Biathlon-Damen in Formkrise

Franziska Hildebrand beim Weltcup-Comeback mit zu vielen Schießfehlern

Der Heimweltcup in Oberhof endet komplett ohne deutsche Podestplätze. Auch die Köthenerin Franziska Hildebrand leistet sich zu viele Schießfehler.

10.01.2022, 09:19 • Aktualisiert: 10.01.2022, 09:27
In der Mixed-Staffel kam Franziska Hildebrand auf Platz sieben.
In der Mixed-Staffel kam Franziska Hildebrand auf Platz sieben. (Foto: dpa)

Oberhof/dpa/MZ - Sogar der Sieg wäre für Erik Lesser drin gewesen, ein Platz auf dem Podest aber ganz bestimmt. Doch anstatt sich für seine ansteigende Form richtig zu belohnen, reichte es für den Thüringer zum Abschluss des Biathlon-Heimweltcups in Oberhof nicht für ganz vorne.

Zwei Strafrunden warfen den 33-Jährigen am Sonntag in der Verfolgung im letzten Schießen noch auf Rang acht zurück. Zwar war es für den Routinier vier Wochen vor Olympia in Peking sein bestes Resultat des Winters, doch Lessers Vorstellung war symbolisch für die Auftritte der deutschen Skijäger kurz vor dem Höhepunkt.

„Ich wollte mich nicht verstecken, um jeden einzelnen Schuss kämpfen und mir Gedanken machen“, sagte Lesser, der erst am Freitag recht spät die Olympia-Norm erfüllte: „Ich wollte mich hinstellen und frech die Dinger runterzaubern. Ich habe eigentlich gute Schüsse abgegeben, aber sie waren doch knapp daneben.“

Franziska Hildebrand arbeitet sich im Verfolgungsrennen nach vorne

Mit Plätzen in den Top Ten waren Lesser und Co. teilweise nah dran, doch für das Podest reichte es am Rennsteig nicht. Sorgen bereiten allerdings die teils ganz schwachen Auftritte der Frauen, bei denen lediglich Lokalmatadorin Vanessa Voigt mit zwei zwölften Plätzen zufrieden sein konnte.

Die Köthenerin Franziska Hildebrand arbeitete sich mit drei fehlerfreien Schießen zwischenzeitlich vom 41. auf den 15. Rang vor. Zwei Patzer beim letzten Anschlag warfen sie aber auf den 20. Rang zurück. Trotzdem war die 34-Jährige damit zweitbeste Deutsche.

Insgesamt klappte es auch beim ersten Weltcup des Jahres zu selten, eine starke Leistung in der Loipe mit einem fehlerlosen Auftritt am Schießstand zu kombinieren. Sinnbildlich waren die Plätze 26 im Sprint und 41 im Jagdrennen von Ex-Weltmeisterin Denise Herrmann, die völlig von der Rolle ist.

Franziska Hildebrand patzt in der Single-Mixed-Staffel am Schießstand

Einen Doppelsieg feierte die Norwegerin Marte Olsbu Röiseland. „Sie müssen sich trauen, auch mal zu riskieren“, sagte Bundestrainer Mark Kirchner. Kritik an Lesser gab es deswegen nicht. Es sei richtig gewesen, mit einem schnellen Schießen den Druck auf die Konkurrenz hochzuhalten.

Solche Attacken seien bei dem gestiegenen Niveau bei Männern und Frauen mittlerweile alternativlos, betonte Kirchner: „Egal ob es schlechte Bedingungen gibt, es wird nicht mehr lange rumgezaubert. Es fackelt keiner mehr lange, entweder 100 Prozent oder null.“ Und so wurde Roman Rees als Sechster bester in der Verfolgung.

Bereits am Samstag war er bei der Olympia-Generalprobe mit der Mixed-Staffel Sechster geworden. In vier Wochen geht es am 5. Februar mit diesem Wettbewerb in Peking bei Olympia los. In der nicht-olympischen Single-Mixed durfte am Samstag auch Hildebrand ran. Mit Lesser lag sie am Samstag lange vorn, durch zu viele Schießfehler reichte es aber nur zu Platz sieben.