HFC-Hinrunde 2016

HFC-Hinrunde 2016: So stark war der Hallescher FC in der ersten Saisonhälfte 2016/2017

Haale (Saale) - Über die famose Hinrunde des Halleschen FC in der dritten Liga ist schon viel gejubelt worden. Die Fakten: Platz vier, 30 Zähler, nur drei Niederlagen, bestes Heimteam der Liga (als einziges ungeschlagen, 22 Punkte, Makel: die ausbaufähige Bilanz in der Fremde: nur ein Sieg und acht Punkte,  Rang ...

Von Christoph Karpe 21.12.2016, 08:00

Über die famose Hinrunde des Halleschen FC in der dritten Liga ist schon viel gejubelt worden. Die Fakten: Platz vier, 30 Zähler, nur drei Niederlagen, bestes Heimteam der Liga (als einziges ungeschlagen, 22 Punkte, Makel: die ausbaufähige Bilanz in der Fremde: nur ein Sieg und acht Punkte,  Rang 16.

Hinter diesen Zahlen steht eine Mannschaft, die neu zusammengestellt wurde, teilweise mit Spielern von Absteigern (Stuttgarter Kickers)  oder auch aus der Regionalliga (Kickers Offenbach). Das haben die einzelnen Spieler in der Hinrunde geleistet.

Torhüter

Fabian Bredlow

Mit seinen 21 Jahren zählt er zu den Top-Keepern der Liga. Er war der reaktionsschnelle und besonnene Zerberus hinter der Abwehr und maßgeblich daran beteiligt, dass der Klub mit nur 14 Gegentoren die zweitbeste Defensive der Liga stellt und achtmal zu Null spielte.
Statistik: 19 Spiele, 1710 Einsatzminuten

Michael Netolitzky und Tom Müller kamen zu keinem Liga-Einsatz.

Abwehr

Tobias Schilk

Der Rechtsverteidiger (24) kam von Mainz II mit einer nicht auskurierten Verletzung, deshalb schaute er die ersten vier Begegnungen nur zu. Kämpfte sich dann ins Team, profitierte dabei von einer Verletzung von Florian Brügmann.  Spielt seinen Part fast fehlerfrei, könnte in der Offensive noch mehr Akzente setzen.
Statistik: 15 Spiele, 1290 Minuten, eine Torvorlage, einmal Gelb

Stefan Kleineheismann

Als Abwehrchef und Co-Kapitän (28) eine feste Größe. Steht auch in der Hierarchie ganz weit oben. Erledigt seinen Job meist unaufgeregt und unspektakulär.  Hat Reserven in der Spieleröffnung und könnte torgefährlicher bei Standards sein.
Statistik: 18 Spiele, 1548 Minuten, vier Mal Gelb, einmal Gelb-Rot

Fabian Franke 

Der ehemalige Zweitliga-Aufsteiger von RB Leipzig kam als Spätverpflichtung im August vom SV Wehen Wiesbaden und besetzte die noch offene Planstelle.  Musste acht Spiele auf seine Startelf-Chance warten. Seit dem 13. Spieltag bildet der 27-Jährige  mit Kleineheismann ein Innenverteidiger-Bollwerk.    In den sieben Spielen kassierte der Klub nur noch zwei Gegentore - inklusive des Elfmeters in Magdeburg. Obwohl er manchmal etwa hüftsteif wirkt, glänzt er mit großartigem Stellungsspiel.  Darf auch torgefährlicher werden.
Statistik: 11 Spiele/Einsätze, 733 Minuten, eine Gelbe Karten

Max Barnofsky

Der 21-Jährige bekam zu Saisonbeginn seine Chance als Innenverteidiger. Auch wenn ihm ab und zu die mangelnde Erfahrung anzumerken war, erledigte er seine Aufgabe in zwölf Ligaspielen besser als erwartet. Lediglich bei den Niederlagen in Regensburg und Großaspach spielte er dürftig. Nach dem 0:4 gegen den Hamburger SV in der zweiten Pokalrunde war er dann raus aus der Startelf  und musste dem gestandenen Franke Platz machen.
Statistik: 13 Spiele/Einsätze, 1084 Minuten, vier Gelbe Karten

