Harzer Original

Harzer Original: Brockenwirt Hans Steinhoff ist gestorben

Schierke - Es gibt Menschen, deren Name wird zur Institution. Wie der von Hans Steinhoff, dar als Brockenwirt 26 Jahre für Schierke und den Harz gewirkt hat. Am Donnerstag ist Hans Steinhoff im Alter von 72 Jahren nach längerer Krankheit ...

Von Burkhard Falkner

Es gibt Menschen, deren Name wird zur Institution. Wie der von Hans Steinhoff, dar als Brockenwirt 26 Jahre für Schierke und den Harz gewirkt hat. Am Donnerstag ist Hans Steinhoff im Alter von 72 Jahren nach längerer Krankheit gestorben.

Vom FDGB zum Unternehmen

Steinhoff war ein Schierker Urgestein. Geboren in dem Ort am Brocken, lernte er später den Beruf des Kochs und stieg als solcher in die damals florierende Tourismuswirtschaft des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) ein. Im damals florierenden, heute verfallenden Hotel „Hermann Duncker“, und freilich mit allen Einschränkungen, die das Sperrgebiet, in dem Schierke nahe der deutsch-deutschen Grenze damals lag, mit sich brachten. Aber auch mit einer Dorfidylle, schöner Natur, vielen Freunden  und Sportmöglichkeiten, was Hans Steinhoff schätzte.

Als es 1989 mit der DDR und dem Sperrgebiet im Harz zu Ende ging, beantragte er eine Gewerbegenehmigung, um im Bahnhofsgebäude auf dem Brocken einen Imbiss eröffnen zu dürfen. Der Rest ist   Geschichte und zugleich eine echte ostdeutsche  Erfolgsstory. Aus dem Imbiss auf dem Brocken, auf dem zum Zeitpunkt der Imbissgründung noch Sowjetsoldaten wohnten,  wurde bald ein florierendes Geschäft. Ein Hotel kam später dazu, eine weiteres, ein Café - schließlich entstand ein florierendes Gastronomie-Unternehmen mit mehreren Hotels in Schierke und dem Brockenturm samt Goethesaal.

Neben der Aufgabe der Leitung der Gastronomie währen der Bau- und Aufbauarbeiten, und neben dem oft schweren Winterdienst auf der Straße zum Brocken wirkte Steinhoff zugleich von Anfang an auch als Vermittler. Als Vermittler über die Grenzen des so lange geteilten und immer noch auf drei Bundesländer aufgeteilten Harzes hinweg, wie er stets betonte.  Der von ihm vor Jahrzehnten eingerichtete Brockenstammtisch für Vertreter von Politik, Wirtschaft, Vereinen und Künstlern wurde nicht zuletzt wegen der Exklusivität des Tagungsortes  gern angenommen, blieben immer aber zugleich auch ein Ort für knallharte  Gespräche. Nicht selten wurden am Brockenstammtisch politische Lösungen angeregt und vermittelt, wie Teilnehmer aller Ebenen immer wieder mit Dank an den Brockenwirt deutlich machten.

Familie als bestes Team

Der war natürlich nicht allein. Hans Steinhoff hatte von Anfang an ein festes Team von Mitstreitern um sich. Allen voran wurde die eigene Familie zum wichtigsten Mitstreiter - Ehefrau, Tochter und Sohn Daniel. Letzterer begann schon früh, in die Stapfen des Vater zu treten und nach und nach dessen Arbeitspensum zu übernehmen, wie die seit Jahren gültige Firmenbezeichnung „Brockenwirt & Sohn„ anzeigt. Daniel Steinhoff, längst als Brockenwirt junior aktiv, wird nun wohl auch aller Wahrscheinlichkeit die Nachfolge antreten.

Einer der letzten großen öffentlichen Aktionen seines Vaters war die Mitarbeit Hans Steinhoffs am Film „Vergessen im Harz II“. Darin berichtet  er mehrere Minuten lang über sein Leben und über sein großes Hauptmotiv, etwas für seinen Heimatort Schierke zu tun. Der Film ist gerade erst angelaufen. Die Trauerfeier für den verstorbenen Brockenwirt senior ist für den 14. Juni in der evangelischen Schierker Kirche vorgesehen. (mz)

Brockenwirt Hans Steinhoff ist tot.
Brockenwirt Hans Steinhoff ist tot.
dpa-Zentralbild