Gewalt gegen Bahn-Beschäftigte Für mehr Sicherheit im Zug braucht es mehr Personal (Kommentar)
Sicherheit im Bahnverkehr: Warum an zusätzlichem Personal kein Weg vorbeiführt.

Halle/MZ - Für mehr Sicherheit im Bahnverkehr, sowohl für Beschäftigte als auch für Reisende, führt kein Weg vorbei an zusätzlichem Personal, an zusätzlichen Sicherheitsleuten und zusätzlichen Zugbegleitern. Auch Bodycams mögen wirksam sein, wie Erfahrungen der Bahn zeigen. Aber jeder weiß es aus eigener Erfahrung: In unsicheren oder als unsicher empfundenen Situationen fühlt man sich wohler, wenn man nicht alleine ist, wenn man andere Menschen ansprechen kann.
Es ist gut, dass auch Sachsen-Anhalts Verkehrsministerin Lydia Hüskens (FDP) das so sieht. Doch bei allem Verständnis dafür, dass zusätzliches Geld für neue Stellen weder vom Himmel fällt noch einfach so gedruckt werden kann und dass erst einmal Bewerber gefunden werden müssen, die den Job im Zug machen wollen: Die von Hüskens vorgeschlagene Lösung wirkt unzureichend.
Eine Million Euro mehr für Sicherheit im Nahverkehr in Sachsen-Anhalt
Für neue Stellen will das Land zurückgreifen auf Mittel, die es wegen Qualitätsmängeln nicht an Zugbetreiber ausgezahlt hat. Auf den ersten Blick hat das Charme, denn, so der Eindruck: Da lässt sich was holen. 2024 hat das Land immerhin 53 Millionen Euro einbehalten. Allerdings: Wenn das vergangene Jahr abgerechnet ist, werden es wohl nur 30 Millionen sein. Danach vielleicht wieder mehr, vielleicht aber auch noch weniger, je nachdem wie es läuft im Bahnverkehr. So lassen sich Personalstellen nicht verlässlich und dauerhaft finanzieren, es wäre ein Durchwurschteln von Jahr zu Jahr. Das hilft weder den Beschäftigten noch den Reisenden.
Dabei ist Hüskens im vergangenen Jahr schon einen Schritt in die richtige Richtung gegangen: Ihr Ministerium hat die Mittel für Sicherheit im Nahverkehr um eine Million Euro jährlich erhöht. So schön es wäre, Geld für dichtere Takte oder weitere Züge auszugeben, dem Land wird nichts anderes übrig bleiben, als dieses Budget weiter aufzustocken. Planbar, nicht dem Zufall unterworfen.