Syrer-Clan in Naumburg

Syrer-Clan in Naumburg unter Druck: Minister Stahlknecht Innenminister wirft Familie vor, brutal und einschüchternd vorzugehen

Naumburg/Magdeburg - Innenminister wirft Naumburger Familie vor, Integration zu verweigern.

Von Hagen Eichler und Albrecht Günther
Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht will im Fall der auffälligen syrischen Familie in Naumburg juristische Härte zeigen.
Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht will im Fall der auffälligen syrischen Familie in Naumburg juristische Härte zeigen. dpa-Zentralbild

Die syrische Familie, die am Wochenende in Naumburg (Burgenlandkreis) zuerst zwei Beamte eingeschüchtert und anschließend auf dem Polizeirevier randaliert haben soll, ist laut Innenministerium schon häufiger durch kriminelle Handlungen aufgefallen.

„Das ist eine Mischung aus Straftaten von erheblichem Umfang und Integrationsverweigerung, gepaart mit Testosteron“, sagte Minister Holger Stahlknecht (CDU) der Mitteldeutschen Zeitung.  Ahmed A., der als Haupttatverdächtiger vom Wochenende gilt, habe bereits eine Jugendfreiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung bekommen.  „Dafür muss man schon einiges anstellen“, so Stahlknecht.

Darauf angesprochen räumte A. die Strafe ein. „Dabei handelt es sich um einen Silvester-Vorfall aus dem Jahr 2015“, erklärt der 21-Jährige. Er habe damals einen Böller gezündet, der  wohl aus Tschechien kam. „Das wurde als Sprengstoffdelikt ausgelegt“, sagt A.

Nach seinen Angaben kam aber niemand zu Schaden und es sei auch nichts zerstört worden. Der Naumburger Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Neufang wollte sich dazu nicht äußern, da es sich um die Strafe gegen einen Jugendlichen handle und dabei eine besondere  Schutzpflicht gelte.

Syrer-Clan in Naumburg: Haupttatverdächtiger mit Vorstrafen

Laut Innenministerium sind auch mehrere der fünf Brüder von A. schon polizeilich aufgefallen. Einer  wurde vom Landgericht Halle aufgrund eines Drogendeliktes zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Andere Brüder seien wegen kleinerer Delikte aufgefallen.

Dass gegen die gesamte Familie wegen Geldwäsche und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt werden soll, wurde von der Staatsanwalt Halle nicht bestätigt. „Mir ist nur das Verfahren wegen der Vorfälle vom Wochenende bekannt und das werde ich nicht weiter kommentieren“, so Sprecher Klaus Wiechmann.

Stahlknecht äußert Unverständnis für Kulturverständnis der syrischen Familie in Naumburg

Innenminister Stahlknecht wiederholte auch den Eindruck, dass die syrische Familie in Naumburg eine „Parallelgesellschaft“ etabliert habe. Ihre Mitglieder würden brutal und einschüchternd auftreten. Dass Ahmed A. sich für die Vorfälle vom Wochenende entschuldigte, entspreche dem Kulturverständnis der Familie: „Die treten gegen ein Polizeiauto und begehen Körperverletzung, kommen am nächsten Tag, um sich zu entschuldigen und verstehen nicht, warum wir trotzdem gegen sie ermitteln.“

Zum Auftreten der Familie äußerte sich Oberbürgermeister Bernward Küper (CDU) auf MZ-Nachfrage nicht. Unklar bleibt so etwa, weshalb die örtlichen Behörden nicht ausreichend tätig wurden, falls die Vorwürfe zutreffen.

Landrat Götz Ulrich (CDU) kündigte ein koordiniertes Behördenvorgehen durch eine Arbeitsgruppe von Polizei, Stadt- und Kreisverwaltung an.  „Wir haben konkrete Maßnahmen im Visier, die ich jedoch nicht öffentlich darlegen möchte“, so Ulrich. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass „mafiöse Strukturen“ entstünden, „die wie eine Krake um sich greifen“.  (mz)