Fabian Baumgärtel

Der Linksverteidiger kam als Kapitän der Stuttgarter Kickers an die Saale. Der 27-Jährige war auf Anhieb Leistungsträger, weil er kaum auszuspielen und immer bissig  ist. Hat außerdem einen festen Zweit-Job  als Standard-Schütze. Steckte  zwischenzeitlich allerdings ein kleines Tief, aus dem er sich schnell herauskämpfte.
Statistik: 19 Spiele, 1655 Minuten, zwei Tore, vier Torvorlagen, drei Gelbe Karten

Florian Brügmann

Absolvierte die ersten fünf Spiele als Rechtsverteidiger, sollte dann einmal Baumgärtel auf seiner angestammten Position als linker Verteidiger ersetzen und verletzte sich beim Warmmachen. Das war der Knackpunkt. Der langjährige Stammspieler war plötzlich nur noch zweite Wahl, weil das Gefüge der Stammelf passte.  Machte nur noch gegen Bremen II ein komplettes Spiel, weil Marvin Ajani gesperrt fehlte. Er wurde Opfer der ausgeglichenen Klasse im Team.
Statistik: 13 Spiele/Einsätze, 670 Minuten, ein Tor

Mittelfeld

Toni Lindenhahn

Mit seinem unermüdlichen und vorbildlichen Kampfeseifer eroberte  sich der Hallenser, der nur gegen Chemnitz (1;1) zuschauen musste, einen festen Platz im Team - was so nicht erwartet werden konnte. Doch er passt  mit seiner Art  zu spielen, nach vorn unten hinten zu arbeiten, ins System von Trainer Rico Schmitt. War nicht nur auf der Außenbahn unterwegs, sondern auch Abräumer in der Zentrale.  Reserven: Präzision der Pässe, Torgefahr.
Statistik: 18 Spiele, 1529 Minuten, ein Tor, drei Gelbe Karten

Klaus Gjasula

Der Zugang von den Stuttgarter Kickers, den Schmitt aus Offenbacher Zeiten bestens kannte, wurde auf Anhieb Kapitän. Schmitt nennt ihn den „Leader“. Der  27-Jährige hat eine enorme Präsenz auf dem Platz er sortiert das Spiel vor der Abwehr, marschiert vorbildlich voran, gibt spielerische und kämpferische Impulse. Bei denen übertreibt er es oft. Die Schiedsrichter haben ihn im Fokus.  Zwar sind manche seiner Fouls taktischer Natur, doch  er leistet sich regelmäßig auch Nickligkeiten. Diese Statistik trübt den prima Gesamteindruck: Musste zweimal nach jeweils fünf Gelben Karten aussetzen, sah dann zum Abschluss gegen Kiel auch noch Gelb-Rot - eindeutig zu viel.
Statistik: 16 Spiele, 1361 Minuten, zwei Tore, eine Vorlage, zehn Gelbe Karten, einmal Gelb-Rot 

Royal-Dominique Fennell

Der Königstransfer kam  Anfang September für geschätzte 70.000 Euro Ablöse von Zweitligist Würzburg, bewies seine überdurchschnittliche Klasse eindrucksvoll. Er ist Antreiber und Organisator im Mittelfeld, half auch in der Innenverteidigung aus und bildet mit Gjasula die beste Doppelsechs der Liga. Er weiß, wie Aufstieg geht und steckt die Kollegen mit seinem unbändigen Ehrgeiz an. Dazu ist er auch noch torgefährlich. Rundum klasse, neben Bredlow der wichtigste Mann.
Statistik: 13 Spiele, 1165 Minuten, vier Tore, zwei Vorlagen, drei Gelbe Karten, einmal Gelb-Rot

Sascha Pfeffer

Der „Oldie“ im Team bekam vor der Saison nur einen Einjahresvertrag, weil das Zutrauen in ihn gedämpft war. Der 30-Jährige überzeugte die Zweifler und kämpfte sich in die Stammelf. Er verpasste nur das Spiel gegen Osnabrück. Ist als Ballschlepper und Dauerläufer wichtig, könnte ruhig öfter zum Tor ziehen und auch abschließen.
Statistik: 18 Spiele/Einsätze, 1393 Minuten, ein Tor, zwei Vorlagen, eine Gelbe Karte

