Seit drei Monaten verschwunden

Seit drei Monaten verschwunden: Taucher suchen vermisste Yolanda nun in Halle

Halle (Saale)/Günthersdorf/Leipzig - Bei der Suche nach der seit fast drei Monaten verschwundenen Leipziger Studentin Yolanda Klug ist die Polizei am Dienstag in Halle aktiv geworden. Wie die federführende Staatsanwaltschaft Leipzig der MZ am Nachmittag mitteilte, wurden die Burg Giebichenstein sowie der Mühlgraben abgesucht. Auch Taucher sollen dabei zum Einsatz gekommen ...

Von Michael Bertram 18.12.2019, 07:00

Bei der Suche nach der seit fast drei Monaten verschwundenen Leipziger Studentin Yolanda Klug ist die Polizei am Dienstag in Halle aktiv geworden. Wie die federführende Staatsanwaltschaft Leipzig der MZ am Nachmittag mitteilte, wurden die Burg Giebichenstein sowie der Mühlgraben abgesucht. Auch Taucher sollen dabei zum Einsatz gekommen sein.

„Abhängig davon, was heute geschafft wird, könnte die Suche am Mittwoch fortgesetzt werden“, erklärte Andreas Ricken von der Staatsanwaltschaft Leipzig. Warum genau die Behörde nun in der Saalestadt nach der Vermissten suchen ließ, dazu äußerte sich Ricken nicht. „Es gibt einen neuen Ermittlungsansatz“, merkte er vielsagend an. Auch Angaben zu möglichen Ergebnissen der neuerlichen Suchaktion machte Andreas Ricken nicht.

Die Studentin war am 25. September dieses Jahres spurlos verschwunden. Sie hatte ihre Wohnung in der Körnerstraße in Leipzig verlassen, um gegen 15 Uhr nach Günthersdorf zu fahren, um im dortigen Ikea-Möbelhaus einige Besorgungen zu machen. Ob sie dort aber jemals angekommen war, ist fraglich und Teil der seit Wochen andauernden Ermittlungen. In diesem Zusammenhang hatte auch rund um das Ikea-Einrichtungshaus eine großangelegte Suchaktion stattgefunden.

Anfang Oktober hatte eine Hundertschaft der Polizei ein größeres Gebiet rund um Ikea nach Yolanda beziehungsweise Spuren, die auf ihren Verbleib hindeuten könnten, abgesucht. Wenige Tage später stiegen dann Taucher ins Wasser des Saale-Elster-Kanals (die MZ berichtete). Ob dabei Spuren gefunden wurden und neue Hinweise erbracht haben, dazu hielt sich die Staatsanwaltschaft stets aus „ermittlungstaktischen Gründen“ bedeckt.

Auch ein Unglück kommt weiterhin in Frage

Dass die Polizei nun im Bereich der Burg Giebichenstein einen erneuten Suchanlauf unternommen hat, könnte im Zusammenhang mit der dortigen Kunsthochschule stehen. Denn schon kurz nach dem Verschwinden Yolandas Ende September hatte die Polizeidirektion Leipzig in einer Suchmeldung davon gesprochen, dass sich die 23-Jährige nach ihrem Besuch bei Ikea - je nachdem, wann sie zurück wäre - mit einer Freundin treffen wollte, um zu einer Hochschulveranstaltung nach Halle zu fahren.

An jenem 25. September fand an der Burg die „Kostprobe 2019“ statt, ein jährlicher Kennenlerntag für Studieninteressenten, der allerhand Angebote bereithält. Fest steht seit Wochen: Es ist nicht auszuschließen, dass die Leipziger Studentin einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Auch ein Unglück kommt jedoch weiterhin in Frage. Die Studentin könnte durchaus in eine medizinischen Notlage geraten sein. Denn sie hatte in der Vergangenheit mehrfach plötzliche Ohnmachtsanfälle erlitten, wie Polizei und Yolandas Vater schilderten. (mz)