Extremismus Extremismus: Gewalt zwischen Links und Rechts
Halle/MZ. - Nach Angaben der Polizei waren die Beamtenam fraglichen Samstag mittag zunächst durchAnwohner verständigt worden, weil sich mehrals 15 junge Leute vor dem Laden, in dem Liebichrechte Szenedevotionalien und Markenkleidungvertreibt, versammelt hatten. Die linksorientiertenjungen Leute sprechen selbst von einer "Protestaktion"gegen das Geschäft, das nach Erkenntnissenvon Polizei und Verfassungsschutz als Treffpunktder rechten Szene gilt. Es war im vergangenenJahr im Zusammenhang mit dem Verbot der "Blood&Honour"-Bewegungdurchsucht worden.
"Es gab bei unserem ersten Eintreffen zunächstkeinen Verdacht auf eine Straftat", so PolizeisprecherSiegfried Koch. Nachdem man schließlich erneutgerufen worden sei, habe man der schwarz gekleidetenGruppe vor dem Laden Platzverweis erteiltsowie eine geladene Schreckschusswaffe, eineStahlschleuder mit Kugeln, eine Vermummungsmützeund später einen Schlagstock sowie einen Benzinkanistersichergestellt.
Wenig später sei es dann zu einer heftigenAuseinandersetzung am nahen Lutherplatz gekommen."Unsere Beamten kamen zum Tatort, als dieAuseinandersetzung beendet war", sagte Koch.Sie seien durch einen Taxifahrer informiertworden.
Zissi Sauermann von der Beratungsstelle fürOpfer rechtsextremer Gewalt, das durch dasBundesprojekt Civitas gefördert wird, sprachvon einem "organisierten Angriff" Rechtsextremermit dem Ziel derart "Angst zu schüren", dasskünftig nicht mehr auf organisierte Strukturengewaltbereiter Rechtsextremer aufmerksam gemachtwerden könne. Nun würden die Opfer als Täterbeschuldigt, obwohl die Betroffenen durchmehrere Fahrzeuge eingekreist und "entschlossenangegriffen" worden sei. Man habe sich einenRechtsbeistand genommen. Liebich selbst verwahrtsich entschieden gegen die Vorwürfe. Nichter sei der Angreifer, sondern es habe sichursprünglich um einen geplanten Überfall aufihn gehandelt.
Der Polizeidirektion Halle zufolge wird jetztwegen des Verdachts der Körperverletzung,des Verstoßes gegen das Waffengesetz und wegenVerleumdung ermittelt. Außerdem seien von17 der Beteiligten die Personalien festgestelltworden.