Polizei warnt

Antänzer Leipzig: Mehr Sexualstraftaten

Leipzig - Die Zahl sexuell motivierter Straftaten durch sogenannte „Antänzer“ in den vergangenen zwölf Monaten nahezu explodiert.

19.12.2016, 18:50
Symbolbild: Eine Polizeistreife kontrolliert mehrere junge Männer.
Symbolbild: Eine Polizeistreife kontrolliert mehrere junge Männer. imago stock&people

In Leipzig ist die Zahl sexuell motivierter Straftaten durch sogenannte „Antänzer“ in den vergangenen zwölf Monaten deutlich gestiegen. Dies würde durch aktuelle Zahlen des sächsischen Innenministeriums belegt, berichtet die Leipziger Volkszeitung.

Demnach sei die Zahl der Sexualstraftaten durch Antanz-Aktionen in Leipzig von vier im gesamten Jahr 2015 auf 37 im Jahr 2016 gestiegen (Stichtag 11. November). Die Zahlen stammen aus einer „deliktspezifischen Sonderauswertung von Straftaten“, die der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) aufgrund einer Kleinen Anfrage des Landtagsabgeordneten Carsten Hütter (AfD) veröffentlicht hat.

Laut LVZ-Bericht würde die Entwicklung dieser Straftaten in keinem anderen Deliktbereich so rasant verlaufen. Demnach kam es durch Antänzer im Jahr 2016 bisher zu 66 Raubstraftaten (90 im Jahr 2015) und zu 226 Diebstählen (224 in 2015). 

Die Leipziger Polizei rät aufgrund der massiven Zunahme dieser Übergriffe zu besonderer Vorsicht. So sollten Frauen in den Abend- und Nachtstunden dunkle Ecken meiden oder gezielt Begleitung suchen. Zudem gebe es die Möglichkeit, sich mit gesetzlich erlaubten Nothilfemitteln zu schützen.

Mit Blick auf den bevorstehenden Jahreswechsel will die Leipziger Polizei laut Bericht besonders an den Leipziger Party-Hotspots mit erhöhtem Aufgebot präsent sein, um im Vorfeld  Straftaten zu verhindern und das  Sicherheitsgefühl der Feiernden zu erhöhen. Zum Jahreswechsel 2015/2016 hatte es während der Silvesterparty auf dem Augustusplatz eine von einer „Antänzerbande“ provozierte Massenschlägerei gegeben.

Die Erkenntnisse über die Antänzer-Szene würden nun im Vorfeld genutzt. Von Seiten der Stadtverwaltung werde über Aufenthaltsverbote gegen bekannte, mutmaßliche Trickdiebe und Antänzer für die Silvesternacht nachgedacht.  (mz)