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HFC-Rivale in der 3. Liga

Wie geht es für Erzgebirge Aue nach dem Leonhardt-Rücktritt weiter?

Aktualisiert: 20.09.2022, 10:10
Helge Leonhardt ist als Präsident von Erzgebirge Aue zurückgetreten.
Helge Leonhardt ist als Präsident von Erzgebirge Aue zurückgetreten. (Foto: Imago/Huebner)

Aue/dpa/MZ - Die Nachricht vom Sonntagabend kam einem Beben im Erzgebirge gleich. Jedenfalls den Fußball betreffend: Helge Leonhardt, der Präsident des FC Erzgebirge Aue, ist zurückgetreten. Als direkte Folge des desaströsen Saisonstarts des Zweitliga-Absteigers, der sich noch sieglos gerade am Tabellenende der dritten Liga wiederfindet.

Acht Jahre lang hatte der Unternehmer den Klub autokratisch geführt. Alles ging über seinen Tisch - auch die sportlichen Belange. Ein Aufstieg, sieben Jahre 2. Liga, zwei Abstiege und die Beschäftigung von elf verschiedene Trainern sind seine Bilanz.

Helge Leonhardt tritt zurück: „Gehe mit reifer Überlegung“

Vor Ort wird davon gesprochen, Leonhardt habe abgedankt. Eine Wortwahl, die passend erscheint, angesichts des Gebarens des 63-Jährigen.

„Ich hoffe sehr, dass damit ein geordneter Neuanfang gestaltet werden kann und, dass damit weitere Eskalationen, die dem Verein Schaden bringen würden, verhindert werden können“, so Leonhardt im Abschiedsschreiben und legte Wert auf den Nachsatz: „Ich gehe keinesfalls in Bosheit oder Wut, ich gehe in Besonnenheit, mit reifer Überlegung.“

Zuletzt hatte es bereits große Unruhe gegeben. Sponsoren sollen Konsequenzen gefordert haben, 43 Fanclubs machten ihrem Ärger in einem offenen Brief Luft und forderten den Rücktritt des Vorstands.

„Die Gründe dafür liegen neben der jetzigen sportlichen Kapitulation in Teilen schon länger zurück, konnten aber noch durch sportliche Erfolge in der zweiten Liga überdeckt werden. Nun zeigen sich aber immer mehr die Handlungsdefizite der Gremien“, hieß es in dem Schreiben.

Trainer Timo Rost verliert bei Ertgebirge Aue seinen letzten Fürsprecher

Was folgt? Erstmal existiert im Verein ein Machtvakuum. Der Vorstand besteht nur noch aus Geschäftsführer Michael Voigt, der allerdings krank fehlt, und Rechtsanwalt Kay Werner. Der glücklose Trainer Timo Rost dürfte alsbald entlassen werden - Leonhardt war sein letzter Fürsprecher.

Ex-Trainer Lutz Lindemann meldete sich beim MDR: „Das größte Defizit ist, dass es keinen Sportdirektor gibt. Es muss jemanden geben, der mit dem Präsidenten auf Augenhöhe das Sportliche abdeckt“, sagte er. Das Beben wird nachhallen.