Krank trotz Impfung?

Krank trotz Impfung?: Pflegeheime in MSH können sich erneute Infektionen nicht erklären

Sangerhausen/Eisleben/Hettstedt - Corona-Pandemie: Erkrankungen in Pflegeheimen nach erster Impfung

Von Joel Stubert und Beate Thomashausen

Derzeit gilt eine Impfung als das wirksamste Mittel, um sich gegen Corona zu schützen. 3.382 Menschen haben bereits ihre Erstimpfung mit dem Impfstoff der Firma Biontech/Pfizer bekommen. Doch offenbar sind in Pflegeheimen im Landkreis mehrere Menschen trotz Impfung an Corona erkrankt.

Coronafälle nach der ersten Impfung im DRK-Pflegeheim in Hohlstedt

Am 24. Januar beispielsweise wurden insgesamt 14 Beschäftigten und Bewohnern des DRK-Pflegeheims in Hohlstedt positiv getestet - elf Tage nach der ersten Impfung. Alle positiv getesteten Bewohner hatten sich impfen lassen, aber nicht alle Beschäftigten. Andreas Claus, Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbandes Sangerhausen, konnte es zunächst nicht glauben. „Zum Glück sind bei allen Erkrankten die Symptome nur mild. Die Betroffenen haben Fieber, sind müde und abgeschlagen und haben Schnupfen. Aber gravierender sind die Auswirkungen zum Glück nicht.“ Die Zweitimpfungen sollen nun am 8. Februar erfolgen.

An diesem Tag soll die Quarantäne aufgehoben werden und der Normalbetrieb wieder im Pflegeheim Einzug halten. Voraussetzung sind natürlich negative Testergebnisse. Claus: „Warum es zu diesen Infektionen kam, kann ich mir nicht erklären. Ich bin ja auch kein Mediziner.“ Es sei Fakt, dass jeder Bewohner vor der Impfung einem Schnelltest unterzogen worden sei. „Womöglich waren die Betroffenen zu jenem Zeitpunkt bereits infiziert, aber es waren noch nicht so viele Viren da, dass der Schnelltest ein positives Ergebnis gezeigt hätte. Man glaubt ja, dass man sicher ist, wenn man seine Impfung erhalten hat. Aber vielleicht hat die schon bewirkt, dass der Verlauf der Erkrankung milder ausfällt, als er sonst gewesen wäre“, sagt Claus.

„Auf jeden Fall gab es bei allen Infizierten einen leichteren Verlauf der Krankheit“

Auch im Seniorenpflegeheim der Volkssolidarität „Drei Linden“ in Helbra hat man solche Fälle bereits erlebt. „Wir sind am 7. Januar geimpft worden“, erzählt Leiterin Carola Umlauf. Am 11. Januar seien dann positive PCR-Tests gemacht worden. Auch bei ihr persönlich sei das so gewesen. Man wisse nun nicht, ob die Bewohner schon vorher das Virus in sich getragen haben oder der Impfschutz nach drei Tagen noch nicht voll aufgebaut war, so Umlauf. „Auf jeden Fall gab es bei allen Infizierten einen leichteren Verlauf der Krankheit“, sagt Umlauf. Mittlerweile seien alle 58 Bewohner und die Mitarbeiter auch mit der zweiten Impfung versehen, sagt sie.

Auch die Mitarbeiter der drei mobilen Impfteams, die im Landkreis umherfahren, hätten davon berichtet, dass es auch positive Fälle nach einer ersten Impfung im Landkreis gegeben habe, bestätigte Kreissprecherin Michaela Heilek. „Nach der ersten Impfung besteht noch kein genereller Schutz“, sagt sie. „Vielmehr tritt bei den derzeit vorhandenen Impfstoffen der vollständige Antikörperschutz bei Biontech sieben Tage beziehungsweise 14 Tage bei Moderna nach der Zweitimpfung ein.“ Erst dann sei auch ein Schutz vor einem schweren Verlauf der Krankheit gegeben.

Keine Fälle in Sangerhäuser Heimen bekannt

DRK-Vorstand Andreas Claus haben die Infektionen in Hohlstedt indes einige schlaflose Nächte beschert. „Man fragt sich immer, wie das passieren konnte und hofft, dass niemand lebensbedrohlich erkrankt.“ In den beiden anderen Pflegeheimen des DRK Sangerhausen blieb man vor solchen „Überraschungen“ verschont. Beide Einrichtungen sind komplett coronafrei und die zweiten Impftermine am Mittwoch dieser Woche und 8. Februar sind erledigt beziehungsweise stehen fest. Claus: „In Hohlstedt wird der Impfarzt vor Ort entscheiden, wer impftauglich ist und wer nicht.“ (mz)