Kindheit im Osten Nur echte Ossis erinnern sich: Diese Spielzeuge prägten die DDR-Kindheit
In der DDR war ein neues Spielzeug etwas ganz Besonderes. Viele Kinder warteten lange darauf. Manche Spielsachen wurden echte Klassiker. Welche das waren und ob sie heute noch produziert werden.

Halle (Saale)/Magdeburg/DUR. – Ein neues Spielzeug ist in der DDR für Kinder etwas ganz Besonderes gewesen. Es kam nicht einfach so. Oft stand es lange auf dem Wunschzettel. Dann lag es endlich unter dem Weihnachtsbaum oder wurde zum Schulanfang geschenkt.
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Die Spielsachen waren meist einfach gebaut, aber sehr stabil. Sie hielten viele Jahre, oft sogar Jahrzehnte. Viele wurden an jüngere Geschwister oder später an die eigenen Kinder weitergegeben. Einige dieser Spielsachen waren besonders beliebt und sind bis heute unvergessen.
1. Piko: Die Modelleisenbahn, von der DDR-Kinder träumten
Für viele Kinder war sie der größte Traum: eine eigene Modellbahn von Piko. Hergestellt wurde sie im thüringischen Sonneberg, einer Stadt, die in der DDR als wichtiges Zentrum für Spielzeug bekannt war. Wer eine Piko-Lok bekam, hatte oft das "große Geschenk" des Jahres in den Händen. Das war meist zu Weihnachten.
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Wenn die Bahn fuhr, entstand eine kleine eigene Welt: das leise Surren des Motors, das Klackern der Räder auf den Schienen. Stundenlang konnte man zuschauen, Weichen umstellen und neue Strecken bauen.
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Piko gibt es bis heute. Das Unternehmen besteht seit fast 75 Jahren und beschäftigt derzeit rund 600 Mitarbeiter. Für das Jahr 2026 kündigt der Modellbahnhersteller neue Produkte an.
2. Dreirad Liliput: Das legendäre Kinderfahrzeug aus der DDR
Fast jedes Kind kannte das Dreirad "Liliput". Es sah ganz anders aus als andere Dreiräder: zwei Räder vorne, eines hinten, die Fahrtrichtung wurde mit einem richtigen Lenkrad bestimmt.
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Wie bei einem Fahrrad traten die Kinder in die Pedale. Eine Kette übertrug die Kraft auf das Hinterrad und setzte das Dreirad in Bewegung. Gebaut wurde es in Sachsen-Anhalt im VEB Stahlmöbelbau Haldensleben.
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In einigen Parks konnte ein Liliput ausgeliehen werden. Dann ging es los: klingeln, Kurven fahren, immer wieder im Kreis. Wer darauf saß, fühlte sich groß und wichtig. Heute gibt es noch originale Modelle – und sogar neue Nachbauten.
3. Kaufmannsladen aus Holz: Der Konsum im Kinderzimmer
Der Kaufmannsladen brachte den "Konsum" ins Kinderzimmer: Holzladen, kleine Schubfächer, winzige Konserven. Viele dieser Läden wurden von Betrieben im Erzgebirge oder in Marienberg hergestellt.
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Hier spielten Kinder nach, was sie aus dem Alltag kannten: abwiegen, kassieren, einpacken. Dazu gehörten auch kleine Papiertüten und Verpackungen aus Papier oder Pappe. Sie fühlten sich an wie im echten Laden.
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Oft war der Kaufmannsladen ein großes Geschenk, zum Beispiel zur Einschulung. Heute findet man solche Objekte auf Flohmärkten oder in Sammlungen. Und bei vielen kommen sofort Erinnerungen zurück: zum Beispiel an das leise Knistern der Papiertüten.
4. Formo-Bausteine: Die Lego-Alternative der DDR aus Gotha
Die Formo-Bausteine galten als DDR-Antwort auf Lego. Produziert wurden sie im thüringischen Gotha. Die Steine passten gut zusammen, hielten fest und ließen sich immer wieder neu verbauen. Aus einem Set entstanden Häuser, Bahnhöfe oder kleine Autos. Es gab sogar einen Baukasten zum Palast der Republik.
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Die Preise waren für viele Familien bezahlbar. Viele Kinder bauten damit Stein für Stein ihre eigene kleine Stadt. Die Bausteine werden heute wieder in Gotha hergestellt. Das System orientiert sich stark an den alten DDR-Steinen.
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5. Pebe-Bausteine: Die starke Konkurrenz
Formo war nicht allein. Ein weiterer großer DDR-Bausteinhersteller hieß Pebe. Die Steine sahen den Formo-Steinen ähnlich, funktionierten aber technisch anders. Beide Systeme waren nicht miteinander kompatibel, weil sie unterschiedliche Maße und Noppenformen nutzten.
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In manchen Familien führte das zu klaren Fronten: Entweder war man ein Formo-Kind oder ein Pebe-Kind. Pebe-Steine galten als besonders robust und oft etwas klarer geformt.
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Manche Baukästen enthielten zusätzliche Teile wie bewegliche Achsen oder spezielle Fenster, die es bei Formo nicht gab. So entstanden ganz unterschiedliche Baustile. Heute existiert Pebe nicht mehr.
6. Elektronikbaukasten: Technikbegeisterung made in DDR
Ein besonderer Schatz für neugierige Kinder war der Elektrobaukasten. Er stammte von volkseigenen Betrieben wie Polytronic oder Piko und fühlte sich an wie ein kleines eigenes Labor. Mit Batterien, Drähten, Klemmen, Schaltern und winzigen Glühlämpchen konnten Kinder selbst ausprobieren, wie Strom fließt.
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Alles war einfach erklärt und sicher aufgebaut. Der große Moment kam, wenn das erste Lämpchen leuchtete oder ein Summer piepte. Viele erinnern sich noch heute daran. Für manche war dieser Baukasten der Anfang einer späteren Begeisterung für Technik oder Elektronik.
7. Tierfiguren von Plaho: DDR-Klassiker, die heute selten geworden sind
Wer seinen eigenen Zoo im Kinderzimmer haben wollte, wünschte sich Figuren von Plaho. Das Angebot war groß: darunter Löwen, Panther, Tiger, Steinböcke, Hasen, Kamele, Füchse, Schafe oder Hunde. Hergestellt wurden sie im thüringischen Steinach vom volkseigenen Betrieb VEB Plast- und Holzspielwaren, kurz Plaho.
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Die Tiere waren sehr beliebt, aber nicht immer leicht zu bekommen. Nach der Wiedervereinigung verschwand Plaho trotz eines kurzen Neustart-Versuchs vom Markt; westdeutsche Hersteller wie Schleich setzten sich durch. Heute sind die Plaho-Figuren nur noch im Internet oder auf Flohmärkten zu finden.