Waldbrand und Torffeuer

Waldbrand und Torffeuer: Feuerwehr mit vollem Einsatz am Pfingstwochenende

Jessen/Herzberg - Die Feuerwehren in der Nachbarschaft stehen vor großen Herausforderungen. Im Kreis Elbe-Elster müssen viele Leute aus anderen Landesteilen helfen. Auch bei Kemberg brennt es.

02.06.2020, 08:55

Im Gegensatz zu den Feuerwehren in der Region mussten Löschtruppen in der Umgebung größere Brände bekämpfen. So beschäftigte ein Flächenbrand bei Bleddin (Ortsteil von Kemberg) zahlreiche Einsatzkräfte am Pfingstsonntag. Erst gegen Mitternacht war das Feuer gelöscht. Als Schwierigkeit erwies sich der Torfboden, die Flammen fressen sich unter der Erde weiter.

Zeitweise waren bis zu 85 Feuerwehrleute vor Ort, um mit sehr viel Wasser das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Auch Bauern unterstützten bei der Brandbekämpfung.

Stress seit Freitag

Ein noch weitaus größeres Ausmaß hatte ein Brand im Nachbarkreis Elbe-Elster, bei Plessa. Seit Freitag brennt dort ein Moorgebiet (die MZ berichtete). Der Großbrand hat sich auf eine Fläche von rund 100 Hektar ausgebreitet. Nun ist die Gefahr gebannt und der Brand unter Kontrolle. „Wir haben einen Stand erreicht, der nicht mehr als kritisch bezeichnet werden kann“, sagte der diensthabende Landrat Marten Frontzek am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Ausdehnung des Brandes im Moorgebiet „Loben“ bei Plessa sei gestoppt worden, werde die Feuerwehr aber noch länger beschäftigen. „Das kann noch Tage gehen“, schätzte er ein.

Das Feuer war am Freitag ausgebrochen und hatte sich innerhalb weniger Stunden immer weiter ausgedehnt, von zunächst zehn auf 100 Hektar. Ein Moorgebiet, ein angrenzendes Waldstück und ein Schilfgürtel brannten. Ortschaften waren nicht in Gefahr. Die Brandursache war zunächst noch unklar. Der Brand gilt als das erste Großschadensereignis in diesem Jahr im Nachbarland Brandenburg. Umweltminister Axel Vogel (Grüne) will sich am heutigen Dienstag vor Ort ein Bild von der Lage im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft machen.

Sorgen durch Wind

Die Feuerwehr war zu Pfingsten mit bis zu 200 Einsatzkräften vor Ort. Mithilfe von Wärmebildkameras wurden unterirdische Torf- und Moorbrandherde lokalisiert. Diese seien gefährlich, weil sie unter angrenzende Wälder ziehen könnten, sagte Frontzek. Sorge bereitete den Einsatzkräften der immer wieder auffrischende und böige Wind, der Glutnester an einigen Stellen wieder anfachte.

Einsatzkräfte installierten sogenannte Dauerregner an den Brandrändern, um ein Überspringen der Flammen auf an das Moor angrenzende Nadelwälder zu verhindern. Auch ein Hochleistungspumpensystem aus Landesbestand sollte helfen, den Boden noch stärker zu bewässern. Das benötigte Wasser werde aus kleinen Tagebaurestlöchern entnommen, die bereits geflutet seien, erläuterte Frontzek.

Auch ein Löschhubschrauber der Bundespolizei war im Einsatz. Er kann 2.000 Liter aufnehmen und damit gezielt Glutnester in dem schwer zugänglichen Gebiet beregnen. Zusätzlich wird Frontzek zufolge ein 20 Meter breiter und ein Kilometer langer Waldbrandschutzstreifen errichtet.

Einsatzkräfte aus Märkisch-Oderland unterstützten am Montag die Feuerwehrleute vor Ort. Am Sonntag waren Kräfte aus der Prignitz angereist. Am Samstag kam Unterstützung aus der Uckermark, dem Barnim und dem Landkreis Teltow-Fläming. Am Dienstag werden Feuerwehrleute aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz erwartet.

„Das Problem ist der extreme Wind, der den Boden nicht nur austrocknet, sondern das Feuer wieder anfachen kann“, bestätigte auch Raimund Engel, Landes-Waldbrandschutzbeauftragter. (mz/gro/dpa)