Marvin Ajani

Er ist die Überraschung der Hinrunde. Geholt wurde der 23-Jährige aus der Regionalliga von Düsseldorf II als Ersatzmann für die Rechtsverteidiger-Position. Doch schnell überzeugte er den Trainer mit seiner Dynamik und seinem Kämpferherz und stieg als Mann für die rechte Außenbahn zum Stammpersonal auf. Dazu bewies er durchaus Torgefahr. Muss nur noch sein Temperament zügeln. Sein  absichtliches Foul mit Anlauf im Spiel gegen  Mainz II brachte ihm Rot und eine Drei-Spiele-Sperre ein. Was ihn hoffentlich geläutert hat.
Statistik: 12 Spiele/Einsätze, 786 Minuten, zwei Tore, eine Vorlage, eine Gelbe Karte, eine Rote Karte

Martin Röser

30.000 Euro ließ sich der Klub den flinken, an und für sich torgefährlichen Mittelfeldmann und Standard-Experten kosten. Zunächst wusste der einstige Offenbacher durchaus zu überzeugen, auch wenn er nur in Regensburg 90 Minuten spielte. Doch dann fiel er in ein Formloch, aus dem er nicht mehr herauskam. Coach Schmitt ließ den 26-Jährigen dann nur noch als Ersatzmann ran, und auch da wusste er nur selten zu überzeugen wie etwa als Torschütze gegen Lotte. Muss und kann zulegen, um tatsächlich eine Verstärkung zu sein.
Statistik: 17 Spiele/Einsätze, 676 Minuten, ein Tor, eine Vorlage, drei Gelbe Karten

Selim Aydemir

Weil er in der Vorsaison in den Spielen unter Schmitt überzeugt hatte, bekam der mit dem Abwanderungsversuch Gescheiterte einen Vertrag, als er wieder anklopfte. Doch seine individuelle Klasse blitzte nur höchst selten auf - wie etwa beim Tor in Aalen. Konnte unterm Strich nicht überzeugen.
Statistik:  8 Einsätze, 419 Minuten, ein Tor, eine Vorlage

Dorian Diring

Der Mittelfeld-Wusler machte zum Start, beim 3:0-Sieg in Erfurt, sein vielleicht besten Spiel im HFC-Dress. Verletzte sich, fiel aus und musste 15 Spiele in Serie zuschauen. In der Zwischenzeit wurde Fennell geholt, an dem er gerade nicht vorbeikommt. Unglücklich gelaufen.
Statistik: 3 Spiele/Einsätze, 111 Minuten

Hilal El-Helwe

Machte sein bestes Spiel beim Pokalsieg gegen Kaiserslautern. Da  erzielte der 22-Jährige zwei Tore.  Deutete ansonsten sein Können nur an, ihm fehlt auch Dynamik. Verletzte sich dann bei der libanesischen Nationalmannschaft.
Statistik: 11 Spiele/Einsätze, 475 Minuten, eine Torvorlage, eine Gelbe Karte

André Wallenborn

Der schnellste Mann der Mannschaft glänzte als Joker mit seinem Tor in Erfurt. Doch den Durchbruch schaffte er nicht - auch, weil ihn Verletzungen zurückwarfen.
​Statistik:  3 Einsätze, 44 Minuten ein Tor

Tobias Müller

Immer fleißig, aber nie mit einem großen Moment. Nur Ersatz - wie in der Vorsaison.
Statistik: 7 Einsätze, 203 Minuten

Sturm

Benjamin Pintol

Der Blitzstarter überragte zu Saisonbeginn: drei Tore in sechs Spielen, dann kam nur noch eines für den gelernten Mittelfeldmann dazu. Der  26-Jährige ist immer mit Feuereifer bei der Sache. Glänzt mit seiner Ballfertigkeit und -behauptung und als Störenfried im gegnerischen Aufbau. Am Ende ging ihm ein wenig die Puste aus.
Statistik: 19 Spiele, 1 705 Minuten, vier Tore, zwei Vorlagen, drei Gelbe Note: 3

Petar Sliskovic

Bei dem einstigen Bundesliga-Stürmer (25) wurde Geduld eingefordert. Er würde nach langer Verletzung in Schwung kommen, hieß es. Er wurde  aber die Enttäuschung der Hinrunde, wirkte weder spritzig noch ansatzweise torgefährlich.  Bislang ist seine Verpflichtung ein Flop.
Statistik: 10 Spiele/Einsätze, 212 Minuten

Timo Furuholm

Mit seinem manchmal lapidaren Einsatzwillen war er bei Schmitt schon in der Vorsaison unten durch, bekam deshalb keine Chance, wurde aussortiert und ist inzwischen wieder in Finnland.
Statistik:  2 Einsätze, 54 Minuten