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Motorsport  Motorsport : Tim Apolle ist Europameister

Von Torsten Kühl 04.04.2018, 14:07
Tim Apolle kann es kaum glauben. Während sich andere in solchen Glücksmomenten kneifen lassen, macht er den Bisstest: Gold!
Tim Apolle kann es kaum glauben. Während sich andere in solchen Glücksmomenten kneifen lassen, macht er den Bisstest: Gold! Denis Günther

Lidköping/Billroda - Im Finale hat er dann nichts mehr anbrennen lassen: Mit zwei souveränen Siegen in den abschließenden Läufen im schwedischen Lidköping hat sich Tim Apolle den Europameistertitel der Super-Enduro-Piloten unterm Hallendach gesichert. Mit fünf ersten Plätzen und einem zweiten Rang setzte sich der Billrodaer nach den Rennen in Polen, Spanien sowie nun der Kleinstadt in der Provinz Västergötland mit insgesamt 117 Zählern vor Andris Grinfelds aus Lettland (96) und dem Franzosen Adrien Jacon (61) durch, der in Schweden wegen einer Schulterverletzung fehlte.

„Ich freue mich natürlich riesig und stelle diesen Erfolg auf eine Stufe mit der WM-Bronzemedaille, die ich vor zwei Jahren bei den Junioren gewonnen habe“, sagte der 21-Jährige, der nun auch bei den Erwachsenen sein Können zeigen konnte. Die Vorbereitung auf das Finale in Lidköping sei optimal verlaufen, berichtet Tim Apolle. „Weil ich gerade eine studienfreie Zeit hatte, konnte ich eine Woche vorher dank der Unterstützung meines neuen Sponsors, der Baur-Gruppe, rund um Potsdam trainieren.“ Und als er dann in der Wettkampf-Arena das Streckenprofil sah, sei die Vorfreude noch größer geworden. „Der Parcours dort hatte große Ähnlichkeit mit der Strecke, die ich mir zu Hause selbst gestaltet habe. Da konnte eigentlich nichts mehr schief gehen“, blickt das Motorsport-Talent aus Billroda zurück.

Und so war es dann auch. Bereits in der Qualifikation fuhr Apolle die schnellste Zeit, war fast vier Sekunden schneller als sein ärgster Verfolger aus Lettland. Deshalb durfte er sich für den ersten Lauf den besten Startplatz in der ersten Reihe aussuchen. Von der Spitze fuhr Tim Apolle einen klaren Sieg ein, so dass ihm im zweiten Durchgang ein sechster Rang zum Titel gereicht hätte, selbst wenn Grinfelds gewonnen hätte. Aber der Führende der Gesamtwertung demonstrierte - nach umgekehrter Startaufstellung auf seiner 300-Kubikzentimeter-Zweitakt-Maschine von KTM seine Stärke und zeigte der gesamten Konkurrenz erneut das Hinterrad.

Nun hat für Tim Apolle wieder die Freiluft-Saison Vorrang. In der Deutschen Enduro-Meisterschaft geht es erst im August weiter, aber dafür beginnt am Wochenende 14./15. April im thüringischen Triptis der neue German-Cross-Country-Wettbewerb. In dieser Rennserie hat der Billrodaer bereits mehrere Titel bei den Junioren gewonnen. „Jetzt wurde das Höchstalter aber von 23 auf 20 gesenkt, so dass ich nun in der Pro-Klasse der Erwachsenen starten werde“, berichtet der 21-Jährige. Die Umstellung zu den Freiluft-Rennen ist groß, stehen nun doch zweistündige Härtetests auf dem Programm. Bei der Hallen-EM hatten die Läufe nur jeweils sieben Minuten plus eine Runde gedauert. Da heißt es Kondition bolzen und zahlreiche Testfahrten absolvieren. „Wir wollen sehen, wie viel Benzin die neue Maschine im Laufe eines Wettkampfes verbraucht, damit wir einschätzen können, wie lange in etwa die Tankstopps dauern werden“, erklärt Apolle.

Im Rahmen seines Lehramts-Studiums in Jena steckt der Billrodaer inzwischen im sechsten Semester. „Zurzeit absolviere ich bis Juli einen praktischen Teil an der staatlichen Regelschule in Roßleben. Zunächst habe ich dort hospitiert und Aufgaben für die Uni erfüllt. Nun aber bereite ich den Unterricht für insgesamt vier Klassen in den Fächern Geografie und Sport vor.“ Die Zeit in Roßleben wird dem erfolgreichen Enduro-Piloten dann auf die noch bevorstehende Zeit als Referendar angerechnet.

Die beiden letzten EM-Läufe im schwedischen Lidköping entschied der Billrodaer Tim Apolle (Mitte) für sich. Zweiter wurde der Lette Andris Grinfelds (links daneben).
Die beiden letzten EM-Läufe im schwedischen Lidköping entschied der Billrodaer Tim Apolle (Mitte) für sich. Zweiter wurde der Lette Andris Grinfelds (links daneben).
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