Fußball Fußball : Daheim klappt's noch nicht bei den Naumburgern

Naumburg - Während das Landesklasse-Regionalderby in Herrengosserstedt abgesetzt wurde (wir berichteten/siehe auch Kasten), musste sich der bisherige Tabellenführer FC RSK dem gastgebenden Zweitplatzierten knapp beugen. Landesligist Naumburg wartet indes weiter auf den ersten Heimsieg.
LANDESLIGA: SC Naumburg - SG Trebitz 1:1 (0:1). Erneut boten die Domstädter in der ersten Halbzeit eine unbefriedigende Leistung, wie ihr Trainer Matthias Krause fand. „Das war wieder ein Rückfall. Zwar waren wir optisch überlegen, aber vor dem gegnerischen Tor nicht zwingend genug“, sagte er. Und so gingen die effizient agierenden Trebitzer mit ihrer einzigen nennenswerten Möglichkeit durch den sechsten Saisontreffer ihres Goalgetters Justin Neumann (29.) in Führung.
Nach dem Seitenwechsel zeigte Krauses Team ein anderes Gesicht. „Nun arbeiteten wir mehr mit Diagonalpässen, agierten aggressiver und vor allem mutiger“, berichtet Krause. Diese Steigerung wurde auch belohnt, als der aufgerückte Innenverteidiger Hannes Niebling (62.) einen Pass von Mahmoud Ajo freistehend und mit Übersicht zum Ausgleichstreffer verwertete. Es war das erste Tor des Neuzugangs aus Freyburg für den SCN. Chancen zum möglichen Sieg, dem ersten auf eigenem Platz in dieser Saison, hatten die Naumburger. Zum Beispiel durch den eingewechselten Moritz Böttcher, der sich über die rechte Seite gut durchsetzte. Aber es blieb beim 1:1. Am kommenden Wochenende beim Tabellenzweiten Reppichau müssen die Domstädter auf ihren Torjäger Marcel Müller verzichten, der gegen Trebitz - bereits verwarnt - in der Nachspielzeit die Ampelkarte sah, weil er nach einem nicht gegebenen Strafstoß für seine Mannschaft den Referee lediglich gefragt hatte: „Das war wohl kein Handspiel?“
LANDESKLASSE: SSC Weißenfels II - FC RSK Freyburg 2:1 (1:1). „Es war mehr oder weniger ein Treffen der letztjährigen A-Junioren“, spielte RSK-Co-Trainer Steffen Giese auf den Altersschnitt beider Teams an. Die Weißenfelser brachten dabei ihre Spielidee besser auf den Platz, während die Freyburger mit Personalproblemen zu kämpfen hatten. Bereits nach zehn Minuten hätte das Match schon zugunsten der Gastgeber entschieden sein können, aber Martin Keilhaupt scheiterte gleich zwei Mal an Keeper Till Klippel. Danach hatten die Jahnstädter ihre erste Chance: Leo Apolle legte quer auf Jonas Weise, aber dessen Schuss verfehlte knapp das Ziel. In der 14. Minute ging die RSK-Elf ein wenig überraschend in Führung, als Apolle nach einem langen Pass von Till Kirchhoff den Ball annahm, noch zwei Gegenspieler austrickste und zum 0:1 verwandelte. Wenig später hatte die SSC-Reserve die Antwort schon parat, als die Abseitsfalle der Gäste nicht griff und Felix Zech (23.) mit einem Lupfer erfolgreich war.
In der zweiten Halbzeit verflachte das Spiel ein wenig. Nach einem Freistoß von Ronny Hagge traf Apolle per Seitfallzieher nur den Pfosten. Acht Minuten vor Schluss eroberte Robert Pavlu das Spielgerät und bugsierte es - unhaltbar für Klippel - zum 2:1 in die Maschen. Damit standen die Freyburger mit leeren Händen da. „Man muss aber so ehrlich sein und anerkennen, dass der Sieg für die Weißenfelser verdient war“, zeigte sich Giese nach der ersten Saisonniederlage seines Teams als fairer Verlierer.
KREISOBERLIGA: SC Naumburg II - Langendorf/WFV 2:1 (0:1). Bei herrlichstem Fußballwetter trabten die Gastgeber am Sonntagnachmittag im Stadion Saalestraße zunächst im Stile eines Betriebsausfluges übers Feld, und sie hatten ihre Probleme mit den quirligen Stürmern der Gäste. Kai Eckardt wurde in der 16. Minute unter Druck gesetzt. Er verlor auf Höhe Mittellinie den Ball, und Saikou Ceesay staubte zum 0:1 ab, nachdem er zuvor die Querlatte getroffen hatte. Die Halbzeitansprache des SCN-Trainergespanns sowie die Einwechslungen von Eric Zander, Toni Henneberg und Nils Walther fruchteten. Die Gäste wurden nun unter Druck gesetzt. Zwei Flanken von Abubacar Schätz fanden Eric Zander, der sich als Doppelpacker (50./54.) in die Torschützenliste eintrug und das Spiel drehte. „Die erste Halbzeit war so ziemlich das Schlechteste, was wir seit Langem gespielt haben. Das Wichtigste sind die drei Punkte und die Tatsache, dass es nur besser werden kann“, resümierte Naumburgs Coach Patrick Hausmann nach dem dritten Sieg im dritten Saisonspiel.
