Halle springt auf Rang vier

Halle springt auf Rang vier: Plötzlich effektiv! HFC siegt eiskalt in Köln

Köln - Jeder lebt seine Tradition so wie er kann. Und bei Fußball-Drittligist Viktoria Köln heißt die vor allem: Erich Ribbeck. In lange vergangenen Oberliga-Zeiten spielte der spätere Bundestrainer mal für die Mannschaft vom rechten Rheinufer. Im Vip-Zelt des Sportparks Höhenberg wird „Sir Erich“ noch heute mit einem interessanten Sinnspruch an der Wand geehrt: „Konzepte sind Kokolores“, so Ribbecks ...

Von Fabian Wölfling 31.07.2019, 20:55
Jubel beim HFC nach dem Tor von Sebastian Mai in Köln.
Jubel beim HFC nach dem Tor von Sebastian Mai in Köln. www.imago-images.de

Jeder lebt seine Tradition so wie er kann. Und bei Fußball-Drittligist Viktoria Köln heißt die vor allem: Erich Ribbeck. In lange vergangenen Oberliga-Zeiten spielte der spätere Bundestrainer mal für die Mannschaft vom rechten Rheinufer. Im Vip-Zelt des Sportparks Höhenberg wird „Sir Erich“ noch heute mit einem interessanten Sinnspruch an der Wand geehrt: „Konzepte sind Kokolores“, so Ribbecks Überzeugung.

Nicht mehr wirklich zeitgemäß, würde Torsten Ziegner wohl darauf antworten. Der war als Trainer des Halleschen FC am Mittwoch bei der Viktoria zu Gast. Und das mit einem klaren Konzept: Pressen, schnell über die Außen angreifen und so drei Punkte mit nach Halle nehmen. Wirklich auf ging das aber nicht. Bis auf den wichtigsten Punkt: Die drei Punkte nahm der HFC tatsächlich mit, siegte trotz dürftiger Leistung mit 2:0.

Florian Hansch vergibt erste HFC-Chance

In der Anfangsphase war der HFC noch durchaus erfolgreich um Dominanz im Spiel bemüht, aber in den entscheidenden Spielbereichen fehlte es schon da trotz allem Willen am Esprit. Erst als die noch ganz analoge Zeiger-Uhr rund 20 Minuten Spielzeit anzeigte, gab es die erste Großchance für den HFC. Florian Hansch wurde auf der rechten Seite freigespielt, der Leihstürmer jagte den Ball aber über das Tor.

Ein schlimmer Fehlpass von Jonas Nietfeld bescherte kurz darauf aber auch der Viktoria ihren ersten Riesen. Über Albert Bunjaku und Kevin Holzweier schalteten die Kölner schnell um, den finalen Ball bekam wieder der Torjäger, aber Kai Eisele parierte mit dem Fuß. Nach der folgenden Ecke köpfte der hochgewachsene Abwehrmann Dominik Lanius neben das Tor. Falls es der HFC nach sechs Kölner Toren in den ersten zwei Spielen noch gebrauch hätte, da war es, das Warnsignal.

Es wirkte aber nicht. Köln blieb nun das gefährlichere Team. Der wuselige Holzweiler bediente in der 32. Minute Mike Wunderlich, der scheiterte erneut am gut reagierenden Eisele und drei Minuten vor der Pause musste der HFC-Schlussmann erneut gegen den Viktoria-Kapitän fliegen. Das Spiel lief nun ganz offensichtlich nicht mehr nach HFC-Wunsch. Zu schwach das Pressing, zu ungenau das Aufbauspiel. Verständlich, dass Trainer Ziegner wutentbrannt in die Kabine stürmte.

Trainer Ziegner stellt zur Pause erfolgreich um

Eine Reaktion musste kommen. Und sie kam: Der eigentlich noch agilste Hansch musste vom Feld, dafür kam Pascal Sohm. Und der HFC stellte auf das Erfolgssystem mit Dreierkette um. Beim Führungstor in der 53. Minute spielte all das aber keine Rolle. Stattdessen kam eine alte Stärke des HFC zum Tragen: Patrick Göbel brachte eine Ecke in den Strafraum, Sebastian Mai, der am Mittwoch wieder als sicherer Abwehrboss agierte, wuchtete sich mit all seiner Körperlichkeit in den Ball und köpfte zum 1:0 ins lange Eck.

Lesen Sie hier: Die Stimmen zum HFC-Sieg

Am grundsätzlich wackeligen Auftritt des HFC änderte aber auch das schmeichelhaft Führungstor nichts. Stattdessen hatte Köln nach Ecken gleich drei weitere gute Kopfballgelegenheiten, aber fehlende Präzision und der heute sehr gut aufgelegte Eisele verhinderten den Ausgleich.

Pascal Sohm vollendet ein tolles Solo zum 2:0

Aber was der HFC an den ersten Spielen so sträflich vermissen ließ, zeigte er nun in Perfektion: Chancenverwertung! Der eingewechselte Sohm legte in der 76. Minute ein ganz starkes Solo hin und vollendete eiskalt ins untere linke Eck. Ein 2:0, das die Kräfteverhältnisse nicht widerspiegelte, aber vielleicht die späte ausgleichende Gerechtigkeit für die bittere Auftaktpleite gegen Uerdingen war.

Damit steht der HFC nun bei bisher perfekten sechs von sechs Punkten in der englischen Woche und kann sich mit einem weiteren Sieg am Samstag gegen Chemnitz bereits frühzeitig in der Ligaspitze festsetzen. Nach dem dritten Spieltag ist Halle erst einmal Vierter. (mz)

Statistik: Viktoria Köln - Hallescher FC 0:2 (0:0)

Köln: Mesenhöler - Gottschling, Lanius, Willers, Lang - Klefisch (72. Najar), Ristl - Holzweiler, Wunderlich, Handle (73. Kreyer) - Bunjaku
HFC: Eisele - Schilk, Mai, Galle - Göbel, Bahn, Jopek, Drinkuth - Lindenhahn (78. Kastenhofer) - Nietfeld (82. Guttau), Hansch (46. Sohm)
Schiedsrichter: Nicolas Winter (Scheibenhardt)
Zuschauer: 3100
Tore: 0:1 Mai (53.), 0:2 Sohm (76.)
Gelbe Karten: - / Galle (1)