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Keine Zukunft beim MBC Mitteldeutscher BC: Wie Jordan Sibert mit seiner Situation umgeht

Von Daniel George 31.01.2018, 09:43
Der Blick schweift sehnsüchtig auf das Parkett: Jordan Sibert bleibt momentan nur die Zuschauerrolle.
Der Blick schweift sehnsüchtig auf das Parkett: Jordan Sibert bleibt momentan nur die Zuschauerrolle. Hartmut Bösener

Weißenfels - Es war vor zwei Wochen, als alles noch in bester Ordnung schien. Jordan Sibert hatte gerade das Parkett der Stadthalle Weißenfels betreten. Hinter dem Profi des Mitteldeutschen Basketball Clubs (MBC) lag eine kräftezehrende Fitnesseinheit. Die Arme waren schwer. Cheftrainer Igor Jovovic schlenderte aus der Tür und frotzelte in Richtung seines Flügelspielers: „Ich wette, den nächsten Wurf triffst du nicht.“ Und Sibert verfehlte tatsächlich. Im Nachhinein eine Szene mit Symbolcharakter.

Denn mittlerweile steht der 25 Jahre alte US-Amerikaner beim Bundesligisten mit dem Rücken zur Wand. Die Rückkehr von Aufstiegsheld Andrew Warren sorgte für Begeisterung bei den Anhängern – doch sie forderte ihr Opfer. Und das heißt: Jordan Sibert.

MBC: Ausländer-Regelung wird Jordan Sibert zum Verhängnis

Jeder Bundesligist muss bei einem Zwölf-Mann-Kader mindestens sechs Deutsche im Aufgebot haben. Bleiben sechs Plätze für ausländische Profis. Der MBC hat nach dem Warren-Comeback allerdings sieben davon. Bereits beim 71:91 gegen Alba Berlin musste Sibert aussetzen. Und das wird auch in Zukunft so sein, denn: „Sie sind sich als Spielertypen am ähnlichsten“, sagt Martin Geissler, der Manager des MBC.

„Jordan ist weiterhin fester Bestandteil der Mannschaft. Aber wenn er ein Team findet, wo ihm mehr Spielzeit garantiert wäre, würde wir ihm keine Steine in dem Weg legen. Es ist ja sicherlich auch nicht in seinem Interesse, für den Rest der Saison nur zuzuschauen.“ Nichts anderes als eine nette Umschreibung dafür, dass der MBC ohne Sibert plant.

Jordan Sibert will zurück in die NBA

Es ist eine schwere Zeit für den so sympathischen, weil stets lächelnden US-Amerikaner. Sein Agent sucht derzeit nach Alternativen für den 1,93 Meter großen Flügelspieler. Sibert will spielen. Er muss spielen. Sein großer Traum heißt: NBA, die nordamerikanische Profiliga. „Ich glaube an mich selbst, unabhängig davon, was irgendjemand anderes denkt“, sagt Sibert. „Ich habe es schon einmal dorthin geschafft, ich kann es wieder schaffen.“

Im September 2015 unterschrieb der 25-Jährige einen Vertrag beim NBA-Team Orlando Magic und stand in fünf Vorbereitungspartien auf dem Parkett. Nach einem Monat wurde er jedoch wieder entlassen. Sein Weg führte ihn zum griechischen Erstligisten PAOK Thessaloniki. Er überzeugte. Doch dann setzte ihn eine Schulterverletzung mehrere Monate außer Gefecht. Ende August vergangenen Jahres schloss er sich dem MBC an.

Jodan Sibert: „Jeder Mensch hat eine Mission“

Im Schnitt gelangen ihm seitdem 12,2 Punkte pro Partie. „Er arbeitet sehr professionell und ist ein toller Mensch“, sagt Coach Jovovic, „aber er muss konstanter werden, er steckt im Lernprozess.“ Und für den sieht der MBC im Abstiegskampf keine Zeit.

Sein Glaube gibt Jordan Sibert viel Kraft in dieser für ihn so unbefriedigenden Situation. Es gibt einen Bibelvers, der eine besondere Bedeutung für ihn hat. Bereits als Kind las ihn Sibert immer wieder, Philipper 4:12 aus dem Neuen Testament: „Ob ich nun wenig oder viel habe, beides ist mir durchaus vertraut, und ich kann mit beidem zufrieden sein: Ich kann satt sein und hungern; ich kann Mangel leiden und Überfluss haben.“ Sibert sagt: „Das verdeutlicht mir, dass es immer darum geht, deine Mitte zu finden. Wenn du ein Hoch hast, solltest du nicht zu hoch fliegen. Wenn du unten bist, solltest du dich nicht hängenlassen. Ich kann jede Krise überstehen, sie macht mich nur stärker.“

Denn Jordan Sibert ist auf einer Mission. Er will es zurück in die NBA schaffen. Bereits zu Uni-Zeiten begann er das Hashtag „TheMission“ in sozialen Netzwerken zu benutzen. Weil er großer Fan des Spielfilmes „Mission Impossible“ ist. „Dort bekommt der Agent auch nicht einfach seine Aufgabe und erfüllt sie ohne Probleme“, sagt Sibert. „Jeder Mensch hat eine Mission. Du versucht, sie zu erfüllen, scheiterst dabei und nimmst einen neuen Anlauf – egal wie lange es dauert.“ Das gelte auch für ihn. „Natürlich ist es gerade schwer“, sagt Jordan Sibert, „aber ich werde meine Mission beenden.“

(mz)