Der lange Weg zum Nachbarn

Alternativroute 35 Kilometer länger - Umleitungen nach zwei Vollsperrungen

Weil zwei Vollsperrungen die direkten Verbindungen von Querfurt nach Obhausen blockieren, bleiben Autofahrer nun nur weite Umleitungen.

Von Robert Briest
Der Weg  ist derzeit weit.
Der Weg ist derzeit weit. (Foto: Robert Briest)

Obhausen/MZ - Der Weg von Obhausen nach Querfurt ist normalerweise von überschaubarer Dauer. Lediglich fünf Kilometer trennen das Dorf von der Quernestadt. Doch dieser Tage sind die beiden Orte zumindest für Autofahrer mit Hang zur Regeltreue weit auseinandergerückt: „Von der Planung her ist das unmöglich gemacht. Von Obhausen muss man nun 40 bis 50 Kilometer Umweg über die Autobahn und Farnstädt fahren“, klagt Edgar Siebert. Er wohnt in Obhausen.

Der Grund für den weiten Umweg sind zwei Baustellen, die derzeit für Vollsperrungen sorgen. So baut und saniert der Kreis aktuell die Kreisstraße 2266 nebst dazugehörigem Radweg am Ortsausgang Obhausen in Richtung der Kreuzung am Strandbad. Es ist die einzige offizielle Verbindung, die aus dem Dorf zur Landstraße von Schafstädt nach Querfurt führt. Diese Sperrung ließe sich für die Einwohner eigentlich recht einfach mit vertretbarem Umweg über Döcklitz umfahren.

Alternativroute 35 Kilometer länger

Doch auch dieser Weg ist derzeit versperrt, da die Landesstraßenbaubehörde aktuell den nördlichen Teil der Querfurter Ortsumgehung erneuert. Deshalb führt die offiziell Umleitung nun erstmal in die entgegengesetzte Richtung nach Steuden und über Schafstädt wieder direkt an Obhausen vorbei. Das sind zwar keine 40 Kilometer Umweg, aber immerhin 22 pro Richtung. Die Alternativroute über die Autobahnabfahrten Querfurt und Eisleben und weiter über Farnstädt ist gar 35 Kilometer länger.

Sperrungen und Umleitungen
Sperrungen und Umleitungen
(Grafik: MZ)

Viele Autofahrer würden allerdings keine der beiden Routen nutzen, sagt Siebert, sondern einen asphaltierten Weg, der von Obhausen nach Altenweidenbach und damit zur Landstraße Schafstädt-Querfurt führt. Doch dieser ist offiziell nur für den landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben. Laut dem Anwohner kam es deshalb bereits zu Kontrollen.

Vollsperrung in Obhausen

Doch wieso wurden beide Maßnahmen überhaupt gleichzeitig anberaumt? Laut Annett Sonderhoff, Leiterin des Straßenverkehrsamtes des Kreises, gab es im Vorfeld eine Abstimmungsberatung mit Querfurt, Busbetrieb, Polizei und Straßenbaulastträgern. In der Folge sei die Sanierung der Ortsumfahrung Querfurt in zwei Abschnitte geteilt worden. Der zweite, in dessen Zuge die Landstraße nach Schafstädt gesperrt wird, soll erst begonnen werden, wenn die Vollsperrung in Obhausen vorbei ist. Weshalb diese nun aber zur selben Zeit, wie der erste Bauabschnitt der Ortsumgehung starten musste, ließ Sonderhoff offen. Auf Nachfrage erklärte sie nur, dass Umleitungen über geeignete Straßen erfolgen müssten, deshalb könne es zu weiteren Umwegen kommen.

Die Kreisstraße während der Sanierung nur halbseitig zu sperren, war laut der Amtsleiterin aufgrund fehlender Fahrbahnbreite nicht möglich. „Es besteht lediglich eine Restbreite von 1,30 Meter.“ Auch eine Freigabe des Weges nach Altweidenbachs für Anlieger schließt Sonderhoff wegen der geringen Fahrbahnbreite von 3,50 Meter aus. Als Alternative verweist sie lediglich auf die Route via Farnstädt. Den Obhäusern bleibt daher nur das Warten, dass die Vollsperrungen verschwinden. Laut Kreis soll Teil eins der Ortsumfahrung spätestens am 13. August fertig sein. Dann wäre zumindest der kurze Umweg vorbei an Döcklitz wieder offen.