RB Leipzig gegen FSV Frankfurt

RB Leipzig gegen FSV Frankfurt: Rangnick-Elf stürmt mit Offensivspektakel auf Rang eins

Leipzig - RB Leipzig hat sich im letzten Heimspiel des Jahres 2015 mit einem begeisternden Auftritt von den Fans verabschiedet. Gegen den FSV Frankfurt zündete das Team von Trainer Ralf Rangnick in der zweiten Hälfte ein Torspektakel und gewann mit 3:1 (0:0). Da der SC Freiburg nicht gewinnen konnte, eroberten die Messestädter einen Spieltag vor der Winterpause den ersten Tabellenplatz in der 2. ...

Von Ullrich Kroemer 13.12.2015, 15:03

RB Leipzig hat sich im letzten Heimspiel des Jahres 2015 mit einem begeisternden Auftritt von den Fans verabschiedet. Gegen den FSV Frankfurt zündete das Team von Trainer Ralf Rangnick in der zweiten Hälfte ein Torspektakel und gewann mit 3:1 (0:0). Da der SC Freiburg nicht gewinnen konnte, eroberten die Messestädter einen Spieltag vor der Winterpause den ersten Tabellenplatz in der 2. Liga.

Ausgangslage

Die drei bisherigen Spiele gegen den FSV Frankfurt waren allesamt zäh und knapp. 2014/15 konnte RB aus beiden Spielen nur insgesamt einen Punkt verbuchen, verlor im Heimspiel unglücklich 0:1. Im Hinspiel zum Saisonauftakt in diesem Jahr konnte sich Rasenballsport dann mit einem 1:0-Auswärtssieg revanchieren, sodass die Bilanz zwischen beiden Klubs absolut ausgeglichen ist. In dieser Spielzeit ist das kompakte Team von Ex-RB-Trainer Tomas Oral vor allem auswärts stark, kassierte erst fünf Tore in der Fremde und erzielte auswärts 13 der 22 Zähler. So sagte Oral auch vor der Partie auch gewohnt selbstbewusst: „Unser Anspruch ist es, in Leipzig zu punkten. Wir wollen die weite Reise nicht umsonst machen.”

Personalien

Wegen der verletzungsbedingten Ausfälle von Lukas Klostermann und Marvin Compper musste RB-Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick notgedrungen die Viererkette umbauen. Stattdessen verteidigten gegen den FSV Atinc Nukan und Georg Teigl. Dazu rückte der zuletzt Gelb gesperrte Kapitän Dominik Kaiser wieder in die Mannschaft – diesmal im rechten Mittelfeld; dafür musste Diego Demme zunächst auf der Bank Platz nehmen. So schuf Rangnick Platz für Yussuf Poulsen, der nach seinen zwei Toren gegen den MSV Duisburgvon Beginn an als zweite Sturmspitze im umformierten 4-4-2-System randurfte. Der FSV veränderte die zuletzt beim TSV 1860 München erfolgreiche Startelf nur auf einer Position: Pires rückte für Barry in die Startformation.

Fans

Unter den 19.119 Zuschauern in der Leipziger Arena war auch ein prominenter, unerwarteter Gast: Ex-Trainer Alexander Zorniger zeigte sich nach seiner Beurlaubung beim VfB Stuttgart erstmals wieder im Leipziger Stadion und nahm auf der Haupttribüne Platz unweit der Pressetribüne Platz. Die RB-Fans in Sektor B feuerten ihr Team immer wieder stimmgewaltig an; in der Schlussphase gab es stehende Ovationen für das Team. „Spitzenreiter, Spitzenreiter” hallte durch die Arena. Aus Frankfurt waren etwa 100 wackere Auswärtsfans dabei.

Spielverlauf und Analyse

RB Leipzig begann mit der wohl offensivsten Aufstellung in dieser Saison – und das war von Beginn an auch zu sehen. Vor allem in der ersten Viertelstunde präsentierten sich die Gastgeber mit viel Zug zum Tor und extrem schnellen und zielgerichteten Umschaltaktionen. Allein Yussuf Poulsen hatte in den ersten 15 Minuten drei große Gelegenheiten: bei der ersten sprang ihm der Ball nach einem Abwehrpatzer der Frankfurter einen Tick zu weit vom Fuß (6.); nachdem er Dominik Kaiser einen Abschluss vorbereitet hatte (10.), kam Poulsen über Links, ließ sich aber zu weit abdrängen (11.). Die beste Gelegenheit der ersten 45 Minuten vergab der Däne in der 15. Minute, als er einen Schuss aus halblinker Position aus etwa 18 Metern mit viel Effet nur an den rechten Pfosten setzte.

