Salzlandkarte vorgestellt

Salzlandsparkasse will mit Salzlandkarte Händler und Firmen im Salzlandkreis stärken: „Wo man einkauft, wächst die Wirtschaftskraft“

Aschersleben - Handliche Gutscheinkarten der großen Online-Händler können Kunden mittlerweile in fast jedem Supermarkt oder an beinahe jeder Tankstelle kaufen.

Von Katrin Wurm 07.10.2020, 15:28

Handliche Gutscheinkarten der großen Online-Händler können Kunden mittlerweile in fast jedem Supermarkt oder an beinahe jeder Tankstelle kaufen.

Gerade als Geschenk erfreuen sie sich immer größerer Beliebtheit. „Doch das ist Geld, das nicht in der Region bleibt“, sagt Martin Lampadius, Chef der Ascherslebener Kaufmannsgilde, der die Sorgen, Nöte und Hoffnungen der regionalen Innenstadthändler kennt.

Um dem ambitionierten Ziel, den Salzlandkreis auch wirtschaftlich weiterzuentwickeln, ein Stück näherzukommen, will die Salzlandsparkasse mit der Salzlandcard durchstarten.

Die Salzlandkarte ist Eintrittskarte, Schülerausweis und Gutschein zugleich

Die Karte im Kreditkartenformat soll nämlich so einiges können, verspricht Michael Haßkerl von der Salzlandsparkasse bei einer Info-Veranstaltung für die in der Ascherslebener Kaufmannsgilde organisierten Händler. „Es geht um Kundenbindung und Kaufkraftstärkung“, sagt Haßkerl.

Gleich drei grundlegende Funktionen soll die Karte erfüllen: „Sie soll Eintritte regeln können. Zum Beispiel in Museen, den Zoo und die Musikschule und zugleich für die Schüler als Schülerausweis dienen, zum Beispiel für den Schulbusverkehr.

Eine zweite Funktion ist die aufladbare Gutscheinfunktion. Außerdem soll es möglich sein, dass man mit der Karte bezahlen kann. Allerdings ohne Kreditfunktion, sondern nur auf Guthabenbasis.“

Das alles funktioniere aber nur, wenn genügend Händler sich bereiterklären, mit der Salzlandcard zu arbeiten, um ein breites Netz vorzuhalten und die Akzeptanz für den Einsatz der Karte zu steigern.

Damit die Salzlandkarte funktioniert, müssen möglichst viele regionale Händler mitmachen

„Die Funktion wäre unter anderem so, dass Bürger oder Unternehmen die Gutscheine aufladen oder kaufen und dann Zugang zu Dienstleistungen oder Produkten haben“, erklärt Haßkerl das Prozedere. „Es werden für Unternehmen, die die Salzlandcard an ihre Mitarbeiter ausgeben, pro Karte einmalig Produktionskosten von einem Euro in Rechnung gestellt.“

Als Lesegeräte seien die EC-Geräte der Salzlandsparkasse oder Android-Handys möglich. Doch warum das Ganze? „Wir wollen Zahlungsströme regionalisieren“, begründet Hans-Michael Strube, Vorstand der Salzlandsparkasse, das Projekt. „Denn wo man einkauft, wächst auch die Wirtschaftskraft.“

„Wo man einkauft, wächst auch die Wirtschaftskraft“, sagt Sparkassenvorstand Strube

Das ist etwas, was auch Salzlandkreis-Landrat Markus Bauer gern hört. Schließlich ist es sein Steckenpferd, den Salzlandkreis als „Smart.Region“ - also pfiffige, schlaue Region - zu etablieren. Dazu gehöre neben der Digitalisierung eben auch die Stärkung der hiesigen Wirtschaft durch smarte Ideen. „Wir wollen die Region stärken und brauchen dafür Mitstreiter“, sagt er optimistisch.

Mitstreiter erhoffen sich auch die organisierenden Akteure der Salzlandcard. Neben der Salzlandsparkasse ist das die Firma Tonfunk Ermsleben, die für die technische Umsetzung der Karte verantwortlich ist. „Wir brauchen ein breites Netz an Akzeptanzstellen, also Händlern, die mit der Card arbeiten“, wirbt Haßkerl.

In einer Pilotrunde wollen nun die Tunfunk-Gruppe und die Salzlandsparkasse testen, ob die Karte denn auch den Funktionstest im Alltag besteht. 20 Händler aus Aschersleben haben sich bereits dafür angemeldet, bilanziert Michael Haßkerl den Abend bei der Kaufmannsgilde. (mz)