3:1 in Düsseldorf

RB Leipzig: Poulsen und Selke schießen Rangnick-Elf zum Sieg in Düsseldorf

Leipzig/Düsseldorf - Nach den verlorenen Partien in Freiburg und Nürnberg hat RB Leipzig wieder auswärts gewonnen.

Von Ullrich Kroemer

RB Leipzig kann auch auswärts wieder gewinnen. Nach den verlorenen Partien in Freiburg und Nürnberg hat der Aufstiegsaspirant pünktlich zum Endspurt in der 2. Liga auch in der Fremde wieder seinen Rhythmus gefunden. Bei Fortuna Düsseldorf setzte sich der Red-Bull-Klub vor 25.474 Zuschauern mit 3:1 (1:1) durch.

Das Team von Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick hat nun fünf Spieltage vor Schluss punktgleich mit Tabellenführer Freiburg wieder komfortable sechs Punkte Vorsprung auf Verfolger 1. FC Nürnberg.

Bester Mann auf dem Platz war mit seinem Ausgleichstreffer (45.+1), dem 3:1 (73.) sowie der Vorlage zum 2:1 durch Davie Selke (48.) RB-Stürmer Yussuf Poulsen. Oliver Fink hatte die nur zu Beginn des Spiels starken Fortunen mit 1:0 in Führung gebracht (15.). 

Ausgangslage

Nachdem Tabellenschlusslicht MSV Duisburg am Sonntag mit einem 2:1-Auswärtssieg bei RB-Verfolger 1. FC Nürnberg vorgelegt hatte, wollte RB Leipzig die Steilvorlage mit einem Dreier bei Fortuna Düsseldorf auch nutzen. RB-Trainer und Sportdirektor hatte von seinem Team gefordert, 90 Prozent der spielerischen Vorgaben zu erfüllen.

„Dann müsste Düsseldorf schon so gut spielen wie noch nie in dieser Saison, wenn sie etwas holen wollen”, hatte der 57-Jährige gesagt. Fortuna Düsseldorf steht in der Saisonschlussphase unverhofft im Abstiegskampf unter Druck, brauchte dringend Punkte, um den Abstand auf die Abstiegsränge zu vergrößern. In den bisherigen drei Vergleichen gegen die Fortunen ging RB zweimal als Sieger hervor; die Auswärtspartie in der vergangenen Saison endete remis.

Personalien

Ralf Rangnick setzt wie erwartet auf die zuletzt siegreiche Elf mit Massimo Bruno neben Emil Forsberg und Marcel Sabitzer im kreativen und Dominik Kaiser neben Diego Demme im defensiven Mittelfeld. Fortunen-Coach Friedhelm Funkel wechselte die Startelf notgedrungen wegen einer Verletzung und Gelb-Sperren auf drei Positionen.

Fans

RB Leipzig wurde wie bereits in der vergangenen Saison mit musikalisch eindeutigen Botschaften empfangen. Beim Warmmachen spielte der Stadion-DJ „Ich find dich scheiße” von Tic Tac Toe und Abbas Klassiker „Money, Money, Money”. Dazu schrillten die Trillerpfeifen gellend durch das Stadion, immer wenn ein RB-Kicker am Ball war. Die RB-Fans hatten sich vor dem Spiel aus Protest gegen die Montagsspiele vorgenommen, die ersten zehn Minuten zu schweigen. Doch der Stimmungsboykott wurde nicht umgesetzt und boykottiert. Stattdessen plakatierten die etwa 300 mitgereisten RB-Anhänger „für fangerechte Anstoßzeiten” und „Montags quer durchs ganze Land, wo ist der Sinn, wo der Verstand?”.

Spielverlauf und Analyse

Nicht nur auf den Rängen, auch auf dem Feld präsentierten sich die Fortunen zu Beginn giftig. Engagiert, mit großem läuferischen und kämpferischen Einsatz erspielte sich die Elf von Trainer-Urgestein Friedhelm Funkel in den ersten Minuten Vorteile. So scheiterte Fortunen-Stürmer Sercan Sararer kurz nach Anpfiff an RB-Keeper Peter Gulacsi und der Latte, als er steil geschickt wurde und sich gegen Lukas Klostermann durchgesetzt hatte (2.).

