Spuckschilder gegen Corona

Spuckschilder gegen Corona: Näherin aus Hohenmölsen stellt Masken her

Hohenmölsen - Es sind schwere Zeiten, die Unternehmer wie Mandy Stolle gerade durchmachen. „Ich habe keine Einnahmen“, sagt die 34-Jährige, die in der Innenstadt von Hohenmölsen das kleine Nähgeschäft „StollenWerk“ betreibt. Dieses musste sie aufgrund der Coronakrise aber vor Kurzem ...

Von Tobias Schlegel 01.04.2020, 10:47

Es sind schwere Zeiten, die Unternehmer wie Mandy Stolle gerade durchmachen. „Ich habe keine Einnahmen“, sagt die 34-Jährige, die in der Innenstadt von Hohenmölsen das kleine Nähgeschäft „StollenWerk“ betreibt. Dieses musste sie aufgrund der Coronakrise aber vor Kurzem schließen.

Kleine Hilfe: Masken bieten sicher keinen hundertprozentigen Schutz

Doch Not macht bekanntermaßen erfinderisch und so arbeitet Mandy Stolle zurzeit mit der Neuen Apotheke, die sich ein paar Häuser weiter befindet, zusammen. Die Näherin produziert für die Apotheke verschieden gemusterte Stoffmasken sowie Schildkappen - auch Spuckschilder genannt - bestehend aus Laminierfolie und einem Gummiband.

„Man muss nur improvisieren können. Die Masken bieten sicher keinen hundertprozentigen Schutz, aber sie helfen schon etwas, vor allem, damit andere nicht angesteckt werden“, meint Apothekerin Ina Leischner, die diese besondere Form des Gesichtsschutzes im Internet gefunden hatte und mit der Idee zu Mandy Stolle ging.

Restlichen Einnahmen aus den Schutzmasken gehen als Spende an Kindergärten der Stadt

Offiziell ist die Ware, die in der Neuen Apotheke erworben werden kann, kostenlos. Jedoch wird eine Spende von zehn Euro pro Stück erbeten. Das Geld soll jedoch nicht in der Apotheke bleiben. Ein Teil geht laut Ina Leischner an Mandy Stolle, damit diese ihre laufenden Kosten abdecken kann.

Die restlichen Einnahmen gehen als Spende an die Kindergärten der Stadt. „Die Kinder leiden ja auch unter der ganzen Situation“, meint Ina Leischner. Mandy Stolle kann dem nur beipflichten. Sie selbst ist Mutter von fünf Kindern und für den Nachwuchs ist es gerade nur schwer zu verstehen, warum nicht mehr draußen mit anderen Kindern Fußball gespielt oder herumgetollt werden darf.

Zum Einsatz kommen sollen die Masken und Schilder vor allem in Arztpraxen oder Pflegeeinrichtungen - also da, wo das Infektionsrisiko besonders groß ist. Udo Unbehaun, der in Merseburg Chef eines Pflegedienstes ist und dem in Hohenmölsen das ehemalige Krankenhaus gehört, ist einer der ersten Käufer der Masken und Schilder für sein Unternehmen.

Projekt ist ein kleiner Lichtblick in einer schweren Zeit

„Ich möchte damit die Eigeninitiative vor Ort unterstützen. Außerdem hilft es der lokalen Wirtschaft“, sagt er. Die Schilder und Masken können problemlos mehrmals verwendet werden. „Die Stoff-Masken kann man in einem Topf bei 60 Grad Celsius auskochen. Wichtig ist dabei, kein Waschmittel zu verwenden“, sagt Mandy Stolle. Die Schutzschilder können normal mit Desinfektionsmitteln abgewischt werden.

Für Mandy Stolle ist das Projekt ein kleiner Lichtblick in einer schweren Zeit. „Es ist eine blöde Situation, denn ich muss ja weiter meine Kosten abdecken“, sagt die Näherin, die erst im Oktober vergangenen Jahres ihr Geschäft in der Lindenstraße eröffnet hatte und im Dezember in die Bad Friedrichshaller Straße umgezogen war. (mz)