Europameisterschaft Werth scheitert bei Dressur-EM erneut am 10. Einzel-Gold
Letzte Entscheidung bei der Dressur-EM: Zwei Tage nach der Bronzemedaille im Special greift Isabell Werth in der Kür noch einmal an - und gewinnt erneut Bronze.

Crozet - Isabell Werth ballte beide Fäuste und lachte vergnügt, als das Ergebnis ihres Rittes auf der Anzeigetafel erschien. Winkend ritt die Dressurreiterin anschließend aus der Arena im französischen Crozet, in der sie auch am letzten Tag der Europameisterschaft eine Medaille gewann - wenn auch nicht die erhoffte.
Die Rekordreiterin aus Rheinberg kam mit ihrer Stute Wendy in der Kür mit Musik auf Platz drei und verpasste knapp ihr 10. Einzel-Gold bei einer Europameisterschaft. Trotzdem war Werth zufrieden. „Ich habe kein Problem damit, Dritte zu werden“, sagte die erfolgreichste Reiterin der Welt.
„Ich bin super zufrieden“
Werth sammelte bei der EM insgesamt drei Medaillen. Nach Gold mit der deutschen Mannschaft und Einzel-Bronze im Grand Prix Special gab es für die 56-Jährigen auch zum Abschluss erneut Bronze. „Ich bin super zufrieden“, lautete ihr Fazit.
Nur „zwei Kleinigkeiten“ klappten in der Kür nicht ganz so wie geplant und von Werth gewünscht. „Der Rest war echt super“, kommentierte Werth, während sie noch auf ihrer Stute Wendy saß. 88,046 Prozent erhielt sie.
Werth hatte sich vor dem Abschluss der EM angriffslustig gezeigt. „Ich werde versuchen zu gewinnen“, sagte sie unmissverständlich, nachdem sie im Grand Prix Special am Freitag Bronze geholt hatte. Sie ritt tatsächlich auf Angriff - aber die Konkurrenz war besser.
Überraschung durch Reiter aus Belgien
Top-Favorit auf den Sieg war Justin Verboomen, der mit Zonik Plus schon den Special gewonnen und so das erste Dressur-Gold in der belgischen Pferdesport-Geschichte geholt hatte. Und der 38-Jährige behielt die Nerven, zeigte in der Kür erneut eine starke Leistung und gewann mit 89,964 Prozent knapp vor Cathrine Laudrup-Dufour aus Dänemark mit Freestyle (89,821).
Werth nahm den dritten Platz gelassen, denn sie reitet Wendy erst seit anderthalb Jahren und sieht noch Steigerungspotential. „Ich bin mit ihr noch nicht auf dem Level, um ganz sicher zu sein“, erklärte Werth in Crozet. „Sie ist noch nicht immer ganz bei mir. Das ist nichts, worüber ich mir Sorgen mache. Wir sind spät in die Saison gestartet.“ Die Stute „hatte eine kleine Verletzung im Frühjahr, das macht es ein bisschen schwieriger, auf dieses Level zu kommen. Daran müssen wir arbeiten, das ist die Herausforderung.“
„Das war eine gute Kurve“
Für das zweitbeste deutsche Ergebnis sorgte Frederic Wandres mit Bluetooth. Der 38-Jährige wurde Fünfter. „Es wurde von Tag zu Tag besser“, sagte der Reiter aus Hagen bei Osnabrück nach der Kür zu seinen drei EM-Prüfungen: „Das war eine gute Kurve - und das ist besser als andersherum. Heute war es großartig, deshalb bin ich happy.“
EM-Debütantin Katharina Hemmer kam mit Denoix in der Kür auf Rang elf. Die 31-Jährige aus Erwitte sagte über die abschließende Prüfung des EM-Turniers in Frankreich: „Wir haben noch nicht so viel Routine in der Kür.“ Nicht am Start war Ingrid Klimke mit Vayron. Die 57-Jährige aus Münster hatte sich zwar für die Kür qualifiziert, doch es durften nur drei Paare pro Nation starten.