Tragischer Unfall bei Bülzig

ICE: Strecke Wittenberg - Jüterborg nach tödlichem Unfall gesperrt

Bülzig - Die Deutsche Bahn hat die Zugstrecke zwischen Wittenberg und Berlin gesperrt. Grund ist ein tödlicher Unfall mit einem ICE.

Von Alexander Baumbach

Ein tragisches Unglück überschattet den Samstagabend im Landkreis Wittenberg: Auf der Bahnstrecke zwischen Wittenberg und Jüterbog am Bahnkilometer 88,4 wurden zwei Techniker der Deutschen Bahn bei einem Unfall mit einem ICE um 19.58 Uhr tödlich verletzt. Die beiden Verstorbenen waren 56 und 61 Jahre alt.

Tödlicher Unfall bei Bülzig: Zwei Techniker der Deutschen Bahn von ICE getötet

„Wir wurden um 20.03 Uhr von der Notfall-Leitstelle der Bahn über den Unfall in der Ortslage Bülzig informiert“, erklärt Romy Gürtler, Pressesprecherin der Bundespolizei am Samstagabend.

In dem Zug sitzen auch zwei Stunden nach dem Unglück etwa 320 Reisende fest. Von ihnen wird keiner verletzt. Der ICE wird nach Bülzig - einem kleinen Haltepunkt auf der Strecke - gebracht, wo der Schnellzug evakuiert wird.

Bis 2.09 Uhr dauert die Vollsperrung der Strecke an. Durch den Einsatz von Landes- und Bundespolizei, Rettungskräften, Bahnmitarbeitern und Feuerwehren könne man von einem Großeinsatz sprechen. 

„Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist jetzt Gegenstand der Ermittlungen, die natürlich durch die Dunkelheit erschwert werden“, so Gürtler zu Mitteldeutschen Zeitung. Die Ermittlungen zur Unfallursache auf Seiten der Landespolizei führt das Wittenberger Polizeirevier. 

ICE bei Bülzig erfasst zwei Bahn-Techniker: Wie konnte es zu dem tödlichen Unfall kommen?

Ob es Sicherungsposten während der Bauarbeiten gab und wie es zu dem Unfall kommen konnte, wollte die Deutsche Bahn am Sonntagmorgen nicht kommentieren. „Wir ermitteln das jetzt und arbeiten da eng mit den Behörden zusammen, können dazu aber im Moment nichts sagen“, erklärte eine Bahnsprecherin gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung. „Wir sind sehr betroffen über den Arbeitsunfall und unsere Gedanken sind bei den Angehörigen“, sagte sie weiter.

Unterdessen gibt es erste Reaktionen von Reisenden, die im Zug saßen. „Die Reisenden haben allesamt Anspruch auf eine Teilrückerstattung des Ticketpreises. Ich würde dies gern nicht tun und dieses Geld stattdessen den Hinterbliebenen zukommen lassen. Ich könnte mir vorstellen, dass dies auch andere tun wollen“, erklärt einer der Mitfahrer gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung. 

Der Zug gehört der ehemaligen Gattung „Metropolitan“ an. Die Züge verkehren seit 2004 als reguläre ICE und IC-Züge. Anders als klassische ICE haben diese Züge eine Lok und Waggons.