Kurz vor Saisonstart

Kurz vor Saisonstart: Warum Inken Henningsen bei den Lions kündigt

Halle (Saale) - Paukenschlag bei den Gisa Lions: Gut zwei Wochen vor dem Saisonstart hat Inken Henningsen ihren Vertrag beim Basketball-Erstligisten gekündigt. Hintergrund: Die 27-Jährige ist unzufrieden mit ihrer Rolle als Ersatzfrau im Team von Trainer Peter Kortmann. Der hatte sie im letzten Testspiel am Sonnabend gegen Hannover (56:69) nur 1:47 Minuten eingesetzt und das danach sinngemäß begründet, dass Henningsen nicht intensiv genug trainiert habe, um sich wirklich ins Team zu ...

Von Christoph Karpe

Paukenschlag bei den Gisa Lions: Gut zwei Wochen vor dem Saisonstart hat Inken Henningsen ihren Vertrag beim Basketball-Erstligisten gekündigt. Hintergrund: Die 27-Jährige ist unzufrieden mit ihrer Rolle als Ersatzfrau im Team von Trainer Peter Kortmann. Der hatte sie im letzten Testspiel am Sonnabend gegen Hannover (56:69) nur 1:47 Minuten eingesetzt und das danach sinngemäß begründet, dass Henningsen nicht intensiv genug trainiert habe, um sich wirklich ins Team zu drängen.

„Genau diese Aussage hat mich getroffen. So ist es nämlich ganz und gar nicht“, betont Inken Henningsen. Verärgert warf die langjährige Lions-Spielerin, die in den gemeinsamen Trainingswochen mit Kortmann eh schon unzufrieden wirkte, daraufhin verärgert die Brocken hin. „Zwischen Peter und mir hat es nicht gepasst. Es war absehbar, dass ich in der Saison fast nur auf der Bank sitzen werde. Das muss ich mir nicht antun“, sagt Inken Henningsen.

„Ich finde es schade, dass sie nach drei Wochen Training und zwei Testspielen das Handtuch wirft“, meint Lions-Geschäftsführerin Lysann Kairies. Sie hätte sich gewünscht, dass Inken Henningsen zusätzliche Motivation aus ihrer Ersatzfrau-Rolle gezogen hätte. Nach dem Motto: Jetzt erst recht, ich werde dem Trainer beweisen, dass er mich braucht. Dem war nicht so. „Wir müssen ihren Entschluss respektieren. Und Inken ist bei uns in der Halle immer willkommen“, so Kairies noch.

Henningsen hört mit dem Leistungssport auf

Mit Henningsen verlieren die Lions ihr aktuell bekanntestes Gesicht. Vor elf Jahren war die Spielerin nach Halle gekommen. Kortmann hatte ihr in seiner ersten Amtszeit zum Bundesliga-Debüt verholfen. Und bis auf das Zweitligajahr - sie war nach dem Abstieg 2018 zum Erstligisten TK Hannover gewechselt - trug Henningsen immer das Lions-Trikot. Gleichzeitig studierte sie an der Fachhochschule der Polizei. Künftig möchte Henningsen nur noch ihrem Job als Kriminalistin nachgehen. Basketball spielen möchte sie nicht mehr. „Was ich sehr bedaure, aber noch einmal aus Halle weg will ich nicht“, sagt Inken Henningsen traurig.

Auch Kortmann bedauert deren Entschluss. „ Sie war für mich nach aktuellem Stand keine Spielerin für die erste Fünf. Ich hätte aber erwartet, dass sie angreift und nicht, dass sie hinwirft“, so der Trainer. Eine Neue als Ersatz werden die Gisa Lions derzeit nicht verpflichten. „Charlotte Kreuter macht sich sehr gut, vielleicht kann sie die Lücke schließen“, hofft der Coach auf ein Eigengewächs im Kader, das im Training mit den Profis sehr respektabel mithält. (mz)