen Fällen eine Lohnfortzahlung oder Kinderkrankengeld zu. 
Wenn das Kind krank ist, dürfen Eltern der Arbeit fernbleiben. Außerdem steht ihnen in vielen Fällen eine Lohnfortzahlung oder Kinderkrankengeld zu.  (Foto: dpa)

Halle (Saale)/MZ. - Ist der Nachwuchs krank, heißt das für berufstätige Eltern oft auch: Sie können nicht zur Arbeit gehen. Beschäftigte haben aber die Möglichkeit, „wenn das Kind eine nicht längere Zeitspanne als fünf Tage krank ist“, eine bezahlte Freistellung vom Job zu beanspruchen.

Kinderkrankentage: Neue Regeln bei Kinderkrankengeld und Freistellung

Allerdings nur, wenn die Anwendung des Paragrafen 616 BGB nicht vertraglich ausgeschlossen worden sei, erklärt die Fachanwältin für Arbeitsrecht Nathalie Oberthür. Und dieser Ausschluss ist grundsätzlich durchaus möglich.

Arbeitnehmer sollten sich bei Krankheit des Kindes sofort beim Arbeitgeber melden.

Nathalie Oberthür, Rechtsanwältin

Werden sie nicht bezahlt freigestellt, haben Eltern allerdings einen Anspruch auf unbezahlte Freistellung, wenn ihr Kind krank ist: die sogenannten Kinderkrankentage. Gesetzlich versicherte Eltern erhalten zum Ausgleich ihres Verdienstausfalls dann Kinderkrankengeld. Doch wie funktioniert das eigentlich? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Was sind Kinderkrankentage?

Kinderkrankentage sind Tage, an denen berufstätige Eltern von ihrer Arbeit freigestellt werden können, um sich um ihr krankes Kind zu kümmern. In Deutschland ist diese Regelung gesetzlich verankert

Wie viele Kinderkrankentage stehen Eltern zu?

Bis Ende 2023 durften gesetzlich krankenversicherte Eltern je Kind für 30 Arbeitstage Kinderkrankengeld beantragen, bei mehreren Kindern für nicht mehr als insgesamt 65 Arbeitstage. Zum Jahreswechsel wurde diese während der Corona-Pandemie erweiterte Bezugsdauer allerdings reduziert. Im Jahr 2024 sind es dann 15 Arbeitstage pro Kind und Elternteil, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilt. Bei mehreren Kindern sind es längstens 35 Arbeitstage pro Elternteil.

Kinderkrankengeld gibt es für jedes gesetzlich versicherte Kind, das jünger als zwölf Jahre alt ist. Für Kinder mit Behinderung, die auf Hilfe angewiesen sind, existiert keine Altersgrenze.

Kinderkrankengeld: Welche Regeln gelten für Alleinerziehende?

Alleinerziehende durften bis Ende 2023 für 60 Arbeitstage je Kind Kinderkrankengeld beantragen. 2024 sind es für alleinerziehende Versicherte dann 30 Tage je Kind, bei mehreren Kindern längstens 70 Arbeitstage.

Was ist mit den Privatversicherten beim Thema Kinderkrankengeld?

Privatversicherte haben keinen gesetzlichen Anspruch auf Kinderkrankengeld. Ist ein Elternteil privat versichert, das andere Elternteil und das Kind gesetzlich, besteht der Anspruch auf Kinderkrankengeld nur für das gesetzlich versicherte Elternteil.

Ist das Kind hingegen mit dem anderen Elternteil privat versichert, besteht kein gesetzlicher Anspruch auf Kinderkrankengeld, wie das Bundesgesundheitsministerium auf seiner Website erklärt.

Wie beantrage ich Kinderkrankengeld?

Eltern müssen das Kinderkrankengeld bei ihrer Krankenkasse beantragen. Um es zu erhalten, benötigen sie ein ärztliches Attest, das die Krankheit ihres Kindes bescheinigt – derzeit ab dem ersten Tag. Dies könnte sich aber in Zukunft ändern.

Gut zu wissen: Eltern können ärztliche Bescheinigungen, dass sie ein krankes Kind betreuen müssen, nun auch telefonisch und ohne Praxisbesuch bekommen. Möglich sind Bescheinigungen zum Bezug von Kinderkrankengeld für maximal fünf Tage.

Wann muss ich dem Arbeitgeber Bescheid geben, dass mein Kind krank ist?

Das hatte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen nach einer Vereinbarung mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung mitgeteilt. Bedingung ist demnach, dass das Kind dem Arzt oder der Ärztin bekannt ist und sie die telefonische Ausstellung als vertretbar ansehen.

Nicht vergessen: „Arbeitnehmer sollten sich wie bei eigener Krankheit auch bei Krankheit des Kindes sofort beim Arbeitgeber melden“, empfiehlt Nathalie Oberthür.

Wie hoch ist das Kinderkrankengeld?

Die Krankenkasse berechnet den Betrag anhand des Gehalts der Beschäftigten. In der Regel beträgt es laut Bundesgesundheitsministerium 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts.

Wie flexibel dürfen Kinderkrankentage genommen werden?

Kinderkrankentage können auch für einzelne Tage genommen werden. Haben Eltern erkrankter Kinder die Möglichkeit, sich etwa bei der Kinderbetreuung abzuwechseln, oder haben sie an manchen Tagen eine anderweitige Kinderbetreuung für ihr erkranktes Kind, könnten sie ihre Kinderkrankentage beispielsweise nur an zwei von fünf Tagen in der Woche einsetzen.

Einen Anspruch auf eine unbezahlte Freistellung für einzelne Arbeitsstunden oder halbe Tage sehe die gesetzliche Regelung allerdings nicht vor, schreibt das Bundesgesundheitsministerium auf seiner Website.

Was tun, wenn die Kinderkrankentage aufgebraucht sind?

Ein gesetzlicher Anspruch auf diese Möglichkeit besteht nicht. Ist der Arbeitgeber desjenigen Elternteils, das seine Kinderkrankentage bereits ausgeschöpft hat, damit einverstanden, ist eine Übertragung aber möglich.