Hexentanz und Teufelsspuk

Hexentanz und Teufelsspuk: Walpurgisnacht im Harz mit gruseligen Gestalten

Thale/Schierke/dpa. - Hexentanz und Teufelsspuk im Harz: Zurbevorstehenden Walpurgisnacht übernehmen die buckligen Frauen undHöllenwächter an diesem Freitag an rund 40 Orten des Mittelgebirgeswieder das Zepter. Zusammen mit mehr als 100 000 erwarteten Gästenfeiern die gruseligen Gestalten das mystische Spektakel mit Musik undFackelschein in der Nacht zum 1. Mai. Mit den bunten und lautenFesten wird traditionell der Winter ...

Von Sabrina Gorges 27.04.2004, 05:52
Eine Hexe mit ihrem Besen begrüßt neben einer Teufelsskulptur die Besucher auf dem Hexentanzplatz in Thale. (Foto: dpa)
Eine Hexe mit ihrem Besen begrüßt neben einer Teufelsskulptur die Besucher auf dem Hexentanzplatz in Thale. (Foto: dpa) ZB

Hexentanz und Teufelsspuk im Harz: Zurbevorstehenden Walpurgisnacht übernehmen die buckligen Frauen undHöllenwächter an diesem Freitag an rund 40 Orten des Mittelgebirgeswieder das Zepter. Zusammen mit mehr als 100 000 erwarteten Gästenfeiern die gruseligen Gestalten das mystische Spektakel mit Musik undFackelschein in der Nacht zum 1. Mai. Mit den bunten und lautenFesten wird traditionell der Winter vertrieben.

Nach altem Volksglauben treffen sich die Hexen in derWalpurgisnacht auf dem 1142 Meter hohen Brocken, um dort mit demTeufel zu tanzen. Die Walpurgisfeiern im Harz wurden vor allem durchJohann Wolfgang von Goethe berühmt. Der Dichter beschrieb im «Faust»die Walpurgisnacht, in der Hexen mit Besen und auf Ziegenböcken aufden Blocksberg (Brocken) geritten sind, um dort mit dem Teufel einewilde Orgie zu feiern. Im Gegensatz zu Goethes Darstellung zieht esdie Hexen heute allerdings nicht mehr auf den Harzgipfel, sondern insTal. Die Naturparkverordnung verbietet unter anderem lauteFeierlichkeiten und offene Feuer auf dem Brockenplateau.

Hochburgen des Harzer Walpurgisfestes ist Sachsen-Anhalt mit demHexentanzplatz bei Thale und dem Touristenort Schierke. Jedes Jahrpilgern jeweils mehr als 20 000 Schaulustige dorthin, um bis in dieNacht hinein Walpurgis zu feiern. Der Hexentanzplatz soll dabei auchin diesem Jahr seinem Namen gerecht werden: Mitglieder einesTheaterensembles treiben dort als riesige Zauberwesen verkleidet ihrUnheil und der Teufel will zu den Besuchern sprechen. In Schierke, amFuße des Brockens, sollen zur Walpurgisnacht Elfen, Drachen,Einhörner und Werwölfe erscheinen.

Gruselig geht es auch in anderen Harzorten zu: In Wernigerodeerwartet die Besucher Live-Musik, Feuershow und Hexentanz. In Elendfallen Hexen am Fallschirm vom Himmel, zudem wird in der kleinenHarzgemeinde die hässlichste Hexe gekürt. In der Stadt Stolberg solles einen «Liederzug zum Hexenspuk» rund um das Josephskreuz geben,bevor das größte eiserne Doppelkreuz der Welt vom Feuerwerkbeleuchtet wird. Im niedersächsischen Bad Grund gibt es auf derNaturfelsenbühne ein Hexenschauspiel mit Feuerwerkseffekten. SanktAndreasberg, ebenfalls in Niedersachsen, lockt mit einem teuflischenBergwerksvergnügen.

Die Harzer Schmalspurbahnen schicken an Walpurgis drei Sonderzügeauf Fahrten durch den Harz. Bunt geschmückt und besetzt mit Hexen undTeufel fährt die Selketalbahn von Gernrode nach Alexisbad und weiternach Stiege. Bevor es auf die Reise geht, dürfen die Fahrgäste einfeuriges Hexensüppchen verkosten. Weitere Züge fahren zu denWalpurgisfeierlichkeiten jeweils von Wernigerode nach Schierke undvon Nordhausen nach Stiege und zurück.