Auswärtssieg bei Greuther Fürth

Auswärtssieg bei Greuther Fürth: Ilsanker beschert RB Leipzig Last-Minute-Sieg

LEIPZIG/FÜRTH - RB Leipzig ist auswärts einfach nicht zu schlagen: Der Red-Bull-Klub hat auch bei der SpVgg Greuther Fürth mit 2:1 (0:0) gewonnen und geht somit als Tabellenführer und acht Punkten Vorsprung auf Relegationsrang drei in die ...

Von Ullrich Kroemer 19.12.2015, 14:59

RB Leipzig ist auswärts einfach nicht zu schlagen: Der Red-Bull-Klub hat auch bei der SpVgg Greuther Fürth mit 2:1 (0:0) gewonnen und geht somit als Tabellenführer und acht Punkten Vorsprung auf Relegationsrang drei in die Winterpause.

Rasenballsport präsentierte sich gegen die „Kleeblätter” gewohnt abwehrstark und erzielte den fünften (Auswärts-)Sieg hintereinander. Eine Drangphase kurz nach der Pause nutzte Yussuf Poulsen mit seinem dritten Saisontreffer zur Führung. Den Ausgleich in der Nachspielzeit durch Röcker konterte RBL postwendend mit dem Siegtreffer durch Ilsanker.

Ausgangslage

Weil der SpVgg Greuther Fürth nur ein Sieg aus den vergangenen sechs Spielen gelungen war, waren die „Kleeblätter” vor der Partie gegen RB Leipzig auf Rang neun abgerutscht. „Der aktuelle Trend gefällt mir nicht”, mahnte Fürths Trainer Stefan Ruthenbeck. „Uns fehlte zuletzt die Gier und die letzte Leidenschaft, alles in die Waagschale zu werfen.

Wir müssen im Kollektiv wieder mehr dafür tun, die Spiele für uns zu entscheiden.” Beim 2:2 im Hinspiel in Leipzig konnten die Franken die „Roten Bullen” mächtig ärgern, brachten die RBL-Abwehr immer wieder in Bedrängnis.

Doch mittlerweile hat sich Spitzenreiter Rasenballsport deutlich weiterentwickelt; Fürth dagegen stagnierte zuletzt. RB-Trainer und -Sportdirektor Ralf Rangnick warnte dennoch vor dem schnellen Umschaltverhalten der Fürther in die Offensive, erkannte andersherum aber auch die Schwächen der Gastgeber in der Rückwärtsbewegung.

Personalien

Im Gegensatz zu den vergangenen erfolgreichen Spielen setzte Ralf Rangnick wieder auf ein 4-2-3-1-System mit nur einer Sturmspitze. Das war überraschend nicht Davie Selke, der zum ersten Mal in dieser Saison nur auf der Bank saß, sondern der zuletzt stark verbesserte Yussuf Poulsen.

So rückte Diego Demme als zweiter „Sechser” wieder in die Startelf. In der Viererkette durften erneut Georg Teigl und Atinc Nukan für die verletzten Lukas Klostermann und Marvin Compper auflaufen. SGF-Coach Ruthenbeck wechselte nach der 0:1-Niederlage in Karlsruhe zweimal und brachte Sukalo und Schröck in der Startelf.

Fans

Alles andere als friedliche und vorweihnachtliche Stimmung in Fürth. Vor der Partei war der Gästeblock der RB-Fans mit literweise Öl verunreinigt worden, um die RB-Fans nicht nur symbolisch zu Fall zu bringen. Während der Partie wurde Rangnick von einem halbvollen Bierbecher getroffen und machte seinem Unmut über die Attacke bei Sky Luft. Die RB-Fans ließen sich die gute Laune nicht verderben. Unter den insgesamt 10.070 Zuschauern waren 1800 Gästeanhänger.

Spielverlauf und Analyse

Nach abwartendem Beginn beider Teams hatte RB Leipzig nach zehn Minuten die ersten Strafraumszenen. Georg Teigl wurde von Emil Forsberg herrlich im „Sechzehner” in Szene gesetzt, schlug aber eine schlechte Flanke, anstatt selbst zu schießen (10.) oder flach abzulegen. Kurz darauf steckte erneut Forsberg zu Marcel Sabitzer durch, der gegen Fürths Keeper Sebastian Mielitz eine Fußlänge zu spät kam und den Ball nicht mehr am Torhüter vorbeispitzeln konnte (12.).

