Flughafen Cochstedt

Flughafen Cochstedt: Landesverwaltungsamt stoppt Betrieb am Airport

Halle (Saale)/Cochstedt - Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Flughafens Cochstedt konnte nicht mehr nachgewiesen werden.

Von Steffen Höhne 31.08.2016, 16:23
Der Flughafen Cochstedt bleibt in Turbulenzen. Das Amtsgericht Magdeburg hat vergangene Woche ein Insolvenzverfahren für die Flughafengesellschaft eröffnet.
Der Flughafen Cochstedt bleibt in Turbulenzen. Das Amtsgericht Magdeburg hat vergangene Woche ein Insolvenzverfahren für die Flughafengesellschaft eröffnet. dpa-Zentralbild

Viele größere Flugzeuge sind vom insolventen Airport Magdeburg-Cochstedt in der letzten Zeit nicht mehr gestartet. Ab Donnerstag muss der Flugplatz nun vorerst den Betrieb komplett einstellen. Das Landesverwaltungsamt in Halle  hat aufgrund „des fehlenden Nachweises der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit die Betriebsfreigabe widerrufen“.  Dies führe dazu, dass der Flugbetrieb ausgesetzt werde, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Das Flughafen-Management war  auf MZ-Anfrage nicht zu erreichen.

Finanzielle Lage des Flughafen ist unklar

Im Vorfeld der  Entscheidung wurde nach Angaben des Landesverwaltungsamtes der Flughafen-Gesellschaft in einer vierwöchigen Anhörungsfrist die Möglichkeit eingeräumt, die  wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachzuweisen. „Dieses Anhörungsschreiben blieb unbeantwortet, die notwendigen Nachweise wurden nicht vorgelegt“, so die Behörde.
Die Flughafen-Gesellschaft hatte bereits Anfang des Jahres Insolvenz angemeldet. Am 18.  August  wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Verwalter ist der Magdeburger Rechtsanwalt André Löffler. Dieser ist seit geraumer Zeit auf der Suche nach geeigneten Investoren - bisher ohne Erfolg. Der Flugbetrieb   wurde allerdings weiter aufrechterhalten.  Dazu muss der  Airport etwa Sicherheitstechnik wie Feuerwehr und Personal vorhalten.  Das Landesverwaltungsamt wollte nun offenbar prüfen, ob ausreichend Geld vorhanden ist, um alle vorgeschriebenen Leistungen zu erbringen.  Dieser Nachweis fehlt.  Die Behörde räumt nun eine Frist bis zum 28. Februar 2017 ein, um die Nachweise vorzulegen.
Werden diese nicht erbracht, droht die Behörde mit dem Entzug der Betriebsgenehmigung des Flughafens. Sollte das passieren, dann wäre der Airport wahrscheinlich unverkäuflich. Eine neue Betriebsgenehmigung zu erhalten, wäre äußerst aufwendig.

Dänische Gesellschaft zieht sich zurück

Die dänische Betreibergesellschaft Airport Development hatte 2010 den Flughafen vom Land Sachsen-Anhalt übernommen. Von 2011 bis 2013 startete die Billigairline Ryanair auf dem Flugplatz. Seitdem landen im Salzlandkreis nur noch Hobbyflieger und vereinzelt einige Privat- und Frachtmaschinen. Der dänische Eigner Peter Sølbeck war nach fünf verlustreichen Jahren Anfang 2016 nicht mehr bereit, die Defizite zu tragen. Zuletzt sollen es drei Millionen Euro im Jahr gewesen sein.
(mz)