Sommerkick im Leuna-Chemie-Stadion

Hallescher FC verabschiedet sich mit einem Punkt vor toller Kulisse

Mit einem 1:1 gegen den SV Wehen Wiesbaden verabschiedet sich der HFC in die Sommerpause.

Von Fabian Wölfling Aktualisiert: 14.05.2022, 16:22 • 14.05.2022, 15:25
Tom Zimmerschied trifft zum 1:0 für den HFC im Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden.
Tom Zimmerschied trifft zum 1:0 für den HFC im Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden. (Foto: Objektfoto)

Halle (Saale)/MZ - Der Hallesche FC hat sich mit einem 1:1 gegen den SV Wehen Wiesbaden aus der Saison der dritten Fußballiga verabschiedet. In einem über weite Strecken müden Sommerkick hatte Tom Zimmerschied die Rot-Weißen früh in Führung gebracht, Bjarke Jacobsen glich vor 7.348 Zuschauern im Leuna-Chemie-Stadion aus. Der HFC beendet die Saison damit auf dem 14. Platz.

Es ging noch um etwas, hatte Trainer André Meyer vor dem Spiel betont. Ein möglicher guter Platz in der Tabelle, bitte keinen Punkte-Negativrekord und dann sollte den oft enttäuschten Fans auch noch ein bisschen guter Fußball geboten werden.

Personell setzte der Coach ein, zwei Überraschungen. So durfte Sven Müller nach Monaten Verletzungspause sein Comeback geben, er ersetzte Daniel Mesenhöler im Tor. Auch Louis Samson bekam die Chance, von Beginn an zu beweisen, dass er in der kommenden Saison einen Platz in der HFC-Mannschaft verdient hat.

HFC verabschiedet elf Profis vor Anpfiff

Wie so oft bei diesen Sommerfußballpartien am letzten Spieltag war das Drumherum aber fast interessanter als das, was sich in den 90 Minuten plus Nachspielzeit auf dem Platz abspielte. So verabschiedete der HFC vor Anpfiff elf Spieler: Marcel Tisch Rivero, Michael Eberwein, Janek Sternberg, Julian Derstroff, Niklas Kastenhofer, Justin Eilers, Sebastian Bösel, Joscha Wosz, Fynn Otto – alle im Stadion – sowie Tim Schreiber und Kebba Badjie – die waren nicht da. Von dieser Elf bekamen Titsch Rivero und Sternberg noch einmal einen Einsatz von Beginn an.

Vor den Augen einiger Aufstiegshelden von 2012 begann der HFC die letzte Partie in seiner zehnten Drittligasaison engagiert, hatte durch einen Freistoß aus bester Lage in der siebten Minute die erste Chance. Der Versuch von Tisch Rivero blieb aber in der Mauer hängen.

Der Lohn für eine wirkliche gute Anfangsphase kam in der elften Minute: Ein Schuss von Niklas Kreuzer wurde da genau vor die Füße von Tom Zimmerschied abgefälscht. Der schoss sich zwar selbst an, produzierte so aber eine unhaltbare Bogenlampe zum 1:0. Für den lange verletzten Flügelspieler war es das erste Tor seit dem 1:0 gegen Kaiserslautern Ende August 2021.

Tom Zimmerschied bringt Halle früh in Führung

Nach dem Führungstor beruhigte sich die Partie, Chancen gab es bis zur 29. Minute keine mehr. Dann hatten die bis dahin wenig präsenten Gäste ihre erste gute Gelegenheit: Nach Flanke kam Wiesbadens Top-Stürmer Gustaf Nilsson zum Kopfball, der Ball ging aber knapp über die Latte.

In der 34. Minute macht es Bjarke Jacobsen besser. Nach einer Eingabe von der linken Seite stand der Mittelfeldmann am Fünfmeterraum komplett ungedeckt und machte mit einem platzierten Kopfball den Ausgleich. Das war nicht unverdient, der HFC hatte nach dem Knallstart zu sehr den Fuß vom Gas genommen.

Die Spannung kam auch erstmal nicht mehr zurück. Stattdessen häuften sich Ungenauigkeiten. So hätte Sören Reddemann mit einem gewagten Rückpass seinen Keeper Müller fast in große Bedrängnis gebracht, zuvor hatte sich Sternberg bereits einen katastrophalen Ballverlust erlaubt, die Wiesbadener spielten den Konter aber schlecht aus. So blieb es beim 1:1 zur Pause.

In der Nachspielzeit verpassen beide Teams den Siegtreffer

Neuen Schwung nahm die Partie nicht auf. Es war nun Sommerfußball der langweiligen Art. In der 67. Minute endlich wieder eine Szene, die den Puls hochtrieb: Titsch Rivero wollte schießen, der abgefälschte Ball mutierte zur perfekten Vorlage für Elias Huth. Der Torjäger scheiterte aber am herauseilenden Arthur Lyska.

In der 70. Minute kam mit Derstroff für Sternberg ein weiterer Spieler in die Partie, der den HFC verlassen wird. Dazu ersetzte Elias Löder Jan Löhmannsröben. Der Verbleib des Mittelfeldmanns ist noch offen. Die Wechsel waren die Höhepunkte dieser zweiten Halbzeit. Ab der 81. Minute durften Kastenhofer und Wosz noch einmal für den HFC auflaufen, dafür gingen Huth und Zimmerschied.

Einen schicken Freistoß von Niklas Kreuzer in der 90. Minute gab es noch, den Lyska parierte, danach ein Wiesbadener Abseitstor und dann durfte sich auch noch Titsch Rivero einen Sonderapplaus abholen – für ihn kam Otto – dann war die Saison vorbei.

Statistik: Hallescher FC - SV Wehen Wiesbaden 1:1 (1:1)

Halle: Sven Müller - Vollert, Samson, Reddemann - Kreuzer, Löhmannsröben (70. Löder), Titsch-Rivero (90. Fynn Otto), Sternberg (70. Derstroff) - Shcherbakovski - Huth (81. Kastenhofer), Zimmerschied (81. Wosz). - Trainer: Meyer
Wiesbaden: Lyska - Stanic, Mockenhaupt, Carstens, Rieble (85. Brumme) - Jacobsen, Emanuel Taffertshofer (85. Korte) - Goppel, Wurtz (60. Hollerbach), Farouk (70. Prokop) - Nilsson (85. Petar Sliskovic). - Trainer: Kauczinski
Schiedsrichter: Patrick Schwengers (Travemünde)
Tore: 1:0 Zimmerschied (11.), 1:1 Jacobsen (34.)
Zuschauer: 7348
Gelbe Karten: Samson - Stanic, Carstens