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Das Jahr Eins: DDR-Gewerkschaftschef Harry Tisch Genosse Genießer: Der rote Feudalherr vor Gericht

Er war der mächtige Chef von fast zehn Millionen Gewerkschaftern, doch am Ende landete er vor Gericht. Harry Tisch stieg vom Bauschlosser zum Politbüro-Mitglied auf und erst nach dem tiefen Fall entschied er sich zu einem späten Geständnis.

Von Steffen Könau 01.02.2026, 10:00
Harry Tisch war von Beruf Bauschlosser, er gab sich als bürgernaher Volkstribun und führte als Chef der DDR-Einheitsgewerkschaft FDGB das Regiment eines roten Feudalherren-
Harry Tisch war von Beruf Bauschlosser, er gab sich als bürgernaher Volkstribun und führte als Chef der DDR-Einheitsgewerkschaft FDGB das Regiment eines roten Feudalherren- IMAGO/Klaus Rose

Halle/MZ. - Das geheime Leben des DDR-Gewerkschaftschefs aber war das eines Feudalherren, der in jede Kasse griff. Vor 35 Jahren stand der Fußballfan als erstes Politbüromitglied vor Gericht.Von Steffen KönauAndere Genossen waren mächtiger gewesen in der untergegangenen DDR. Sie saßen an größeren Schalthebeln, hatten sich prächtigere Wochenend-Refugien gebaut, sie konnten auf einer größeren Bühne spielen und an den Rädern der Weltpolitik drehen.