Überblick mit Karte Diese Bahn-Baustellen erwarten Pendler 2026 in Sachsen-Anhalt
Die Bahn macht Sachsen-Anhalt 2026 zur Dauerbaustelle. Die MZ gibt mit einer großen Karte einen Überblick, worauf Zugreisende sich einstellen müssen.

Halle/MZ. - Bei der Bahn in Sachsen-Anhalt wird im kommenden Jahr so viel modernisiert und saniert wie noch nie. Hinzu kommen Bauarbeiten außerhalb der Landesgrenzen, die ins Land ausstrahlen. Worauf müssen Zugreisende sich einstellen?
Auf Basis von Daten der Landesnahverkehrsgesellschaft Nasa gibt die MZ einen Überblick über die geplanten Bahn-Baustellen im Regionalverkehr von Nord bis Süd, geordnet nach Liniennummern. So können Pendlerinnen und Pendler sich schnell orientieren. Wichtig: Erfahrungsgemäß kommen im Laufe des Jahres zu den geplanten Arbeiten noch ungeplante – etwa der Austausch maroder Schwellen.
S1, RE20: Komplettausfälle im Norden durch Großsanierungen
Beide Linien im Landesnorden sind ein Opfer der Generalsanierung zwischen Berlin und Hamburg, die noch bis Ende April andauern soll. Bis dahin entfällt der RE 20 (Schönebeck-Bad Salzelmen – Magdeburg – Uelzen) im Abschnitt zwischen Salzwedel und Uelzen vollständig, zwischen Stendal und Hohenwulsch teilweise.
Die S-Bahn-Linie S1 (Schönebeck-Bad Salzelmen – Magdeburg – Wittenberge) wird bis Ende April zwischen Osterburg und Wittenberge gekappt. Die Gleise werden jeweils für umgeleitete ICE- und Güterzüge benötigt. Ausfallende Züge sollen durch Busse ersetzt werden.

RB34, RB35: Lehrter Stammbahn monatelang gesperrt
Diese beiden Regionalbahnlinien (Stendal – Rathenow und Stendal – Wolfsburg) werden für das gesamte kommende Jahr komplett aus dem Fahrplan gestrichen und durch Busse ersetzt. Der Grund: Die von ihnen genutzte Strecke, die sogenannte „Lehrter Stammbahn“, wird elektrifiziert.
Sie soll als Umleitungsstrecke für den ICE-Verkehr dienen, wenn 2027 die Schnellfahrstrecke Berlin-Hannover generalsaniert wird. Trotz der Arbeiten weiterhin regulär rollen soll der Regionalexpress 4 von Stendal über Berlin nach Falkenberg, zumindest bis Anfang Oktober. Statt über die „Lehrter Stammbahn“ soll der RE über die Schnellstrecke fahren, bis diese gesperrt wird.
Brand eines Stellwerkes bei Gerwisch: Baustellen-Fahrplan gilt weiter
RE1, RB40: Einschränkungen nach Stellwerksbrand wirken weiter
Nach dem Brand eines Stellwerkes in Gerwisch (Jerichower Land) im September ist die Strecke Magdeburg – Berlin weiterhin nur eingeschränkt befahrbar, zunächst bis Ende Februar gibt es einen Baustellen-Fahrplan. Betroffen sind der Regionalexpress von Magdeburg nach Berlin sowie die Regionalbahn zwischen Braunschweig, Magdeburg und Burg.
Im ersten Quartal kommenden Jahres will die Bahn nach eigenen Angaben zwei benachbarte Stellwerke in Biederitz und Möser technisch aufrüsten; diese sollen die abgebrannte Anlage in Gerwisch teilweise ersetzen. Dort ist mittelfristig ein neues elektronisches Stellwerk geplant. Einen Baubeginn dafür hat der Konzern noch nicht mitgeteilt.
