Personalnot bei RBL

RB Leipzig hat vier Angeschlagene: Trainer Ralph Hasenhüttl sucht Lösungen für den Ausfall von Naby Keita

Leipzig -  Willig waren sie, wuchtig in den Zweikämpfen, aggressiv in der Balleroberung und zielstrebig in den Torabschlüssen. RB Leipzigs Spieler präsentierten sich bei der Vormittagseinheit am Mittwoch sichtbar ...

Von Ullrich Kroemer 24.08.2016, 13:35
Naby Keita wird von RB-Mannschaftsarzt Frank Striegler behandelt.
Naby Keita wird von RB-Mannschaftsarzt Frank Striegler behandelt. imago sportfotodienst

 Willig waren sie, wuchtig in den Zweikämpfen, aggressiv in der Balleroberung und zielstrebig in den Torabschlüssen. RB Leipzigs Spieler präsentierten sich bei der Vormittagseinheit am Mittwoch sichtbar motiviert.

Linksverteidiger Marcel Halstenberg bestätigte den Eindruck: „Der Trainer hat uns nach dem Spiel in Dresden gesagt, dass es uns ein wenig an Feuer und Temperament gefehlt hat und wir uns selbst gut auf die Saison einstimmen sollen.” Also pressten, grätschten, tackelten und kämpften die RBL-Kicker beinahe wie im Punktspiel.

Chefcoach Ralph Hasenhüttl war zwar angetan vom Einsatz seiner Akteure, warnte sie aber auch, nicht zu ungestüm in die Zweikämpfe zu gehen. Nach zwei unnötigen Elfmetern in den vergangenen beiden Partien soll ein weiteres leichtes Gegentor künftig tunlichst vermieden werden.

Klostermann muss Training abbrechen

Doch dem Trainer war auch anzumerken, dass die Euphorie vor dem Ligastart derzeit gedämpft ist. Gleich vier Spieler konnten am Mittwoch nicht mit der Mannschaft trainieren. Nach der weitgehend verletzungsfreien Vorbereitung fehlen in der Woche vor dem Bundesliga-Start wichtige Akteure zur Unzeit. Am Mittwoch musste der erst am Dienstag ins Training zurückgekehrte Olympia-Silbermedaillen-Gewinner Lukas Klostermann das Training wegen muskulärer Probleme abbrechen.

 #alleartikel

„Es war eine Vorsichtsmaßnahme, dass wir ihn aus dem Training genommen haben”, sagte Hasenhüttl. „Ich hoffe, dass er nichts Ernstes hat.” Generell seien die Olympiastarter auch schon für das Erstligadebüt am Sonntag in Hoffenheim (17.30 Uhr) Alternativen: „Sie sind eine Option und erhöhen den Konkurrenzdruck”, erklärte der Österreicher. „Das ist nach dem Spiel in Dresden wichtig für uns.”

Keita-Ausfall bereitet Sorgen

Und auch Diego Demme und Kapitän Dominik Kaiser konnten das Training mit dem Team nicht absolvieren, sondern wurden physiotherapeutisch behandelt und drehten einzeln ihre Runden auf dem Platz. Demme plagen muskuläre Probleme im Rücken; Kaiser hat als Pokal-Andenken eine Sehnenreizung im Fuß.

Deutlich schwerer wiegt der drohende Ausfall von Neuzugang Naby Keita. Der 15 Millionen Euro teure Neuzugang hatte in der Vorbereitung und insbesondere der ersten Hälfte in Dresden einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Doch der Mann aus Guinea laboriert nach dem Pokal-Aus an einer schweren Mittelfußprellung. „Das ist nicht schön”, sagte Hasenhüttl. „Gerade auf seiner Position sind wir nicht gerade gespickt mit Alternativen.”

Der Fußballlehrer kündigte an, „Lösungen finden” zu müssen, um den möglichen Verlust zu kompensieren. „Die Woche dient jetzt dazu, um gewisse Optionen aufzuzeigen. Aber wir haben unsere Möglichkeiten: Wenn wir durch zwei Ausfälle generelle Probleme bekommen würden, dann hätten wir wirklich ein Problem”, sagte er. Doch zweifelsfrei wäre der Ausfall des Mittelfeldstrategen im nicht eben breit besetzten RB-Kader eine Schwächung für die Auftaktpartie in Hoffenheim.

Marvin Compper ist Alternative für die Startelf

Eine Möglichkeit ist, dass Stefan Ilsanker zurück auf seine angestammte Position im defensiven Mittelfeld rückt und Innenverteidiger Marvin Compper sein Comeback in der Startelf gibt. „Marvin ist gut in Schuss, hat gezeigt, dass er wieder voll fit ist”, lobte Hasenhüttl. „Wenn er alle Einheiten in einer Woche mitmachen kann, ist das für ihn sehr gut. Dann merkt man auch, dass er an Aggressivität gewinnt.” Dass der langjährige Hoffenheimer Compper gegen seinen Ex-Klub unbedingt auflaufen wolle, „sei eh klar”.

Für das verbleibende, halbe Dutzend Trainingseinheiten bis zur Premiere in Hoffenheim kündigte der neue Fußballlehrer von Rasenballsport „viel Taktik, viel Intensität am Anfang” an. „Danach nehmen wir Tempo zum Ende der Woche heraus, um die Jungs frisch zu machen.” Und auch Standards stünden auf dem Programm. „Dann hoffen wir”, sagte Hasenhüttl, „dass wir in Hoffenheim gut vorbereitet sind.” (mz)