Eil

Fürther Fan-Attacken gegen RB Leipzig

Fürther Fan-Attacken gegen RB Leipzig: Öl-Sauerei im Gästeblock und Bierbecher gegen Rangnick

Leipzig - Zum Abschluss des Jahres 2015 ist der Hass gegen RB Leipzig noch einmal kulminiert. Beim 2:1-Auswärtssieg der Leipziger bei der SpVgg Greuther Fürth sorgte nicht nur die turbulente Schlussphase für Aufregung, sondern auch die Situation auf den Rängen. Dabei gab es gleich zwei grobe Foulspiele gegen die „Roten ...

Von Ullrich Kroemer 20.12.2015, 11:17

Zum Abschluss des Jahres 2015 ist der Hass gegen RB Leipzig noch einmal kulminiert. Beim 2:1-Auswärtssieg der Leipziger bei der SpVgg Greuther Fürth sorgte nicht nur die turbulente Schlussphase für Aufregung, sondern auch die Situation auf den Rängen. Dabei gab es gleich zwei grobe Foulspiele gegen die „Roten Bullen”.

Wie mehrere RBL-Anhänger der Leipziger Volkszeitung berichteten, sei vor der Partie literweise Öl im Gästeblock verteilt worden. Auf Fotos sind die Öl verschmierten Metallstufen sowie der ebenfalls verunreinigte Aufgang zum Gästebereich zu sehen. Zumindest die Ordner der Fürther reagierten nach der Attacke angemessen, machten den Block noch einmal dicht und organisierten Sand und Split, um das Öl zu binden und die Sicherheit wiederherzustellen. Laut Aussagen eines Fans gegenüber der MZ hätten Fürther Anhänger in dem Zusammenhang auch versucht, Banner zu entwenden, was jedoch misslang.

Dazu wurde während des Spiels auch RB-Trainer und –Sportdirektor Ralf Rangnick attackiert, der auf der Trainerbank von einem halbvollen Bierbecher getroffen wurde. Das Wurfgeschoss landete zwischen Rangnick und Co-Trainer Achim Beierlorzer, der als Spieler und Trainer jahrelang für Fürth aktiv war. Das ganze Spiel über hatten etwa zehn Personen direkt hinter der RB-Trainerbank lautstark Stimmung gegen Rasenballsport gemacht. Nach der Partie war Rangnick trotz des Last-Minute-Erfolgs verständlicherweise sichtlich angefressen und machte seinem Unmut über die überzogene Ablehnung bei Sky Luft. „Es war eine richtig grenzwertige Atmosphäre. Wenn man nicht einmal mehr auf der Trainerbank sicher sitzen kann, hört es auf”, sagte 57-Jährige aufgebracht. „Wenn einem auf der Trainerbank ein halbvoller Bierbecher halb gegen den Kopf fliegt, ist das nicht besonders lustig. Das sage ich ganz offen. Von der Haupttribüne erwartet man das auch nicht, da sitzen normalerweise vernünftige Leute. Das lassen wir uns einfach nicht bieten. Das geht nicht.”

Wenn so etwas in Leipzig passierten würde, hätte das laut Rangnick ganz massive Folgen für die Täter. „Dafür würde ich höchstpersönlich sorgen. Wenn bei uns mal einer der gegnerischen Trainer von einem Wurfgeschoss oder von einem Bierbecher getroffen wird, werde ich mich ganz persönlich einbringen.” Offizielle Beschwerde bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) wolle RB nicht einlegen. „Der Schiedsrichter hat es mitgekriegt, der vierte Offizielle auch”, sagte Rangnick. „Wir wollen es nicht höher hängen als nötig. Die Mannschaft hat die richtige Antwort auf dem Platz gegeben. Aber dieser Hass, der bei einigen Leuten in den Gesichtern geschrieben steht, hat in einem Stadion nichts zu suchen.”

RB Leipzigs Vorsitzender Oliver Mintzlaff ergänzte tags darauf: „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir bei uns im Stadion keine Gewalt, Pyrotechnik oder Diskriminierung der gegnerischen Mannschaft erleben.” Dennoch sei das „ein grundsätzliches Problem, mit dem die ganze Liga zu kämpfen hat”, sagte der RBL-Multifunktionär. Generell sei gegenüber dem Red-Bull-Klub in dieser Spielzeit „eine immer stärkere Versachlichung eingetreten. Der Unterschied zur vergangenen Saison ist wie Tag und Nacht”, bewertete Mintzlaff. In den vergangenen Auswärtsspielen in Bielefeld, Karlsruhe und eben Fürth war die aggressive Anti-RB-Stimmung nun jedoch wieder hochgekocht. Fürths Präsident Helmut Hack entschuldigte sich übrigens direkt nach der Partie bei Rangnick. Der Schwabe konnte da schon wieder über die unfreiwillige Getränkelieferung hinwegsehen und bemerkte augenzwinkernd, dass er doch gar kein Bier trinke. (mz)