Bauarbeiten bei der Bahn in Sachsen-Anhalt: Zugverkehr stark eingeschränkt
RE7: Zeitweise keine Direktverbindungen Richtung Hauptstadt
Zwei Monate lang, vom 19. September bis zum 20. November kommenden Jahres, können Reisende nicht direkt von Dessau nach Berlin fahren. Der Regionalexpress Dessau – Berlin – Senftenberg wird zwischen Dessau und Bad Belzig (Brandenburg) wegen Gleisbauarbeiten gestrichen.
S8: Nächtliche Bauarbeiten mit Ersatzverkehr
Die S-Bahnen zwischen Halle und Bitterfeld werden wegen nächtlicher Bauarbeiten bis zum 5. Juni kommenden Jahres zwischen 22 und 5 Uhr umgeleitet. Auf der ursprünglichen Strecke fahren stattdessen Busse.
Baustelle zwischen Halle und Kassel: Wo und wann nichts mehr geht
RE10: Langfristige Sperrungen auf zentralen Achsen
Der Regionalexpress von Magdeburg nach Erfurt via Sangerhausen wird ab dem Sommer kommenden Jahres gekappt. Vom 25. Juli bis zum 12. Dezember fahren zwischen Klostermansfeld und Artern (Thüringen) Busse. Die Sperrung hängt mit Arbeiten auf der Strecke Halle – Kassel zusammen.
RE8, RE9, RB57
Es ist die umfangreichste Baustelle im Landessüden: Bis 2027 wird die Verbindung von Halle nach Kassel komplett saniert. Betroffen sind die Regionalexpresslinien zwischen den beiden Großstädten sowie die Regionalbahn Sangerhausen – Heiligenstadt (Thüringen).
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Sie fallen im kommenden Jahr in mehreren, sich teilweise überlappenden Zeit- und Streckenabschnitten aus: zwischen Sangerhausen und Nordhausen vom 16. Januar bis 12. März; zwischen Halle und Berga-Kelbra vom 25. Juli bis zum 12. Dezember; zwischen Halle und Nordhausen vom 28. August bis zum 8. Oktober und zwischen Halle und Leinefelde vom 9. Oktober bis zum 12. Dezember. Stattdessen sollen jeweils Busse fahren.
Mehrere Monate nur eine S-Bahn-Linie zwischen Halle und Leipzig
S3: Mehrmonatige Bauphase auf stark genutzten Linien
Eine der beiden S-Bahn-Linien zwischen Halle und Leipzig ist ab Sommer kommenden Jahres in Sachsen unterbrochen: Zwischen Schkeuditz und Leipzig Slevogtstraße fahren vom 11. Juli bis zum 1. Oktober wegen Brückenbauarbeiten keine Züge. Als Direktverbindung von Halle nach Leipzig bleibt die S5/S5x via Flughafen.
S11
Die S-Bahn-Verbindung Halle – Merseburg – Querfurt wird im kommenden Jahr weiter aufgehübscht. Weil an verschiedenen Stationen Bahnsteige modernisiert und Brücken saniert werden, fahren vom 29. Mai bis zum 15. August zwischen Merseburg und Querfurt (beide Saalekreis) Busse.
Baustelle in Großkorbetha bremst Bahnverkehr
RE15, RE16, RB25
Der Neubau einer Überführung in Großkorbetha bei Weißenfels hat Folgen für die Linien RE15 (Leipzig – Naumburg – Saalfeld), RE16 (Halle – Naumburg – Erfurt) und RB 25 (Halle – Naumburg – Saalfeld). Vom 12. März bis zum 10. Juli fallen zwischen Naumburg und Großheringen/Jena beide Regionalexpress-Linien aus, die Regionalbahn verkehrt weiterhin.
Vom 18. Mai bis 1. Juli müssen Teilstrecken zwischen Merseburg und Naumburg sowie Leipzig und Naumburg komplett gesperrt werden; dann fallen alle drei Linien aus.