Aufstieg mit HFC oder Wechsel?

Hallescher: Marvin Ajani will unbedingt in die zweite Liga

Halle (Saale) - Es war die Rückkehr auf den geliebten Untergrund. Zwar sah der Rasen-Trainingsplatz des Halleschen FC am Dienstag immer noch recht ramponiert aus, trotzdem übten die Drittliga-Kicker erstmals seit Wochen wieder auf dem Naturgrün. Was den Spielern sichtlich gefiel. „Lieber ein holpriger Naturrasen als ein künstlicher. Das ist einfach angenehmer“, sagte ein gut gelaunter Marvin ...

Von Fabian Wölfling 06.02.2019, 09:45
Wohin geht die Reise im Sommer? Marvin Ajani will in die 2. Bundesliga - am liebsten mit dem Halleschen FC.
Wohin geht die Reise im Sommer? Marvin Ajani will in die 2. Bundesliga - am liebsten mit dem Halleschen FC. imago sportfotodienst

Es war die Rückkehr auf den geliebten Untergrund. Zwar sah der Rasen-Trainingsplatz des Halleschen FC am Dienstag immer noch recht ramponiert aus, trotzdem übten die Drittliga-Kicker erstmals seit Wochen wieder auf dem Naturgrün. Was den Spielern sichtlich gefiel. „Lieber ein holpriger Naturrasen als ein künstlicher. Das ist einfach angenehmer“, sagte ein gut gelaunter Marvin Ajani.

Der Flügelflitzer war beim Training emsig dabei, lief bei Laufeinheiten mit langen Schritten in vorderster Front. Die erzwungene Auszeit schien Ajani zu beflügeln. „Die Pause hat mir gut getan. Ich hatte ein paar kleinere Blessuren, die sind jetzt weg“, bestätigt er. Nach 21 Startelfeinsätzen musste Ajani am Samstag gegen Jena wegen der fünften Gelben das erste Mal in der laufenden Saison zuschauen.

Marvin Ajani über seine Sperre: „Emotionale Seite werde ich nicht mehr wegbekommen“

Die Sperre hatte Ajani nicht zum ersten Mal seinem ungezügelten Temperament zu verdanken. In Köln hatte er einem am Boden liegenden Gegenspieler ein paar Worte mitgegeben. Eine unnötigte Sperre, für die Ajani mal wieder in Mannschaftskasse einzahlen musste. „Ich versuche, die Ausbrüche, so gut es geht, zu verhindern. Diese emotionale Seite werde ich aber nicht mehr wegbekommen. Ich bin so.“ Sie gehört zu Ajani.

Aber sie ist eben nur ein Teil. Da ist auch der unglaublich dynamische Spieler, der mit seinem Zug zum Tor an guten Tagen in der dritten Liga kaum zu halten ist. Weshalb Ajani am Samstag beim 1. FC Kaiserslautern nach seiner Sperre direkt wieder in der Startelf stehen dürfte.

Weshalb der HFC ihn auch behalten will. Der Wille ist klar formuliert, den im Sommer auslaufenden Vertag zu verlängern. Gern langfristig. Die ursprünglich für Ende Januar angesetzten Gespräche sind inzwischen aber auf März verschoben. „Da wissen wir mehr, das ist wichtig“, erklärt Ajani den Verzug.

Marvin Ajani will unbedingt in die 2. Bundesliga

Der Flügelspieler will noch mehr Informationen sammeln, wohin die Reise gehen könnte. Schließlich steht er mit 25 Jahren in der Blüte eines Fußballerlebens, will nun noch einmal den großen Schritt nach oben machen. Da redet Ajani nicht drum herum. „Ich will in die zweite Liga, das war schon immer so“, betont er. „Ich denke auch, dass das möglich für mich ist.“

Ob der Sprung ins Unterhaus im Sommer tatsächlich gelingt, liegt zu großen Teilen aber an Ajani selbst. In mehrfacher Hinsicht. Er spielt nun, wenn die Kader für die kommende Saison geplant werden, vor. Je auffälliger Ajani agiert, umso interessanter wird er für Liga zwei. So die simple Gleichung.

Marvin Ajani mit HFC vor Betzenberg-Premiere

Aber nicht die einzige: Je besser Ajani spielt, umso größer ist auch die Chance des HFC auf Siege. Und damit auch die Chance auf die Verwirklichung von Ajanis liebster Zukunftsvision. „Es wäre am Schönsten für mich, mit dem HFC aufzusteigen“, betont er.

„Wenn wir mit Halle aufsteigen und ich wechsle, wäre ich traurig. Mein Traum ist es, mit dem HFC zweite Liga zu spielen.“ Deshalb will Ajani bei den Vertragsgesprächen möglichst genau wissen, ob der Aufstiegstraum in Halle Realität werden kann.

Ein Sieg beim FCK wäre da natürlich eine Ansage. „Ich freue mich sehr auf das Spiel, habe noch nie auf dem Betzenberg gespielt“, sagt Ajani. Aber nicht nur das Stadion, auch der Gegner sorgt für Vorfreude. „Lautern wird mitspielen, sie werden sich nicht hinten reinstellen wie Köln und Jena.“ Was Räume für Ajani und seine konterstarken Offensivkollegen öffnet. Ergo: „Ich denke, dass wir große Chancen haben, drei Punkte zu holen.“ (mz)