RB schien in der ersten Viertelstunde beeindruckt, hatte den Hausherren zu wenig entgegenzusetzen. Dazu passt, dass der Führungstreffer aus einem Einwurf entstand. Die darauffolgende Flanke konnte Rasenballsport ebensowenig verhindern, wie die traumhafte Hereingabe kurz vor das Tor von Sararer, sodass Oliver Fink wenige Meter vor dem Tor nur noch zur Führung vollenden musste (15.). Weder Massimo Bruno noch Lukas Klostermann hatten ihre Gegenspieler in dieser Szene stoppen können.

Die erste gute Chance für RB Leipzig hatte Emil Forsberg, der nach feinem Pass von Yussuf Poulsen auf der linken Seite erst seinen Gegenspieler aussteigen ließ, dann aber aus guter Position Fortunas Torhüter Michael Rensing anschoss. Die Fortuna stand weiter kompakt, muss sich wohl lediglich vorwerfen, in dieser Phase zwei, drei gute Kontergelegenheiten nicht sauber ausgespielt zu haben.

So gewann RB mehr Spielanteile und erhöhte in der letzten Viertelstunde der ersten Hälfte den Druck spürbar. Zunächst war Poulsen aus halbrechter Position noch mit einem Schuss über das Tor gescheitert (36.). Wenig später machte es das dänische Sturmtalent besser. Als Düsseldorf in der Nachspielzeit der ersten 45 Minuten fahrlässigerweise zu weit aufgerückt war, konterte Sabitzer über Rechts und bediente Poulsen, der den Ball über Rensing zum 1:1 im Kasten versenkte (45.+1).

In der zweiten Hälfte setzte Rasenballsport weiter auf Offensive; Rangnick brachte Davie Selke als zweiten Stürmer für den wirkungslosen Massimo Bruno. Und es dauerte keine drei Minuten, bis der U21-Nationalspieler seinen zehnten Saisontreffer erzielte. Wieder war es Matchwinner Poulsen, der sich über Rechts behauptete und den Ball perfekt vor das Tor flankte, wo Selke vollstreckte (48.).

Und auch das 3:1 war eine Co-Produktion der beiden Stürmer. Nach einer Ecke von Halstenberg verlängerte Selke auf Poulsen, der am zweiten Pfosten zum 3:1 einköpfte (73.). Die abstiegsbedrohten Düsseldorfer hatten ihr Pulver wohl zu Spielbeginn verschossen und konnten in der zweiten Hälfte keine gefährlichen Akzente mehr setzen.

Ausblick

RB Leipzig muss am 30. Spieltag bereits am Freitag wieder ran, beim Heimspiel gegen den SV Sandhausen (18.30 Uhr). Düsseldorf hat mehr Zeit, sich zu regenerieren, läuft erst am Sonntag bei der SpVgg Greuther Fürth (13.30 Uhr) wieder auf. (mz)

Fortuna Düsseldorf – RB Leipzig 1:3 (1:1)

Fortuna Düsseldorf: Rensing – Schauerte (62. Koch), Akpoguma, Haggui (C), Bellinghausen – Bodzek, Sobottka – Marvrias (66. Bolly), Fink, Sararer – Djurdjic (80. Pohjanpalo)
RB Leipzig: Gulásci – Klostermann, Orban, Compper, Halstenberg – Kaiser (C), Demme (40. Ilsanker) – Bruno (45. Selke), Forsberg – Sabitzer (82. Teigl) – Poulsen
Tore: 1:0 Fink (15.), 1:1 Poulsen (45. + 1, Sabitzer), 1:2 Selke (48., Poulsen), 1:3 Poulsen (73., Selke)
Ecken: 5:6, Torchancen: 3:5
Schiedsrichter: Christian Dingert (Thallichtenberg), Gelbe Karten: 44. Fink (4.), 46. Sobottka (4.) / 21. Demme (6.), 28. Halstenberg (5.), Poulsen (6.)
Zuschauer: 25.474 in der Esprit-Arena Düsseldorf