Großer Preis des Mittelstandes

Großer Preis des Mittelstandes: Stolz wie Oskar

Dresden/Eisleben - Jörg Schlichting freut sich riesig über die Auszeichnung - für sich, seine Mitarbeiter und eine ganze Region.

Von Beate Lindner und Jörg Müller

Es ist ein Begriff, den Jörg Schlichting immer wieder bemüht, um das auszudrücken, was ihn nach der Ehrung mit dem „Großen Preis des Mittelstandes“ - vergeben von der Oskar-Patzelt-Stiftung - bewegt: Stolz. Großer Stolz.

Auch am Tag danach ist es genau das, was er sagen möchte.

Und - das ist nicht schwierig zu spekulieren - an diesem Montag wird er seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Firma EWS „Die Schuhfabrik“ in Eisleben sagen, wie stolz er ist, diese Auszeichnung bekommen zu haben und wie stolz er ist, sie mit ihnen teilen zu können.

Großer Preis des Mittelstandes: Schon einmal Finalist gewesen

Als EWS-Inhaber Jörg Schlichting als einer der Finalisten am Samstag in Dresden auf die Bühne gerufen wurde, hat er nicht den Hauch einer Ahnung, ob es in diesem Jahr zum ganz großen Wurf gereicht haben wird.

Finalist war er schon einmal - 2016. Und das sei schon ein tolles Erlebnis gewesen. Diesmal sollte es toller werden, denn Schlichting und der Schuhfabrik ist tatsächlich der ganz große Wurf gelungen.

Nicht von ungefähr, wie nicht nur die wissen, die den heutigen Preisträger für den Wettbewerb im Vorfeld nominiert haben: die IHK, die Stadt Eisleben und der CDU-Bundestagsabgeordnete Torsten Schweiger.

Großer Preis des Mittelstandes: Firma hat immer wieder für Schlagzeilen gesorgt

EWS „Die Schuhfabrik“ hat sich unter ihrem Inhaber Jörg Schlichting, der die Firma 2005 nach einer Insolvenz übernahm, zu einem Spezialisten für Feuerwehr- und Sicherheitsschuhe entwickelt.

Und das Unternehmen hat auch immer wieder mit eigenen Entwicklungen für Schlagzeilen gesorgt.

Dabei ist es eben nicht diese eine Schlagzeile, diese eine Innovation, die die Jury für den Mittelstandsoskar überzeugt hat.

Großer Preis des Mittelstandes: Alle fünf Kriterien haben überzeugt

Es ist, besonders das nimmt Schlichting auch mit aus Dresden, das Gesamtpaket EWS, es ist die Tatsache, dass die Schuhproduzenten aus der Lutherstadt bei allen fünf Wettbewerbskriterien überzeugen konnten: Gesamtentwicklung des Unternehmens; Arbeits- und Ausbildungsplatzschaffung und -sicherung; Modernisierung und Innovation; Engagement in der Region; Service, Kundennähe und Marketing.

Großer Preis des Mittelstandes: Mehr geht nicht

„Es ist die höchste Ehrung, die man als mittelständischer Unternehmer bekommen kann. Mehr geht nicht“, so Schlichting im Gespräch mit der MZ.

„Diese Auszeichnung ist für mich Ausdruck der Stärke der klein- und mittelständischen Unternehmen in Sachsen-Anhalt, in Mansfeld-Südharz und in der Lutherstadt Eisleben.“ Sagt Schlichting und nennt im gleichen Atemzug seine „langjährigen, verdienstvollen Mitarbeiter“ und seine Familie als Teilhaber an diesem Erfolg.

Großer Preis des Mittelstandes: Sicherheitsschuh, der auch noch modisch ist

Vor nicht einmal zwei Wochen hieß es in der MZ „Neuer Schuh am Start“. Unter dem Namen „Dynamic Safety“ bietet EWS einen leichten, modisch gestalteten Sicherheitsschuh an.

Der modische Halb- oder Knöchel-Schuh, der die Norm S3 erfüllt, ist für den Tagesdienst bei der Feuerwehr, den Rettungsdienst oder in der Industrie geeignet, hieß es dazu aus dem Unternehmen.

Ein Schuh mit besonderem Material und dem Drehverschluss

Besonders interessant für die künftigen Nutzer: Während die sonstigen Feuerwehr- und Sicherheitsschuhe von EWS aus robustem Leder hergestellt werden, kommt jetzt erstmals ein Mikrofaser-Textil-Material zum Einsatz.

Ein besonderer Clou ist der Atop-Drehverschluss mit einer Stahlschnur. Dieser Verschluss wird durch eine Drehung gelöst, so dass ein schnellerer Schuhwechsel als bei Schnürsenkeln möglich ist.

Dass eine Neuentwicklung wie dieser Schuh ganz sicher im Traditionszimmer der Firma ihren Platz finden wird, versteht sich fast von selbst. Genauso wie nun der Oskar, den Schlichting am Samstag auf der Gala in Dresden nicht aus den Augen ließ.

Wie im Fußball eben: Der Champions-League-Pokal wird vom Sieger alljährlich auch gehütet wie ein Augapfel.

Großer Preis des Mittelstandes: In der Champions League angekommen

Und Schlichting sieht es so: „Wir sind in der Champions League angekommen.“ Mit einem entscheidenden Unterschied zum Fußball: Die EWS darf ihre Originaltrophäe behalten. Das europäische Fußballspitzenteam bekommt zwar das Original überreicht, aber in der Regel eine Kopie mit nach Hause. (mz)