RBL vs. HSV

RB Leipzig vs. HSV: Ralph Hasenhüttl fordert Zivilcourage

Leipzig - Vor dem Spiel gegen den HSV appellierte RB Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl an alle Fans.

Von Ullrich Kroemer 09.02.2017, 15:19
RB-Leipzig-Trainer Hasenhüttl stellt sich den Fragen der Journalisten bei der Pressekonferenz.
RB-Leipzig-Trainer Hasenhüttl stellt sich den Fragen der Journalisten bei der Pressekonferenz. imago sportfotodienst

Die RB-Leipzig-Pressekonferenz vor dem 20. Spieltag drehte sich um Rückkehrer Emil Forsberg, taktische Überlegungen, Gegner HSV und die Reflektion der Randale vom vergangenen Samstag und die Reaktion der RB-Fans.

RB-Trainer Ralph Hasenhüttl über ...

... die Personalsituation: „Die Grippekranken der vergangenen Woche sind alle wieder mit an Bord, konnten die Trainingseinheiten ohne Rückschläge mitmachen. Wir hatten gestern Probleme mit Timo Werner, der das Training abgebrochen hat, weil er Oberschenkelprobleme hatte. Er hat eine Woche lang im Bett gelegen Dann macht sich ein Start von null auf 300 bemerkbar. Aber ich glaube schon, dass es bis Samstag wird. Dann gab es gestern einen Kampf der Giganten zwischen Dayot Upamecano und Oliver Burke. Da hat es schön gescheppert. Upa war der Leidtragende, hat einen Pferdekuss davongetragen. Aber auch das ist wieder am Abklingen. Er wird am Samstag wieder voll einsatzfähig sein. Ansonsten sind alle Mann an Bord.”

... Rückkehrer Emil Forsberg: „Emil hat die wohl längste Vorbereitung seiner Karriere gut absolviert. War sehr professionell, hat Zusatzschichten gemacht, um sich auf den Stand zu bringen, auf dem die anderen nach drei Spielen schon sind. Er hat das wirklich sehr professionell durchgezogen. Er ist aufgrund seiner Qualität sofort eine Option für die Startelf. Wenn er im Training seine Spielfreude zeigt, sieht man schon, wie wichtig er für uns ist. Deswegen sind wir froh, dass wir ihn am Wochenende wieder dabei haben.”

... zu Forsbergs Vertragsverlängerung bis 2022: „Die Spieler fühlen sich hier brutal wohl, es macht richtig Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen. Es ist ein Zeichen dafür, dass die Spieler das wirklich so empfinden und deswegen war es für mich nicht überraschend, dass sich Emil entschließt, es noch länger mit uns zu probieren.”

... eine mögliche Umstellung auf eine Fünferkette: „Wir haben nicht so viele Einheiten dazu gemacht, deswegen war es beeindruckend, wie die Jungs das in Dortmund umgesetzt haben. Wir haben ihnen in der Nachbereitung gezeigt, was manchmal der Vorteil einer Fünferkette ist. Das war genau in einer Phase, in der wir enorm unter Druck waren in Dortmund. Dann hatten wir plötzlich die besten Chancen, selbst noch das Tor zu machen. Das ist schon für die Zukunft im Hinterkopf. Wir müssen variabler werden, wenn wir unser Spiel mal nicht durchdrücken können. Es kann durchaus sein, dass das noch einmal zu sehen sein wird.”

... das Hinspiel (4:0-Auswärtssieg): „Das Ergebnis war deutlicher, als es das Spiel tatsächlich war. Erst als wir 1:0 in Führung gegangen sind und der HSV aufmachen musste, haben wir uns aufgrund unserer Schnelligkeit durchsetzen können. Das war ein enges Spiel. Es wird also am Samstag von uns abhängen, wie wir in der Lage sind, den Gegner in Stress zu versetzen. Es kann auch sein, dass es ein Geduldsspiel wird, in dem wir erst in der letzten halben Stunde unsere Möglichkeiten bekommen.”

... die Rückkehr von Kyriakos Papadopoulos: „Er durfte beim HSV sofort spielen, weil es dort die Notwendigkeit gab, etwas zu ändern, da defensive Stabilität im Gegensatz zur Situation bei uns nicht vorhanden war. Er hat gegen Leverkusen ein sehr gutes Spiel gemacht hat. Er hat jeden Kopfball und jeden Zweikampf gewonnen, dann macht er sogar vorn noch das Tor. Dass Papa mit der Nuss richtig stark ist, haben wir auch erfahren dürfen, als er hier war. Klar: Er wird brennen. Das ist ein Spiel, in dem er zeigen möchte, dass er in Hamburg zu Recht mehr spielt als bei uns.”

... zur Reflektion der Randale: „Es wurde in der Öffentlichkeit soviel dazu gesagt. Deswegen haben wir mit der Mannschaft darüber nicht mehr gesprochen. Ich will nach vorne schauen. Ich will, dass so etwas nie wieder passiert. Dazu werden sich viele Menschen viele Gedanken darüber machen. In Wahrheit müssen wir uns alle darüber Gedanken machen. Die Fans, die sich davon distanzierten, sind angehalten, nicht wegzuschauen, sondern Zivilcourage zu beweisen. Dieses hohe Gut, das wir mit dem Fußball in Deutschland haben, sollten wir auch als das schätzen, was es ist: verbindender Sport. Jeder wollte am Samstag im Stadion Keita gegen Dembélé sehen. Da wollen wir wieder hin, alle sind angehalten, die nötigen Konsequenzen zu ziehen.”

... die geplanten, friedlichen Gegenprotest-Aktionen der RB-Fans: „Unsere Fans machen mich immer wieder stolz. Deswegen macht es so viel Spaß, sich für diese Menschen den Arsch aufzureißen und ihnen schöne Wochenenden zu bereiten. Nichts anderes habe ich erwartet.” (mz)