Hasenhüttl oder doch Favre?

RB Leipzig: Die Roten Bullen suchen einen neuen Trainer für die 1. und 2. Liga

Leipzig - Ralf Rangnick sucht seinen eigenen Nachfolger und plant dabei sowohl für die erste- als auch für die zweite Liga.

Von Ullrich Kroemer 12.04.2016, 12:39
Planen gemeinsam für die neue Saison: Oliver Mintzlaff und Ralf Rangnick.
Planen gemeinsam für die neue Saison: Oliver Mintzlaff und Ralf Rangnick. imago sportfotodienst

Die RB-Entscheider Ralf Rangnick und Oliver Mintzlaff haben sich am Montagabend bei Pay-TV-Kanal Sky gemeinsam und vergleichsweise ausführlich zur Trainersuche bei RB Leipzig geäußert.

Vor dem Auftritt von Rasenballsport bei Fortuna Düsseldorf sagte Interimsgeschäftsführer und Vereinsvorstand Mintzlaff, dass die Entscheidung „so nah ist, dass ich glaube, dass wir den Zeitrahmen einhalten können. Wenn wir wissen, wo wir spielen, werden wir auch den Trainer nennen können. Das Gefühl haben wir, und ich glaube, dass das dann auch umsetzbar ist.” Demnach wäre die Besetzung des Postens voraussichtlich erst Anfang Mai klar.

Mintzlaff hatte laut MZ-Informationen bereits bei der Mitgliederversammlung Anfang März gesagt, den Trainer in „vier bis sechs Wochen” präsentieren zu können. Dieser Termin ist nun nicht mehr zu halten. Öffentlich gilt die Sprachregelung, dass die Trainerentscheidung fällt, nachdem RBL die Aufstiegsentscheidung klargemacht hat.

RB sucht Trainer für 1. und 2. Liga

Dennoch hob Mintzlaff hervor – und das ist neu – werde RB keinen Trainer verpflichten, der nur im Falle des Aufstiegs in die 1. Liga zusagen würde. „Die Trainer, mit denen wir sprechen, das ist ligenunabhängig”, sagte der 40-Jährige.

„Wir suchen einen Trainer, der sowohl in der 2. Liga unser Trainer ist, wenn wir nicht aufsteigen sollten, als auch in der 1. Liga das Traineramt übernimmt.” Sprich: RBL will volle Identifikation mit dem Projekt RBL – egal, in welcher Liga. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung im Aufstiegsfall habe nichts damit zu tun, dass der künftige RB-Fußballlehrer nur für die 1. Liga zusagen würde, heißt es.

Bereits im Januar hatten sich Mintzlaff und Rangnick auf drei, vier Kandidaten festgelegt, von denen Markus Weinzierl geräuschvoll von der sogenannten Shortlist gestrichen wurde. „Es ist vollkommen klar, dass der Trainer in allen Bereichen, was Aufstellung, Trainingsinhalte angeht, freie Hand hat”, sagte Rangnick.

„Aber natürlich haben wir eine bestimmte Idee von Fußball. Deswegen kommt für uns nur eine überschaubare Anzahl an Trainern infrage. Nämlich die, die in ihren Vereinen schon nachgewiesen haben, dass ihre Art, Fußball spielen zu lassen mit unserer ein bisschen was zu tun hat.”

Rangnick: „Jemanden finden, der zu 100 Prozent zu uns möchte”

Die Herausforderung bei der Trainerfindung sei laut Rangick nun, „aus diesem Kreis jemanden zu finden, der a) zu uns passt und b) auch zu 100 Prozent zu uns möchte.” Als aktuelle Kandidaten werden unter anderem der Franzose Jocelyn Gourvennec (EA Guingamp), Bundesligacoach Ralph Hasenhüttel (FC Ingolstadt) sowie René Weiler (1. FC Nürnberg) gehandelt. Anders als gerade wieder überregional vermeldet, war der Ex-Hoffenheimer Markus Gisdol in dieser Saison nie Thema bei RBL.

Laut Informationen von Sport1.de soll auch Lucien Favre auf der Kandidatenliste stehen. Gespräche mit dem Schweizer seien jedoch noch nicht geführt worden, schreibt das Portal. Mit Hasenhüttl dagegen soll es laut Sport-Bild bereits ein Treffen in Österreich gegeben haben.

Dass Rangnick selbst den Trainerjob erneut übernehme könnte, sei nach wie vor kein Thema. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist es zu nullkommanull Prozent vorgesehen, dass ich im nächsten Jahr Trainer bin”, sagte Rangnick, relativierte aber: „Aber wenn völlig unerwartete, außergewöhnliche Dinge passieren, dass jemand krank wird oder sonst irgendetwas – was kann man im Fußball schon völlig ausschließen. Aber es ist zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht vorgesehen.” (mz)