Blau-Weiß Bad Kösen - Grün-Gelb Osterfeld 3:1 (0:0). Ebenfalls noch eine weiße Punkteweste haben die Kurstädter, und weil sie einen Treffer mehr als die SCN-Reserve erzielten, rückten sie an die Tabellenspitze vor. Auch wenn die Zuschauer laut Bad Kösens Coach Matthias Große „kein berauschendes Spiel“ gesehen haben. In der ersten Halbzeit waren Torchancen auf beiden Seiten eher Mangelware, und die Szenerie war geprägt von hohen, langen Bällen. Nach der Pause gingen dann zunächst die Gäste in Führung: Max Andrae (48.) war mit einem Sonntagsschuss erfolgreich. Die Blau-Weißen schüttelten sich kurz und hatten prompt die passende Antwort parat: Nach einer Flanke von Richard Schibath war Kapitän Oliver Eschrich (50.) zur Stelle und glich aus. Nur zwölf Minuten später traf Eschrich erneut per Kopf. Der gerade eingewechselte Sven Albrecht (77.) stellte - nachdem Paul Plobner die gesamte Osterfelder Abwehr überlupft hatte - den 3:1- Endstand her. Wegen wiederholten Foulspiel sah Grün-Gelb-Akteur Tom Guhs in der Nachspielzeit noch die Ampelkarte.
Lossa/Rastenberg - Rot-Weiß Reichardtswerben 0:1 (0:1). In Rastenberg hat die länderübergreifende Kombination am Sonntag erstmals in dieser Saison verloren. Mario Rahaus, Stürmer der Gastgeber, sprach nach der Partie von einer „ärgerlichen, aber nicht ganz unverdienten Niederlage“ seiner Elf, die zwar versucht habe, über 90 Minuten ein Übergewicht zu schaffen, es sich an diesem Tag aber kaum erspielen konnte. Mit einem sehenswerten, von Patrick Pusch direkt verwandelten Freistoß (20.) ging Reichardtswerben in Führung. Das war gleichzeitig der Weckruf für das Eintracht/Union-Team, das danach zu einigen guten Chancen kam, aber Marcus Jöricke und Leonard Wagner konnten diese nicht nutzen. Auch in der zweiten Halbzeit drückte die Spielgemeinschaft auf den Ausgleich, aber wiederum gelang es ihnen nicht - so Kai Vollrath und Michael Neuhauß -, den Ball über die Linie zu bringen. Die Rot-Weißen besannen sich auf ihre Defensivarbeit und hatten damit Erfolg. Grund zur Freude gab es bei den Platzherren dennoch: Christian Vollrath und dessen Frau Nicole sind glückliche Eltern eines Sohnes (Hannes) geworden.
TSV Tröglitz - FC ZWK Nebra 2:1 (0:1). Die Unstrutstädter kehrten mit einer überraschenden Niederlage zurück. Aufgrund fehlender Laufbereitschaft und mangelnder Genauigkeit bei den eigenen Zuspielen zogen sie gegen den Aufsteiger aus Tröglitz den Kürzeren. In der 6. Minute hatte das ZWK-Team Glück, dass die Gastgeber ihre erste Möglichkeit nicht nutzen konnten. Nach einer zu kurz abgewehrten Ecke war dann auf der Gegenseite aber Lukas Sander (33.) bereit und schoss den Führungstreffer der Gäste. Nach dem Seitenwechsel liefen die Nebraer direkt in einen Konter und fingen sich durch Ralf Bunzel (46.) den Ausgleich. Fortan zeigten sie sich dann zwar ein wenig aktiver, konnten aber nichts Zählbares mitnehmen. Die beste Möglichkeit hatte noch Markus Konieczny. Nach einer Unaufmerksamkeit in der ZWK-Defensive fiel das 2:1 durch Niklas Rammelt (73.), und damit stachen bei der ersten Saisonniederlage der Nebraer gleich zwei Joker des TSV.
Eintracht Profen - SV Mertendorf 0:1 (0:1). Nach zwei knappen Niederlagen gegen das Spitzenduo gelang den Wethautalern im dritten Spiel der erste Saisonsieg. In einer ausgeglichenen, fairen Partie erzielte Felix Bach (15.) nach einem Konter das entscheidende Tor. Bis zur Halbzeit passierte danach nicht viel. Im zweiten Abschnitt machte Schlusslicht Profen Druck, aber dies stellte die Mertendorfer vor keine größeren Probleme. Kurz vor Schluss hätten die Gäste das Ergebnis sogar noch ausbauen können, aber nach Thomas Wicherts Lupfer erreichte Eintracht-Keeper Sebastian Steinthal den Ball gerade noch mit den Fingerspitzen und lenkte ihn zur Ecke. (tok/maw)