Da Frankfurt sich offenbar vorgenommen hatte, nicht nur massiert in der Abwehr zu stehen, sondern vergleichsweise hoch verteidigte, ergaben sich immer wieder Räume zum schnellen Umschalten für die Leipziger. In der Startphase eines der besten Heimspiele dieser Spielzeit. Doch nach der ersten Sturm- und Drangphase wurde das RB-Spiel etwas weniger zwingend. RB hatte zwar noch durch Teigl (21.), erneut Poulsen (30.) und Kaiser (43.) Abschlüsse, doch die Frankfurter hatten sich besser auf den RBL-Angriffswirbel eingestellt und konnten sich mit zunehmender Spielzeit besser befreien. Dani Schahin hatte die einzige Möglichkeit für die Frankfurter in der ersten Hälfte; doch der Schuss geriet zu unplatziert und RBL-Keeper Fabio Coltorti hielt den Ball sicher (25.).

In der zweiten Hälfte stellte Rangnick um, nahm Selke vom Spielfeld, dafür rückte Marcel Sabitzer in die Spitze; Massimo Bruno wurde auf der Zehner-Position im rechten offensiven Mittelfeld eingewechselt. Die neue Ausrichtung machte sich dann auch schnell bezahlt. Nach eher kontrolliertem Beginn der zweiten 45 Minuten durften die RB-Fans in der 58. Minute jubeln: Sabitzer konnte einen straffen Schuss von Kaiser kontrollieren – halb Torschuss, halb Vorlage – und schoss den Ball aus wenigen Metern Torentfernung zum 1:0 ins FSV-Tor. Kurz darauf erhöhte Kaiser selbst zum 2:0, als er den Ball artistisch per Seitfall-Zieher zum 2:0 ins Tor beförderte (61.). Vorbereitet hatte den Treffer Yussuf Poulsen, der mit Sabitzer Doppelpass im Frankfurter Strafraum spielte.

Sabitzer setzte den Torreigen fort, als er einen Abpraller nach Schuss von Massimo Bruno vor die Füße bekam und zum 3:0 abschloss (67.) – Sabitzers siebter Saisontreffer und erster Doppelpack für RBL. Das Spiel war nun kurzzeitig befreit von allen taktischen Fesseln, sodass auch die Frankfurter Räume bekamen und mit dem Treffer zum 1:3 durch Perdedaj antworteten (68.). Bruno hätte noch die Möglichkeit zum 4:1 gehabt, schoss aber im Strafraum über den Kasten von FSV-Keeper André Weis (82.). Kaiser hätte per Kopf ebenfalls noch erhöhen können, konnte sich aber aus Nahdistanz nicht gegen Weis durchsetzen (86.) – genau wie in der Nachspielzeit mit einem Schuss im Strafraum (90.+1).

Ausblick

Im letzten Spiel vor der Winterpause muss RB am kommenden Samstag bei der SpVgg Greuther Fürth antreten (13 Uhr). Frankfurt schließt das Jahr 2015 mit einem Heimspiel gegen Arminia Bielefeld ab (Freitag, 18.30 Uhr).

Statistik:

RB Leipzig - FSV Frankfurt 3:1 (0:0)

RB Leipzig: Coltorti – Teigl, Orban, Nukan, Halstenberg – Kaiser (C), Ilsanker, Sabitzer (80. Khedira), Forsberg (85. Jung) – Poulsen, Selke (46. Bruno)

FSV Frankfurt: Weis – Huber (79. Barry), Gugganig, Ballas, Epstein (74. Dedic) – Perdedaj, Konrad (C) – Pires (84. Park), Halimi, Haj Safi – Schahin

Tore: 1:0 Sabitzer (58., D. Kaiser), 2:0 Kaiser (61., Poulsen), 3:0 Sabitzer (67., Bruno), 3:1 Perdedaj (68., Schahin)

Eckstöße: 4:2, Chancenverhältnis: 10:2

Gelbe Karten: Forsberg (2), Teigl (1) | Weis

Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart)

Zuschauer:
19.119 Zuschauer in der Red Bull Arena (mz)