Sommerlauf in Schierke

Sommerlauf in Schierke: Hannah Rudolph wächst über sich hinaus

Schierke - „Weiter so, Hannah!“, ermuntert eine Zuschauerin beim Sommerlauf in Schierke. „Du bist die erste Frau!“ Die aufmunternden Worte gelten Hannah Rudolph vom Wintersportverein „Grün-Weiߓ Elbingerode, die eben eine Anhöhe bezwungen hat. Bei der Sportveranstaltung in dem Wernigeröder Ortsteil ist die 15-Jährige keine Unbekannte, nahm bereits in den Vorjahren erfolgreich ...

Von Benjamin Richter

„Weiter so, Hannah!“, ermuntert eine Zuschauerin beim Sommerlauf in Schierke. „Du bist die erste Frau!“ Die aufmunternden Worte gelten Hannah Rudolph vom Wintersportverein „Grün-Weiß“ Elbingerode, die eben eine Anhöhe bezwungen hat. Bei der Sportveranstaltung in dem Wernigeröder Ortsteil ist die 15-Jährige keine Unbekannte, nahm bereits in den Vorjahren erfolgreich teil.

Diesmal wächst sie über die Leistungen von damals jedoch noch hinaus, steht am Ende des Acht-Kilometer-Rennens ganz oben auf dem Podest der Damen - und reiht sich mit einer Zeit von 39 Minuten und 34 Sekunden gar in die ewige Top Ten des seit 1993 ausgetragenen Lauf-Events ein.

Weniger als 40 Minuten beim Hauptlauf in der Gluthitze

Außer ihr gelingt es am Sonnabend 22 männlichen Teilnehmern, die Distanz des Hauptlaufs am Hang des Winterbergs in weniger als 40 Minuten zu meistern. 114 Männer, Frauen und Kinder gehen bei hochsommerlichen 32 Grad im 617 Meter hoch gelegenen Schierke insgesamt an den Start.

Diesen hat der Veranstalter an die geltende Corona-Verordnung angepasst: Linien auf dem Straßenbelag vor der Schierker Feuerstein Arena zeigen an, wo sich die Läufer aufstellen dürfen, um den Mindestabstand einzuhalten. Es ist eines der ersten Rennen nach der pandemiebedingten Zwangspause für den Sport im Harz; vielerorts mussten in den vergangenen Monaten die traditionellen Volksläufe abgesagt werden, zum Beispiel in Blankenburg und Quedlinburg.

Beulen und Verfärbungen am Dach

Doch in Schierke stand der Sommerlauf noch aus einem weiteren Grund lange auf der Kippe: Am Dach der 2017 eingeweihten Arena waren witterungsbedingt Beulen und Verfärbungen entstanden - die Tragfähigkeit war in Gefahr.

Keine Frage: Eine neue Kunststoffmembran musste her für das futuristisch - oder auch wie ein Kartoffelchip - anmutende Dach der design-prämierten Arena. Diese wurde nun über die alte Überdachung gespannt und jene daraufhin Stück für Stück abgebaut. Am 16. Juli war die Reparatur vollbracht und die Sommersaison gerettet - pünktlich zum Ferienbeginn, und außerdem noch rechtzeitig für den Sommerlauf.

„Da hat das Team der Arena viel mehr Know-how“

Diesen stellten außer dem ausrichtenden Nordischen Ski-Verein Wernigerode (NSV) zahlreiche Helfer des Skiclubs Schierke und der Wernigerode Tourismus GmbH auf die Beine. Die Umsetzung der Corona-Vorschriften im Anmelde-, Start- und Zielbereich übernahmen die Verantwortlichen der Arena, wie die NSV-Vorsitzende Melanie Rippin erklärt. „Alles an den Auflagen auszurichten, das ist für uns als Verein nicht zu leisten“, sagt sie. „Da hat das Team der Arena viel mehr Know-how.“

Wissen, wie es geht - das tun auch bereits die jüngeren Läufer: Im Kinder-Kurparklauf über einen Kilometer erringt der elfjährige Philipp Gerstengarbe aus Jüterbog in Brandenburg den Sieg, sechs Sekunden vor dem ein Jahr jüngeren Wernigeröder Ben Lehmann. Drittschnellste wird die 2009 geborene Kendra Giesler vom Team G-Force. (mz)