Heimatverein Nelben

Heimatverein Nelben: Ein verschworene Gemeinschaft

Nelben - Urgestein ist Gründungsmitglied des Heimatvereins und seit diesem Jahr auch sein Vorsitzender.

Von Carsten Roloff

Bodenständig und ganz tief in Nelben verwurzelt: Jörg Röthling lebt heute noch in seinem Geburtshaus in der damaligen Dorfstraße 92 mit seinem 90-jährigen Vater Herbert, seiner Schwester Kerstin und seiner Frau Andrea. Sohn Patrick (27) lebt in Könnern.

„Ich bin praktisch ein Nelbener Ureinwohner“, erzählte der 50-jährige stolze Opa von Charlie (drei Monate alt), der seit diesem Jahr als Nachfolger von Matthias Saudhof an der Spitze des Heimatvereins steht und außerdem vor vier Jahren auch zu den Gründungsmitgliedern gehörte.

Heimatverein Nelben: Ortschronik entstanden

Natürlich kennt er auch einige wichtige Eckdaten zur Geschichte seines Ortes.

„Nelben wurde 874 erstmals urkundlich erwähnt. Bis zum Bau der Saalebrücke im Jahre 1929 konnte man den Fluss nur mit der Fähre überqueren. Kurz vor Kriegsende haben die US-Amerikaner die Brücke beschossen. Leider ging auch ein Todesmarsch von KZ-Häftlingen durch unseren Ort“, erzählte Jörg Röthling, der sehr gern einen Blick in die Nelbener Chronik wirft.

An der Schaffung dieses Zeitzeugnisses haben Erich Brauner, Angelika Schramm, Gudrun Röll, Elfriede Fricke und Siegfried Müller einen entscheidenden Anteil.

Heimatverein Nelben: Als Elektroniker nur kurz gearbeitet

Röthling wurde am 30. März 1968 in Bernburg geboren. Der echte Nelbener Junge besuchte die vier Jahre lang die Grundschule in Gnölbzig, die 1978 geschlossen wurde und machte den Abschluss der zehnten Klasse in Könnern.

Anschließend erlernte er den Beruf des Elektronikers bei den Draht- und Seilwerken in Rothenburg.

Die meiste Zeit seiner Lehre verbrachte der Azubi damals jedoch in Brandenburg an der Havel.

„In diesem Beruf habe ich nur kurz gearbeitet, da ich zur NVA eingezogen wurde und danach die Wende kam“, berichtete der Elektroniker, der aber trotz der Wende bis heute weiterhin in Rothenburg beschäftigt ist und dort für den technischen Service im Heizhaus und bei der Abwasserbehandlung zuständig ist.

Heimatverein Nelben: Die Wurzeln liegen vier Jahre zurück

Schon in seiner Jugend trat Jörg Röthling der Feuerwehr bei, die nach der Wende zerfiel, aber zugleich eine der wichtigsten Wurzeln des im Jahr 2014 gegründeten Heimatvereins ist.

Die ehemaligen Kameraden trafen sich immer noch in regelmäßigen Abständen und unternahmen auch in der Freizeit viel gemeinsam mit ihren Familien.

„Die Nelbener verstehen sich blind. Das findet man kaum noch. Auch die Jugendlichen machen im Heimatverein mit. Wir sind eine verschworene Gemeinschaft“, sagte der Vorsitzende.

Heimatverein Nelben: Gemeinschaft erhalten

Und diese Gemeinschaft soll dank des Engagements der momentan immerhin 35 Mitglieder des Heimatvereins erhalten bleiben, die auch die Feierlichkeiten in der Gemeinde organisieren.

In diesem Jahr stehen am 13. Oktober das Erntedankfest und der Adventsmarkt an der Kirche am 15. Dezember auf dem Programm.

Übrigens finden die Feten in der Gemeinde stets an verschiedenen Orten (Anger, Schnitzelmiete, Scheune von Matthias Saudhof, Winkel und Kirche) statt.

Heimatverein Nelben: Es wird nicht nur gefeiert

„Bei uns wird aber nicht nur gefeiert, sondern auch fleißig gearbeitet“, hob der Vorsitzende des Heimatvereins den Eifer seiner Mitbürger hervor.

Die Nelbener haben in den vergangenen Jahren ihre Bachbrücke in Eigenregie gestrichen, den Anger gesäubert, eine Tischtennisplatte und Bänke an der Saale aufgestellt.

Für ein blühendes Dorf stecken sie im Herbst regelmäßig Blumenzwiebeln. Der Zusammenhalt soll erhalten bleiben. Dafür möchte sich Jörg Röthling als Vorsitzender des Heimatvereins in erster Linie stark machen. (mz)