„Situation wie 2015 vermeiden“

Flüchtlinge Sachsen-Anhalt: Land baut zweite Erstaufnahme-Einrichtung in Stendal

Magdeburg - Zur Unterbringung von Flüchtlingen will Sachsen-Anhalt eine zweite Erstaufnahme-Einrichtung bauen und gleichzeitig die Gesamtplätze zur Unterbringung im Land schrittweise verringern.

Von Jan Schumann 10.01.2018, 01:00
Hinweisschild zur Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (ZASt) in Halberstadt: In Stendal soll eine weitere Erstaufnahme-Einrichtung entstehen.
Hinweisschild zur Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (ZASt) in Halberstadt: In Stendal soll eine weitere Erstaufnahme-Einrichtung entstehen. dpa-Zentralbild

Zur Unterbringung von Flüchtlingen will Sachsen-Anhalt eine zweite Erstaufnahme-Einrichtung bauen und gleichzeitig die Gesamtplätze zur Unterbringung im Land schrittweise verringern.

Das Kabinett um Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) billigte am Dienstag den Plan, eine Unterkunft mit knapp 1.000 Plätzen in Stendal zu errichten. Es handelt sich um eine alte Bundeswehr-Liegenschaft. Die Unterkunft soll damit beinahe so viele Plätze wie die bestehende Erstaufnahme-Einrichtung in Halberstadt haben. Nach Rechnung des Landes sollen diese 2.000 Plätze künftig zur Unterbringung ausreichen. Aktuelle Satelliten-Standorte – etwa in der Magdeburger Breitscheidstraße – sollen stattdessen geschlossen werden. So würden statt 4.000 Plätzen (Stand: Anfang 2017) künftig noch 2.000 zur Verfügung stehen.

Zweite Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge in Stendal

Damit wird ein über Jahre bestehender Plan der Landesregierung nun umgesetzt. Nach MZ-Informationen soll das Land in Stendal rund acht Millionen Euro für den Bau beisteuern, rund 21 Millionen kommen vom Bund.

„Wir brauchen diese Plätze, um nie wieder in eine Situation wie im Herbst 2015 zu kommen“, sagte Landes-Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) der MZ. Auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszuzugs hatte das Land unter anderem Jugendherbergen zu Aufnahmeeinrichtungen umfunktionieren müssen. (mz)

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version war angesichts des Neubaus in Stendal von einer Verdopplung der Unterbringungsplätze die Rede. Allerdings führt die Schließung der Satelliten-Standorte insgesamt zu einer Verringerung im Land. Wir bitten den Fehler zu entschulddigen.