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Tennis: Kompromiss für Rothenbaum denkbar

Hamburg/Berlin/dpa. - Der Chef der Herren-Profiorganisation ATP, Mark Miles, hatte amvergangenen Wochenende für Aufregung mit der Äußerung gesorgt, einneues, großes Turnier für Herren und Damen am Rothenbaum sei auf derjetzigen Anlage nicht möglich. Dort finden die German Open der Herrensowie zuvor ein Damenturnier statt. Miles verlangte 22 oder 23Plätze, fünf müssten für Fernseh-Übertragungen komplett verkabeltsein. Zurzeit wird in Hamburg auf 8 Plätzen gespielt, eineErweiterung auf 14 wäre denkbar. Da im Berliner Grunewald, demStandort der German Open der Damen, ein Ausbau unmöglich ist, hatteWaldenfels den Bau einer komplett neuen Anlage ins Gespräch ...

Der Chef der Herren-Profiorganisation ATP, Mark Miles, hatte amvergangenen Wochenende für Aufregung mit der Äußerung gesorgt, einneues, großes Turnier für Herren und Damen am Rothenbaum sei auf derjetzigen Anlage nicht möglich. Dort finden die German Open der Herrensowie zuvor ein Damenturnier statt. Miles verlangte 22 oder 23Plätze, fünf müssten für Fernseh-Übertragungen komplett verkabeltsein. Zurzeit wird in Hamburg auf 8 Plätzen gespielt, eineErweiterung auf 14 wäre denkbar. Da im Berliner Grunewald, demStandort der German Open der Damen, ein Ausbau unmöglich ist, hatteWaldenfels den Bau einer komplett neuen Anlage ins Gespräch gebracht.

Offenbar ist nun in Hamburg aber doch ein Kompromiss möglich.«Entscheidend ist die Größenordnung der Anlage. Wir brauchen wohlmindestens zwei Center Courts, die eine dauerhafte Vermarktunggewährleisten», sagte Waldenfels am Donnerstag der dpa. Erunterstrich erneut, ein Ausbau sei nur mit Hilfe von Investorenmöglich. Dort gebe es erste Überlegungen. «Wenn wir keinen finden,müssen wir uns möglicherweise vom Standort Deutschlandverabschieden», betonte Waldenfels. Der ehemalige bayerischeFinanzminister hat seinem einstigen Hamburger Amtskollegen, demjetzigen Ersten Bürgermeister Ortwin Runde, sowie Berlins RegierendemBürgermeister Eberhard Diepgen per Brief persönliche Gesprächeangeboten. Mit Runde werde er sich «bald zusammen setzen».

DTB-Vize und Turnierdirektor Knapper hatte sich am Mittwochabendmit Hamburgs Wirtschaftssenator Thomas Mirow (SPD) getroffen. «DasGespräch war sehr gut. Wir werden eine Lösung des Problems finden»,sagte Knapper. Auch von dem für Bebauungspläne zuständigen BezirksamtEimsbüttel hieß es, ein vorsichtiger Ausbau sei möglich. «Wir werdenmit allen Beteiligten die baulichen Fragen und die Fragen derzusätzlichen Nutzung erörtern», sagte Mirow.

Auch ATP-Chef Miles nahm am Rande des Masters-Turniers in MonteCarlo am Dienstag seinen bisherigen Aussagen die Schärfe. «Hamburgwürde uns gut gefallen. Wir verstehen, dass es Probleme mit demGelände gibt, aber dort kann ich nichts tun», erklärte er. Ein neuesTurnier werde es frühestens 2003 geben. Hintergrund der Neuordnungsind die finanziellen Probleme beim Rechte-Vermarkter ISL. Bisherkassiert der DTB aus dem 1999 abgeschlossenen Zehn-Jahres-Vertragüber 1,2 Milliarden Dollar jährlich etwa 14 Millionen - diese Zahlungist nur noch für dieses Jahr gesichert. Die deutschen Chancen für einzukünftiges Großturnier sind trotz der ATP-Forderungen aber auchdeswegen gut, weil andere Standorte für ein Zehn-Tage-Turnier vor denFrench Open kaum in Frage kommen. In Monte Carlo fehlt dieentsprechende Kapazität. Rom sei aus politischen Gründen «viel zukompliziert», räumte Miles ein.