Handball-Oberliga Handball-Oberliga : Gute Seele des HCB tritt kürzer

Naumburg - „Er ist immer da für uns, kümmert sich um unser Wohlbefinden, besorgt uns mal schnell einen Arzt- oder MRT-Termin, fährt für uns in die Apotheke und ins Sanitätshaus, besorgt ein Tape. Er fehlt eigentlich nie beim Training, kümmert sich um die Statistik bei den Spielen und, und, und. Man kann mit Fug und Recht behaupten, er ist die gute Seele unseres Vereins“, sagt Ants Benecke, Kapitän des Oberliga-Männerteams des HC Burgenland, über Gerd Lange.
Der langjährige Mannschaftsleiter wird am Sonnabend im Naumburger „Euroville“ am Rande des letzten Saisonspiels gegen Meister Leipzig ebenso verabschiedet wie Trainerin Ines Seidler, die ihr Amt nach sage und schreibe 13 Spielzeiten aufgibt (Tageblatt/MZ berichtete). Allerdings: Lange bleibt dem Club weiter erhalten. „Ich werde mich auch weiterhin um die Belange der HCB-Geschäftsstelle, um Spielerpässe und Spielverlegungen sowie andere organisatorische Dinge kümmern“, sagt Gerd Lange, der mehr als zehn Jahre an Ines Seidlers Seite agiert und viel Freizeit und Herzblut in diese Aufgabe gesteckt hat.
„Dass ich den Posten des Mannschaftsleiters abgebe, hat vor allem gesundheitliche Gründe. Ich bekomme in diesem Jahr noch eine neue Hüfte, da werde ich mindestens zwei Monate ausfallen und könnte dem Team in dieser Zeit ohnehin nicht helfen“, erklärt der 56-Jährige. Lange war Anfang der 2000er nach dem Zusammenschluss der Handballer des damaligen TV Friesen Naumburg und des SV Blau-Gelb Stößen zum Verein gekommen, der heute - nach der Fusion mit der SG Saaletal - den Namen HC Burgenland trägt.
Als sein schönstes sportliches Erlebnis mit der Mannschaft bezeichnet der Naumburger den Gewinn der Vizemeisterschaft in der Mitteldeutschen Oberliga im vergangenen Jahr. Heute Abend wird Gerd Lange im besten Fall noch die Bronzemedaille feiern können - aber nur dann, wenn seiner Mannschaft ein Sieg gegen Leipzig gelingt (Anwurf ist ausnahmsweise erst um 19.30 Uhr) und zeitgleich Concordia Delitzsch und Plauen-Oberlosa verlieren (siehe auch „Termine“). Köthen können die Burgenländer nicht mehr überholen, da die HG das direkte Duell - dieses zählt am Ende bei Punktgleichheit - für sich entschieden hat.
„Natürlich wollen wir uns mit einem Heimsieg aus der Saison verabschieden“, sagt Ines Seidler. Ihr Team hat am vergangenen Wochenende mit einem furiosen 32:18-Erfolg in Apolda aufhorchen lassen - obwohl Ants Benecke frühzeitig wegen einer Roten Karte vom Feld musste (wir berichteten). „Nach dem Spiel habe ich zur Mannschaft gesagt: Eigentlich wollte ich mich jetzt bei euch entschuldigen, aber nun kann ich kühnerweise behaupten, ein wahrer Kapitän weiß, wann er gehen muss“, so Benecke augenzwinkernd. Er hoffe zwar noch auf das Wunder, also Bronze, „aber wenn man ehrlich ist, würde ein fünfter Platz unseren Saisonverlauf mit den vielen Verletzungen gut widerspiegeln“, meint der Spielführer des HCB.
Dessen Oberliga-Frauenteam steht bekanntlich schon als Mitteldeutscher Meister fest; die abschließende Partie gegen den Tabellendritten TSV Niederndodeleben wird für die Hälfte der Mannschaft, die ihr Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen wird, die letzte im Trikot der Burgenländerinnen sein.
So ist der Ablauf am Sonnabend im Naumburger „Euroville“ geplant: 17 Uhr: Heimspiel der HCB-Frauen gegen Niederndodeleben; in der Halbzeitpause Ehrung der D-Jugend als Vize-Bezirksmeister; nach der Partie Ehrung der HCB-Frauen als Mitteldeutscher Meister; gegen 19.20 Uhr: Ehrung der männlichen E-Jugend als Vize-Bezirksmeister; 19.30 Uhr: Heimspiel der Männer gegen Meister LVB Leipzig; in der Halbzeit Landesmeister-Ehrung der weiblichen A-Jugend; nach dem Spiel Freibier für die Fans.