Fußball-Landesklasse Fußball-Landesklasse: Das Karussell in Drohndorf dreht und dreht sich

Drohndorf - Es war alles so schön einfach in den vergangenen Jahren. Wenn der FSV Drohndorf/Mehringen in die Saisonvorbereitung startete, und der Kampf um die Stammplätze entbrannte, wusste Trainer Sebastian Otte schon, dass er auf einer Position nicht lange überlegen muss. Auf der des Torhüters. Christian Groß war gesetzt. Christian Groß war Leistungsträger und Führungsspieler in einem. Die perfekte Mischung um einer Hintermannschaft Sicherheit zu geben.
Doch Christian Groß ist seit dem letzten Spieltag der vergangenen Saison auch Geschichte. Der 34-Jährige beendete seine Karriere.
Süffisanter Luxus
Trainer Sebastian Otte wusste das natürlich schon länger. Einen geeigneten Nachfolger zu finden, machte es für den Verein trotzdem nicht leichter. Es gab Kandidaten, es gab Gespräche. Nur: Eine Einigung gab es nicht. „Die Situation ist natürlich nicht ideal“, gibt Otte zu, „aber wir müssen jetzt nun mal damit leben.“ Zum Verständnis: Es ist nicht so, dass Drohndorf/Mehringen gar keinen Torhüter mehr hat. Offiziell stehen mit Alexander Röder und Christoph Zander zwei zur Verfügung. Doch Röder ist, oftmals auch an Wochenenden, beruflich eingespannt, Zander hingegen erst 18 Jahre jung. Zwar bescheinigt der FSV-Trainer ihm großes Talent, doch es fehlt eben an Erfahrung. Sebastian Otte wollte daher noch einen dritten Keeper im Kader haben.
Dass er den, aufgrund des in der Vorbereitung fehlenden Christoph Zander, derzeit in Form von Co-Trainer Norman Freisdorf hat, belegt die unbefriedigende Situation. Röder und Freisdorf teilten sich bis vergangenen Sonntag die Spiele - mussten dann jedoch gegen die SG Empor Ost/PSV Magdeburg beide passen. So stand mit Neuzugang Sven Knöfler, ausgebildeter Torhüter aber mittlerweile Verteidiger, in der Vorbereitung bereits der dritte verschiedene Mann zwischen den Pfosten.
Und wenn Drohndorf/Mehringen am Freitagabend (19 Uhr) in Winningen gastiert, wer wird dann das Tor hüten? Röder, Freisdorf, Knöfler, vielleicht Zander? Sebastian Otte bleibt nur noch Galgenhumor: „Alles falsch“, sagt er. Denn gegen Eintracht Winningen muss der ehemalige Torhüter der ersten Mannschaft, und aktuelle Feldspieler der Zweiten, Falko Michalewicz aushelfen. Das Torwartkarussell dreht sich also fröhlich weiter und scheint kein Ende zu nehmen. Denn am Sonntag, wenn der FSV den SV Förderstedt empfängt (14 Uhr), ist das derzeit offizielle Trio Freisdorf, Röder, Zander erstmals komplett. „Richtiger Luxus“, meint Sebastian Otte süffisant.
Zweikampf um die Nummer eins
Förderstedt wird für den letztjährigen Landesklasse-Zwölften auch der letzte Härtetest, bevor am kommenden Wochenende mit Rot-Weiß Alsleben im Salzlandpokal das erste Pflichtspiel ansteht. Bis dahin will sich Sebastian Otte auf einen Stammtorhüter festlegen. „Ich habe auch eine Tendenz im Kopf“, sagt der Trainer, ohne allerdings mehr zu verraten. Sicher scheint: Es wird auf einen Zweikampf zwischen dem 31-jährigen Alexander Röder und Norman Freisdorf hinauslaufen. Dass somit der Co-Trainer kurz vor Saisonstart Chancen hat, die Nummer eins zu werden, belegt das ganze Dilemma. (mz)