Kaderplanung kann beginnen Mitteldeutscher BC: Wie der MBC nun seine Kaderplanung angeht

Weißenfels - Den Klassenerhalt hat sich der Mitteldeutsche Basketball Club (MBC) mit dem überraschenden 80:69-Erfolg gegen den Play-off-Aspiranten Ulm am vergangenen Sonntag so gut wie gesichert. Der Verbleib in Deutschlands höchster Spielklasse ist dem Klub aus Weißenfels in den verbleibenden sechs Saisonpartien nur noch rein rechnerisch zu nehmen.
Also können die Spielergespräche zwecks Kaderplanungen jetzt so richtig beginnen, oder? „In den nächsten Wochen wird es keine intensiven Gespräche geben“, sagt Martin Geissler, der Manager des Klubs. „Wir wollen in dieser Saison noch schönen Basketball spielen und werden die Gespräche danach vorantreiben.“
Neun Verträge laufen beim MBC aus
Die Kaderplanung läuft beim MBC auch in diesem Jahr wieder etwas anders ab. Anders als bei den Top-Basketballbundesligisten und anders als beispielsweise bei Fußballvereinen, deren Profis frühzeitig Planungssicherheit haben wollen. Der MBC verfügt über den kleinsten Kader der Bundesliga, die Spieler gehören zu den Geringverdienern der deutschen Beletage. „Finanziell sind wir nicht der Wunschverein von den meisten Spielern“, weiß Geissler. „Alle wollen ihren Marktwert zumindest einmal testen. Das macht es für uns schwierig, frühzeitig zu planen.“
Die Talente Benedikt Turudic, Eimantas Stankevicius, Jonas Niedermanner und Ferenc Gille besitzen einen Vertrag für die kommende Saison. Die Verträge der restlichen neun Profis laufen am Saisonende aus. Und viele von ihnen haben ob der starken Saison des Aufsteigers das Interesse von anderen Klubs geweckt.
Kann der MBC Lamont Jones halten?
Lamont Jones zum Beispiel: Der Topscorer, dem pro Partie im Schnitt 16,5 Punkte gelingen, überzeugte offensiv durchgehend. Er kam aus Montenegro zum MBC und wird nun Angebote aus besseren europäischen Ligen erhalten. „Dieser Job hier in Weißenfels führt hoffentlich zu einem besseren Job und der dann wieder zu einem besseren Job“, hatte der 27 Jahre alte US-Amerikaner vor einigen Wochen zu seinem Karriereplan gesagt.
Auch die anderen Akteure werden ihren Marktwert im Sommer zunächst einmal austesten wollen. Leistungsträger zu halten, wird für den MBC wie schon nach dem letztjährigen Aufstieg erneut zur Mammutaufgabe.
Die Zeit spielt für den MBC
Damals aber konnten mit Sergio Kerusch, Djordje Pantelic und Marcus Hatten drei entscheidenden Akteure gehalten werden. Andrew Warren entschied sich nach der ersten Saisonhälfte und einem unglücklichen Abstecher in Japans zweite Liga für die Rückkehr nach Weißenfels. Möglich wurden diese Rückholaktionen durch zusätzliche Engagements von Sponsoren.
Die Zeit jedenfalls spielt für den MBC, denn: Im Hintergrund suchen die Macher selbstverständlich bereits nach möglichen Zugängen. Auch mit den Agenten der aktuellen Profis stehen sie in Kontakt. „Wir testen Optionen“, sagt Geissler. Und im Sommer werden sich die Träume mancher Spieler vom großen Geld oder von großen Klubs zerschlagen – und dann schlägt die Stunde des MBC.
Hängt Marcus Hatten noch eine Saison dran?
Eine der Kernfragen könnte jedoch früher beantwortet werden: Hängt der 37 Jahre alte Routinier Marcus Hatten noch ein Jahr dran oder ist dies wirklich seine letzte Saison? So hatte er es im Sommer 2017 angekündigt.
„Zwischendurch ist er mal ein bisschen zurückgerudert, aber wir müssen davon ausgehen, dass das seine letzte sechs Partien als Profi sein werden“, sagt Martin Geissler. In den kommenden Wochen soll es Gespräche geben.
(mz)