Jetzt ist das Team gefragt Jetzt ist das Team gefragt: Bundesliga-Zukunft des MBC finanziell so gut wie sicher

Weissenfels - Es hatte Symbolcharakter, wie Martin Geissler und Andreas Schüppel in dieser Woche nebeneinander standen. Beide sind Macher, der eine beim Mitteldeutschen Basketball Club (MBC), der andere bei Puraglobe, einem Hauptsponsor des Bundesligisten aus Weißenfels. Und beide konnten auf einer Pressekonferenz vor dem Spiel des MBC am Sonnabend gegen Alba Berlin in Leipzig (Beginn: 20.30 Uhr) mit freudigen Gesichtern verkünden, dass sie sich aufeinander verlassen können – und das gilt offensichtlich für zahlreiche Sponsoren des MBC.
Denn: Der Verein hat die Lizenz-Unterlagen für die nächste Bundesliga-Saison eingereicht. Was Manager Geissler bereits Anfang März in der MZ angekündigt hatte, wird allmählich Gewissheit: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir die Drei-Millionen-Hürde packen“, so Geissler. „Die größte Herausforderung ist mittlerweile, sportlich in der Liga zu bleiben.“
Neue US-Optionen für den MBC?
Ab der kommenden Spielzeit müssen sämtliche Erstligisten einen Mindestetat von drei Millionen Euro vorweisen. Das fordert die Basketball-Bundesliga (BBL) von ihren Klubs. Für den MBC bedeutet das eine Budget-Erhöhung von etwa 800.000 Euro. Der diesjährige Etat beträgt etwa 2,2 Millionen Euro. Es war eine Hürde, die nur schwer zu erreichen schien vor dieser Spielzeit – beinahe noch schwerer als der sportliche Ligaverbleib.
Doch sie haben in den vergangenen Monaten im Hintergrund fleißig gearbeitet beim MBC, zahlreiche Gespräche mit Unterstützern geführt, Zukunftschancen aufgezeigt. Sodass beispielsweise Puraglobe-Geschäftsführer Schüppel jetzt sagt: „Der MBC ist etwas Besonderes.“
Warum nicht lieber im Fußball investiert wird, bei RB Leipzig zum Beispiel? „Der MBC steht nicht für Leipzig und Sachsen, sondern für Weißenfels und Sachsen-Anhalt. Und zu dieser Region bekennen wir uns ganz klar.“ Das US-amerikanische Unternehmen, das sich mit Öl-Recycling beschäftigt und sich für den Klimaschutz einsetzt, hat seinen Deutschland-Sitz in Zeitz.
MBC spielt zweimal gegen Alba
Schüppel sagt eindeutig: „Wir begleiten den MBC bereits seit fünf Jahren und das ist eine Marke, die für uns auch in Zukunft wichtig ist.“ Und der Geschäftsführer stellt den MBC-Fans sogar ganz neue Optionen in Aussicht: „Wir vernetzen uns gerade auch in den USA im Basketball immer mehr. Da ist der Sport ja nochmal eine ganz andere Nummer als hier in Deutschland. Wir haben da Beziehungen, die dem MBC in Zukunft vielleicht an Stellen weiterhelfen können, wo sie heute noch gar nicht dran denken.“
Also zum Beispiel bei der Spielersuche? „Möglicherweise auch, ich würde es nicht ausschließen“, sagt Schüppel, ohne ins Detail zu gehen.
Fakt ist: „Es ist eine super Entwicklung, dass wir in den vergangenen Monaten so ein positives Feedback von unseren Sponsoren bekommen haben, auch von den großen Partnern“, sagt Martin Geissler. „Natürlich haben wir noch einige Hausaufgaben auf dem Plan, müssen Gespräche führen, gewisse Dinge verschriftlichen, die Liga fordert natürlich unterschriebene Sponsorenverträge. Aber wir sind auf einem sehr guten Weg.“ Jetzt sei die Mannschaft gefragt, die nötigen Erfolge einzufahren, um in der Liga zu bleiben
Silvano Poropat: „Müssen über uns herauswachsen“
Sieben Partien vor Saisonende hat der MBC einen Sieg Vorsprung auf Bremerhaven, das den ersten Abstiegsrang belegt. Die Partie gegen das Top-Team aus Berlin wird eine ganz große Herausforderung, zumal sich beide Teams am Montag (Beginn: 18 Uhr) in der Hauptstadt schon wieder zum Rückspiel treffen. „In solchen Spielen müssen wir über uns hinauswachsen“, sagt Cheftrainer Silvano Poropat, dessen Mannschaft zuletzt zwei Partien in Folge gewinnen konnte.
Auch Poropat sagt: „Es ist super, dass die Sponsoren zum MBC stehen und an den Verein glauben. Wir werden alles dafür tun, um den Klassenerhalt zu schaffen.“ In Weißenfels glauben sie fest an den Ligaverbleib – auch wenn der Klub vorsorglich ebenfalls die Lizenzunterlagen für die zweitklassige Pro A eingereicht hat. (mz)