Fürth wurde nach etwa 25 Minuten präsenter und brachte Stürmer Veton Berisha zweimal in gefährliche Position (26., 29.) Bei der zweiten Szene hatte RB etwas Glück, als Halstenberg nach Fehler von Nukan Berisha nur mit Mühe und grenzwertigem Einsatz im Strafraum abblocken konnte, ehe Keeper Fabio Coltorti zupacken konnte.

Nach der kurzen Drangphase kontrollierten die Gäste die Partie wieder besser. Kapitän Dominik Kaiser brachte zwar noch einen gefährlichen Schuss aufs Fürther Tor (44.); doch insgesamt war das eine zu verhaltene erste Hälfte des Tabellenführers aus Leipzig. Die Hausherren hatten kurz vor der Pause ihre gefährlichste Szene, als Stephan Schröck mit einem tollen Ball aus dem Fußgelenk die RB-Abwehr überspielte und Marco Stiepermann am Fünf-Meter-Raum allein vor Coltorti auftauchte. Doch Leipzigs Tor-Hüne stoppte den Ball gewohnt souverän (45.).

Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag für die Leipziger. Nach einem Ballverlust der Fürther in der eigenen Hälfte scheiterten hintereinander Forsberg, Sabitzer und Poulsen (47.). Eine Minute später machte es Rasenballsport dann besser. Die Gäste schalteten nach Ballgewinn in der eigenen Hälfte schnell über Forsberg um, dessen Schnittstellenball Poulsen hervorragend annahm, Mielitz umkurvte und zum 1:0 einschob (48.).

Nach dem Führungstreffer war die Partie recht ausgeglichen – mit leichten Vorteilen für RB Leipzig. Von Fürth ging allerdings zu wenig Torgefahr aus, und auch die Leipziger erspielten sich keine ganz zwingenden Tor-Gelegenheiten mehr. So deutete alles auf einen Auswärtssieg von RB hin. Doch die Nachspielzeit hatte es in sich. Fürth wehrte sich noch einmal; Benedikt Röcker erzielte nach langer Flanke aus dem Halbfeld den späten Ausgleich per Kopf (90.+1). Coltorti war zu spät aus seinem Kasten gekommen und konnte den Ball nicht wegfausten.. Doch RB war überhaupt nicht beeindruckt, schlug postwendend zurück. Stefan Ilsanker verwandelte eine Kopfballverlängerung von Willi Orban nach einem Freistoß von Kaiser zum Siegtreffer (90.+3) in letzter Minute.

Ausblick

Für beide Teams geht es nach der Weihnachtspause in der ersten Woche des neuen Jahrs mit dem Training weiter. Das Wintertrainingslager hält RB Leipzig dann im türkischen Belek ab (16. bis 26. Januar). Fürth fliegt an die spanische Costa del Sol (14. bis 24. Januar). Das erste Ligaspiel im neuen Jahr bestreitet RB Anfang Februar zuhause gegen Eintracht Braunschweig (So, 07. Februar, 13.30 Uhr). Zur gleichen Zeit empfängt die SpVgg den FC St. Pauli.

Statistik

SpVgg Greuther Fürth - RB Leipzig 1:2 (0:0)

SpVgg Greuther Fürth: Mielitz – Caligiuri (C), Franke, Röcker, Gießelmann – Gjasula, Sukalo – Schröck (64. Tripic), Zulj (76. Weilandt), Stiepermann – Berisha
RB Leipzig: Coltorti – Teigl (86. Khedira), Orban, Nukan, Halstenberg – Demme, Ilsanker – Kaiser (C), Sabitzer, Forsberg (82. Jung) – Poulsen (82. Selke)
Tore: 0:1 Poulsen (48., Forsberg), 1:1 Röcker (90.+1, Gießelmann), 1:2 Ilsanker (90.+3, Orban)
Eckstöße: 6:7, Chancenverhältnis 3:7
Gelbe Karten: Berisha (4), Schröck (6), Zulj (4) | Demme (4), Poulsen (3), Ilsanker (8)
Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle)

Zuschauer: 10.070 Stadion am Laubenweg | Fürth

(mz)