„Air Cargo Gyrocopter“

Flughafen Magdeburg-Cochstedt im Salzlandkreis: DLR plant Testflüge mit unbemannten Transport-Hubschraubern

Cochstedt - Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt will Air Cargo Gyrocopter testen, die bis zu 200 Kilogramm Fracht transportieren. Mit ihrem Betrieb sollen die Kosten für den Luftfracht sinken. Konzerne wie Amazon oder Daimler forschen seit Jahren an solchen Drohnen.

Von Marko Jeschor 19.09.2018, 12:54

Die Drohne sieht ein bisschen aus wie ein Wal - mit Propellern. Und tatsächlich passt einiges in das Innere. Von bis zu 200 Kilogramm Fracht ist in der Video-Animation des Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) die Rede. Ein solcher sogenannter „Air Cargo Gyrocopter“ soll in einigen Wochen vom Flughafen Magdeburg-Cochstedt abheben - zu Testzwecken. Dabei geht es nicht nur um die Funktionsweise, sondern auch Sicherheitsaspekte.

20 DLR-Mitarbeiter arbeiten mit sogenannten Tragschraubern

„Diese Form des Einsatzes von Fluggeräten wird in Zukunft Eingang in den Luftverkehr finden“, ist DLR-Sprecher Andreas Schütz überzeugt. Grund: Mit dem Betrieb können Flugkosten gesenkt werden. Tatsächlich forschen an Drohnen aufgrund ihrer unterstellten Zukunftsträchtigkeit längst Konzerne wie Amazon oder Daimler.

Für das Forschungsinstitut sind die Tests unterdessen ein wichtiger Schritt bei der eigenen Entwicklung unbemannter Flugkörper, mit deren Hilfe künftig sowohl Waren als auch Personen befördert werden könnten - zumindest über kürzere Strecken. In den vergangenen zwei Jahren arbeiteten nach Angaben von Schütz 20 Mitarbeiter verschiedener Institute an dem sogenannten Tragschrauber - einer Art Hybrid zwischen Flugzeug und Hubschrauber.

Für den Flughafen Magdeburg-Cochstedt ist es indes ein weiterer Beweis, dass es die bundeseigene Forschungseinrichtung durchaus ernst meint mit einer Übernahme. Schütz sagte, man befinde sich seit Anfang des Jahres in Gesprächen zur Zukunft.

Eine Vereinbarung über künftige Nutzungskonzepte gebe es jedoch nicht. Damit dementierte Schütz einen Bericht des MDR, der am Dienstag online von einem unterschriftsreifen Vertrag sprach.

DLR-Sprecher Schütz dementiert Bericht des MDR

Auch das Wirtschaftsministerium sowie weitere mit der Sache vertraute Quellen bestätigten die Informationen auf MZ-Anfrage nicht. Der Flughafen hat eine Betriebserlaubnis bis 2019. Findet sich bis dahin kein neuer Nutzer, droht die Genehmigung zu erlöschen.

Bevor die Drohne irgendwann im Oktober abheben wird, ist die DLR noch für ein anderes Forschungsprojekt am Flughafen zu Gast. Erneut geht es um Lärmmessungen. Dafür wird ein Airbus A320 mit speziellen Anbauten über die Region fliegen. (mz)